Trotz des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) haben ältere Jobsuchende ein schweres Los. Sie müssen immer wieder gegen Vorurteile ankämpfen. Wie etwa unflexibel, nicht mehr auf dem neusten Stand oder besonders krankheitsanfällig zu sein. Aber gerade ältere Mitarbeiter haben viele Vorteile – und die sollten Sie für Ihre Bewerbung auch nutzen, damit die Arbeitssuche 50 plus gelingt.

Obgleich es durch den demografischen Wandel, den späteren Renteneintritt und dem Fachkräftemangel immer mehr Unternehmen gibt, die gezielt auf ältere Bewerber setzen, ist bei vielen Stellenausschreibungen immer noch das Gegenteil der Fall: Wer zu alt erscheint, wird einfach aussortiert.
Auch die Zahlen zeigen deutlich, wie schwer es die Generation 50 plus im Vergleich zu den jüngeren Bewerbern hat: So waren laut Bundesagentur für Arbeit im August 2012 rund 2,9 Millionen Menschen als arbeitslos gemeldet. 899.328 Menschen davon, also 31 Prozent aller Arbeitslosen, waren älter als 50, allerdings nur 2,2 Prozent unter 20 Jahre und 11,1 Prozent aller Arbeitslosen unter 25 Jahre alt.

Anzahl der Arbeitslosen ab 50 Jahren in Deutschland 2011 & 2012

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Die Entwicklungen am Arbeitsmarkt zeigen darüber hinaus, dass kaum ein Mitarbeiter mehr bis zur Rente bei ein und demselben Arbeitgeber bleibt. Insolvenzen, Stellenabbau oder Auszeiten für die Kindererziehung können dazu führen, dass man auch mit über 50 einen neuen Job suchen muss – und das fällt durch die Vorurteile vieler Unternehmen oft nicht leicht.

Vorteile in den Vordergrund stellen

Das Wichtigste ist, wenn man sich im fortgeschrittenen Alter bewerben muss, aus dem augenscheinlichen „Makel“ des Alters, einen Vorteil zu machen.
Umfragen zu Folge sehen die meisten Arbeitgeber sogar gewisse Vorzüge bei älteren Arbeitnehmern – selbst wenn sie eher auf jüngere Bewerber setzen. Dies sind beispielsweise: Berufserfahrung, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Disziplin, Loyalität und soziale Kompetenz.
Versuchen Sie also genau diese sogenannten Soft Skills hervorzuheben und zeigen Sie dadurch Persönlichkeit in Ihrer Bewerbung.

Wichtig ist aber auch, über alle Kenntnisse, positive Eigenschaften und Berufserfahrungen hinaus, dass Sie deutlich machen, offen für Neues zu sein. Eines der Hauptprobleme sehen Unternehmer nämlich darin, dass ältere Mitarbeiter vielleicht nicht mehr so lernfähig oder technisch nicht mehr auf dem neusten Stand sind. Computer-, Sprach- oder andere spezialisierte Kenntnisse, die das Gegenteil beweisen, gehören also zu den absoluten Pflichtpunkten in Ihren Lebenslauf. Ebenso wie der Hinweis im Anschreiben, dass Sie sich gerne und schnell in neue Aufgabenbereiche einarbeiten können.

Falls Sie auf diesen Gebieten allerdings wirklich eingerostet sein sollten, empfiehlt es sich, Informationen über Weiterbildungen einzuholen, die relevant für Ihren Arbeitsbereich sind. Zudem können Fortbildungen während einer längeren Arbeitslosigkeit, Lücken im Lebenslauf füllen und sie zeigen Ihren Willen stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

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