Für viele ist der Anruf eines Headhunters eine Chance, die Karriereleiter ein Stück weiter empor zu klettern. Oft ist der Kopfgeldjäger ganz unvermittelt in der Leitung. Aber man kann die persönlichen Chancen steigern, überhaupt gefunden zu werden.

Wenn man an Headhunter denkt, haben viele noch das Klischee dieser Personalvermittler vor Augen: Feine Kleidung, Aktenkoffer, schicke Gespräche in Hotellobbys und natürlich keine Stelle unter 150.000 Euro Jahresgehalt. Selbst wenn dieses Bild noch auf einige Individuen in der Branche zutrifft: Der Markt hat sich größtenteils verschoben und verändert. Das liegt zum Teil an den vielen Quereinsteigern, Einzelkämpfern und kleinen Gruppierungen, die sich als Headhunter selbstständig gemacht haben, aber auch an der Entwicklung des Internets und dem wachsenden Fachkräftemangel.

Dadurch fängt beispielsweise die Vermittlung durch einen „Executive Search“-Berater, wie sich die Headhunter auch nennen, teilweise bereits bei Nachwuchskräften, Hochschulabsolventen und Spezialisten in unteren Hierarchieebenen an. Nicht mehr nur die obere Managementriege in Finanz-, IT- oder Wirtschaftsbranche sind gefragt, auch Stellen mit geringerer Personalverantwortung in kommunikationswissenschaftlichen Bereichen werden durch Headhunting besetzt.

Aber eines der Klischees bleibt: Der mysteriöse Anruf am aktuellen Arbeitsplatz. Oftmals hat der Headhunter am anderen Ende der Leitung Angebote in petto, die auf dem Markt nicht eigenhändig zu finden wären. Fangen Sie deshalb frühzeitig an, Ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, um diese Angebote irgendwann auf den Tisch zu bekommen. Aber nur wer versteht, wie die Kopfgeldjäger der Moderne vorgehen, weiß wie er die Chancen auf einen Anruf maximieren kann.

Die Suchmethoden der Jäger

Egal in welcher Hierarchie-Ebene gesucht wird, oft werden Stellen an direkte Kontakte oder an passende Personen in des Headhunters Datenbank vermittelt. Es kann sich deshalb auszahlen, die Personaler kennenzulernen, selbst wenn man aktuell mit seinem Beruf zufrieden ist. Schließlich kann man nie wissen, welches Angebot irgendwann ins Haus flattert. Seien Sie also freundlich, wenn Ihr Telefon klingelt. Selbst wenn Sie derzeit nicht interessiert sind, sollten Sie sich von einer guten Seite präsentieren. Hinterlassen Sie einen positiven Eindruck, haben Sie gute Chancen in der Datenbank zu landen. So können Sie trotzdem irgendwann von Ihrem Traumjob erfahren, obwohl Sie das erste Angebot abgelehnt haben.


Sofern eine Stelle nicht über Kontakte und vorhandene Daten vermittelt werden kann, werden einige Kandidaten über Empfehlungen gefunden. Diese Möglichkeit kommt häufiger bei Führungspositionen vor. Zum Beispiel wenn Ihr Name bei einem Meeting fällt, in Fachartikeln auftaucht oder jemand über einen Vortrag von Ihnen berichtet.
Das stärkste Werkzeug für die Suche ist allerdings mittlerweile das Internet. Selbst wenn der Headhunter schon einen Namen auf seiner Liste stehen haben sollten, wird das World Wide Web oft zur Überprüfung der Leistungen und Person genutzt.
Zudem haben die Kopfgeldjäger auch ein branchenspezifisches Suchverhalten im Internet. Der Internetdienst Experteer hat genau dieses Verhalten in einer Studie 2009 untersucht. Ausgewertet wurden dabei Suchverläufe von 4.500 Headhuntern. Die Spitzenreiter im Bereich der Schlagworte waren beispielsweise: „SAP“ „Controlling“ und „Sales/Vertrieb“.
Wer also in diesen Bereichen tätig ist, sollte das auch ganz markant im Internet präsentieren und unter diesen Suchwörtern zu finden sein.
Zudem kamen die Experteer-Experten zu einer weiteren Erkenntnis: Headhunting wird am Anfang der Woche am intensivsten betrieben. Zu dieser Zeit sollten Sie deshalb ein möglichst aktuelles Profil haben, um schnell auffindbar zu sein.

Steigern Sie Ihre Chance gefunden zu werden

Damit Sie Ihre Karriere nicht dem Zufall überlassen, können Sie mit kleinen Kniffen dafür sorgen, dass ein Headhunter eher auf Sie aufmerksam wird.
Selbst wenn Sie derzeit mit Ihrem Beruf zufrieden sind, wissen Sie nie, welches Angebot einmal kommen könnte. Sie sollten deshalb schon vorsorglich mit der positiven Präsentation Ihrer Person und Leistungen beginnen.
Zudem ist es bei Headhunter nicht wie bei einer Arbeitsvermittlung: Headhunter sind auf Abwerbung spezialisiert, Spitzenkräfte, die jeder in seinem Unternehmen haben möchte – sie suchen nicht unbedingt nach arbeitslosen Managern.
Warten Sie deshalb nicht, bis der Ernstfall eintritt und Sie einen neuen Arbeitsplatz brauchen. Gestalten Sie Ihre Karriere doch lieber so, dass Sie sich Ihre Arbeit aussuchen können – und das geht mit ein wenig kontinuierlichem Zeitaufwand.

1.     Internetprofile aufbauen

Halten Sie Ihre Profile im Internet aktuell, bringen Sie zur Branche passende Stichwörter oder Einträge und präsentieren Sie sich als Marke mit Ihren Referenzen, Erfahrungen und Zertifikaten. Neben Lebenslaufdatenbanken gehören auch die wichtigsten Social Media Kanäle wie Xing, Facebook und LinkedIN zu den Werkzeugen der Headhunter-Suche.

2.     Negativ News vermeiden

Vor allem in Führungspositionen sitzen Sie auf dem Silbertablett. Auch wenn Sie erst in zehn Jahren eine höhere Position anstreben – das Internet vergisst nicht so leicht. Das Löschen des Accounts hilft dabei auch nicht immer, oft können Bilder oder Informationen noch Jahrelang gefunden werden. Sie wissen ja auch nie, wer sich gerade das Bild, das Sie in alkoholisiertem Zustand zeigt, auf seinem privaten Rechner gespeichert hat. Private Details, fragwürdige Äußerungen und Meinungen oder beispielsweise Partybilder gehören deshalb nicht ins Netz.

3.     Ins Gespräch bringen

Da noch einige Stellen über Empfehlungen vergeben werden, können Sie auch dafür sorgen, dass Ihr Name häufiger in Ihrer Branche auftaucht. Schreiben Sie beispielsweise Artikel für Fachzeitschriften, nehmen Sie an Seminaren teil und drücken Sie sich nicht vor Vorträgen. Bereiten Sie sich immer gut auf diese öffentlichen Präsentationen vor – auch hier gilt es wieder, keinen negativen Klang Ihres Namens heraufzubeschwören.

4.     Kontakte halten

Viele Headhunter waren früher selbst Geschäftsführer oder Spezialisten in einer bestimmten Branche, denn die Möglichkeit Personaldienstleistungen anzubieten, steht grundsätzlich jedem offen. Das bedeutet zwar auf der einen Seite, dass man auch an schwarze Schafe geraten kann, auf der anderen Seite kennen die ehemaligen Führungskräfte die jeweilige Branche. Lernen auch Sie die Branche und deren Persönlichkeiten kennen, knüpfen Sie Kontakte und pflegen Sie sie. Sie wissen nie, wann sich einer Ihrer Kontakte für die Selbstständigkeit entscheidet oder ob er in seinem Bekanntenkreis Headhunter hat, bei denen er Ihren Namen fallen lassen könnte.


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  1. Achim

    Neben den oben aufgeführten Möglichkeiten von Headhuntern gefunden zu werden, habe ich auf http://www.headhunter-light.de/online-headhunter/ Tipps gefunden um mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Was haltet ihr bspw. von direktem Kontakt über Facebook?

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