Positives Denken ist gesundheitsförderlich, macht glücklich und hilft beim Überwinden großer Herausforderungen. Dennoch sollte man sich nicht dazu zwingen – zum Teil, kann dies sogar noch mehr Stress hervorrufen. Wir sagen Ihnen heute, wie man ganz ohne Zwang und Verdrängung die positive Denkweise trainieren kann.

Positives Denken Niemand kann immer und jederzeit gut drauf sein. Selbst reine Optimisten haben nicht ständig gute Laune. Und das muss man auch gar nicht. Vielmehr hilft es, die eigenen Gefühle, egal ob negativer oder positiver Natur, anzunehmen.

Dennoch haben viele Menschen Schwierigkeiten damit, die guten Dinge im Leben zu erkennen. Gerade in besonders schweren Lebensphasen oder an stressigen Tagen, neigt man dazu, alles als schlecht abzutun – obwohl fast jeder Tag auch etwas Positives bereithält. Das liegt unter anderem daran, dass wir negative Gefühle als stärker bewerten und empfinden.

Um dem entgegenzuwirken und die guten Dinge im Leben erkennen zu können, gibt es eine Reihe Trainingsmethoden. Denn positives Denken und eine optimistische Grundhaltung sind in den wenigsten Fällen angeboren und lassen sich mittels kleiner Übungen steigern – auch ohne, dass man sich zu einem Lächeln zwingen muss oder die schlechten Gefühle jederzeit verdrängt.

Gefühle erkennen

Ein wichtiger Faktor um positives Denken zu fördern, ist es, die guten Dinge auch erkennen zu können. Negative Emotionen lassen sich meist sofort wahrnehmen – so beispielsweise eine tief sitzende Angst, die mit Schweißausbrüchen einhergeht oder Trauer, die sich mittels Tränen Ihren Weg bahnt. Doch die guten Gefühle sind meist weniger intensiv und werden deshalb häufig gar nicht bewusst empfunden.

Ein Beispiel: Sie streiten sich mit Ihrem Lebenspartner – dies kann selbst durch eine Belanglosigkeit wie eine offen stehende Kühlschranktür herbeigeführt sein. Aber so gering die Streitursache auch sein mag, die negativen Gefühle nehmen überhand und der Ärger ist sicher intensiver als die Freude an den 364 Tagen, an denen man sich nicht gestritten hat – denn das ist ja Alltag.

Und genau hier liegt der Kern der Sache: Unser Alltag hält eigentlich viele schöne Momente für uns bereit, die wir aber häufig als selbstverständlich abtun. Wenn etwas einfach funktioniert und reibungslos vonstattengeht, wird dies geringer gewichtet als das Ereignis, dass den alltäglichen Ablauf stört. Deshalb ist es wichtig, sich auch die kleinen, positiven Aspekte des Lebens bewusst zu machen – und wer das schafft, der erkennt die guten Dinge nicht nur, er erlebt sie auch umso intensiver.

Training ohne Zwang

Eine Methode um positives Denken zu fördern, ist der häufig genannte Tipp, ein Glückstagebuch zu führen. Schreiben Sie abends einfach in ein paar Zeilen, was Sie den Tag über Schönes erlebt haben. Ob ein gutes Gespräch, eine Shopping-Tour oder auch intensive Glücksmomente wie eine neue Liebe – das Leben hat viele schöne Seiten, die es zu erkennen gilt. Ähnlich wie bei dem „expressiven Schreiben“ von James Pennebaker, bei dem man die negativen Erlebnisse zu Papier bringen soll, um sie besser zu bewältigen, kann man sich dadurch die Gefühle bewusster machen. Zudem ist es eine schöne Erinnerung, die vielleicht beim späteren Durchblättern ganz automatisch und ohne Zwang ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Ein zweiter, häufig genannter Tipp, ist es, seinen Alltag aktiv, selbstbestimmt und positiv zu gestalten. Sicherlich kann auch das nicht immer funktionieren. Aber wer einen stressigen Arbeitstag vor sich hat und am Feierabend eine Verabredung mit guten Freunden einplant, kann sich bereits während des langwierigen Meetings auf das positive Ereignis danach freuen. Versuchen Sie also erfreuliche Erlebnisse in den Alltag zu integrieren. Kochen Sie etwas mit der Familie, lesen Sie ein gutes Buch oder gönnen Sie sich eine Massage – Gestalten Sie auch schwierige Tage durch schöne Aktivitäten angenehmer, damit die negativen Aspekte nicht überhand nehmen.

Möglichkeiten bewusst machen

Zum positiven Denken gehört es aber nicht nur dazu, die guten Momente im Leben zu erkennen, sondern sich auch, sich die Entscheidungsmöglichkeiten im Alltag bewusst zu machen. Denn dies hilft sowohl bei der aktiven Gestaltung des Tagesablaufs wie auch dem Überwinden von Herausforderungen. Wer vor einer schweren Entscheidung steht oder eine Situation als ausweglos betrachtet, sollte demnach nochmal genauer hinsehen, welche Wahlmöglichkeiten er hat. Um sich dessen gewahr zu werden, empfiehlt es sich das Problem und die Lösungsmöglichkeiten aufzuschreiben. Definieren Sie dann gegebenenfalls auch die Argumente, die dafür oder dagegen sprechen, um noch sicherer zu einer Lösung zu kommen.

Ein Beispiel bietet die Unzufriedenheit im derzeitigen Beruf. Ergründen Sie zunächst, wodurch das Problem entsteht. Sind es die Kollegen, der Chef, die Aufgaben, das Gehalt oder vielleicht die Länge des Arbeitswegs? Schreiben Sie dann entsprechend die Alternativen auf. Beim Gehalten können Sie beispielsweise eine Erhöhung fordern, einen neuen Job suchen oder nach einer höheren Position im bisherigen Unternehmen streben. Auch andere Vergünstigungen oder Zuschüsse könnte man in Betracht ziehen – je nachdem, was Sie erreichen wollen.

Auch hier zeigt sich wieder, positives Denken ist keine Pflicht oder automatische Gegebenheit, sondern eher ein Effekt durch bewusstes empfinden, leben und handeln. Und wer seine Gefühle kennt und versteht, wer Probleme zu lösen vermag, statt sich zu verstellen, das Leben angenehm nach den persönlichen Wünschen gestaltet – der steigert ganz automatisch das eigene Wohlbefinden – ganz ohne Zwang oder Verdrängung der negativen Gefühle.


Lesen Sie auch:

Positives Denken – aber ohne Zwang: Teil I

Glücklich durch selbstbestimmtes Handeln

So setzen Sie Ihre Neujahrsvorsätze um

Zehn Tipps für mehr Ausgeglichenheit, Energie und Lebensfreude

Don´t Worry, be Happy – So denken Optimisten

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *