Gerade wer neu in eine Abteilung kommt, muss sich zügig und reibungslos in das Team einfügen. Welche vier großen Fettnäpfchen Neulinge und alte Hasen unbedingt vermeiden sollten, erfahren Sie heute bei Selfmade.

Als Autofahrer hat man es einfach: Hier regelt die Straßenverkehrsordnung gleich in §1:

„Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Das kann man fast eins zu eins auch auf die Arbeitswelt übertragen. Dass man niemanden schädigt oder gefährdet ist klar. Das Behindern und Belästigen birgt hingegen großes Potenzial für schlechte Stimmung im Büro.

Fettnäpfchen im Büro #1: Unkollegiales Verhalten

Soziale Kompetenz ist vor allem im unmittelbaren Umgang mit den Kollegen gefordert. Wer sich nicht gut ins Team eingliedert, wird schnell zum Außenseiter. Neben professionellen Tugenden wie gegenseitiger Unterstützung sollte man jedoch auch Aspekte des Miteinanders nicht vernachlässigen, die wenig mit der eigentlichen Arbeit zu tun haben. Einer Umfrage nach den nervigsten Kollegenunarten zufolge kommt es überhaupt  nicht gut an, eigene Fehler abzustreiten. Für Susanne Helbach-Grosser, Trainerin für Business-Etikette, sind außerdem Bürotratsch und Lästereien Tabu: „Ich bin immer ganz hellhörig, wenn sich jemand über die Schwächen anderer lustig macht. Dann denke ich: Das erzählt der über mich genauso.“

Fettnäpfchen im Büro #2: Unordnung

„Die Hölle, das ist der andere“, wusste schon Jean-Paul Sartre. Ob er dabei an Großraumbüros gedacht hat, bleibt unklar. Vor allem dort, wo viele Mitarbeiter gemeinsame Räumlichkeiten beanspruchen, kann es zu Konflikten kommen, wenn nicht alle die gleichen Maßstäbe an Ordnung und Sauberkeit haben.

Dass man seinen Schreibtisch aufgeräumt halten sollte, um Dokumente nicht zu verlieren und den Überblick zu behalten, leuchtet ein. Die kommunikative Wirkung einer ordentlichen Arbeitsumgebung ist jedoch ebenfalls nicht von der Hand zu weisen: Ein zugemüllter Schreibtisch zeugt bei Kollegen und Vorgesetzten für mangelnde Organisation und Zuverlässigkeit. Und was ein Papierkorb signalisiert, über dem schon die Fliegen kreisen, müssen wir wohl nicht extra ausführen.

Ist beim Schreibtisch klar, wer ihn aufzuräumen hat, können am Kopierer oder in der Teeküche Zuständigkeiten leicht verschwimmen. Wer beim Papierstau jedoch einfach zum nächsten Drucker rennt, anstatt das Problem zu beheben, oder wer seine benutzte Kaffeetasse nicht in den Geschirrspüler stellt, handelt sich mittelfristig Ärger mit den Kollegen ein. Auch wenn im Einzelfall gute Gründe vorliegen können, wieso man gerade überhaupt keine Zeit hat, den Kopierer mit neuem Papier zu bestücken: Denken Sie mit.

Fettnäpfchen im Büro #3: Rücksichtslosigkeit

Zwar legt es kaum jemand darauf an, sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen zu verhalten, aber auch die Geduld der nachsichtigsten Mitarbeiter ist irgendwann erschöpft. Dabei sind die Möglichkeiten, anderen auf die Nerven zu gehen, vielfältig: ob durch Musikhören, Selbstgespräche, laute Privattelefonate oder Essen am Schreibtisch. Viele Fettnäpfchen lassen sich umgehen, indem man potenzielle Störquellen so weit wie möglich von seinen Kollegen fernhält. Und wenn Sie unsicher sind, ob ihr Kollege etwas dagegen hat, wenn Sie das Fenster aufreißen: fragen Sie ihn.

Fettnäpfchen im Büro #4: Regeln

Sich an die Regeln und Gepflogenheiten zu halten, sollte ebenfalls selbstverständlich sein. Dennoch hapert es daran immer wieder. Machen Sie sich so früh wie möglich mit den ausgesprochenen und unausgesprochenen Gesetzen Ihres Arbeitsumfeldes vertraut. Das betrifft vor allem Dresscode-Fragen, aber auch die Einhaltung von Uhrzeiten und Organisationsabläufen. Versuchen Sie jeden Fehler maximal einmal zu begehen. Wer zu spät zum Meeting kommt, setzt sich leise hin und entschuldigt sich später dafür. Vermeiden Sie unangemessene Kleidung und wählen Sie im Zweifelsfall lieber ein zu konservatives Outfit.

Beim Thema Fettnäpfchen gilt grundsätzlich: Machen Sie sich schlau, beobachten Sie andere und reden Sie mit ihnen, nehmen Sie Rücksicht und seien Sie verbindlich. Wer sich an diesen §1 der Büroordnung hält, der wird auch mit den entscheidenden Themen der Karriere weniger Mühe haben.

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