Sie haben das Bewerbungsverfahren und das Vorstellungsgespräch überstanden? Glückwunsch! Jetzt gilt es nur noch den Vertrag zu unterschreiben. Doch auch dabei sollten Sie nicht unachtsam oder übereilt handeln, sondern alles ganz genau prüfen. Auf diese Punkte müssen Sie beim Arbeitsvertrag achten:

1. Nur schrifltich

Auch wenn Verträge per Handschlag in Deutschland Gültigkeit haben, sollten Sie immer darauf achten, dass Sie einen schriftlichen Vertrag erhalten, in dem alles genau ausformuliert ist, was sie mündlich vereinbart haben. Schließlich müssen Sie im Notfall vor Gericht belegen können, was abgesprochen wurde.

2. Beginn und Dauer des Arbeitsverhältnisses

Es sollte klar das Datum des ersten Arbeitstags im Vertrag formuliert sein und natürlich sollten Sie darauf achten, dass dies auch der vereinbarte Zeitpunkt ist. Sonst könnte es zu Schwierigkeiten mit Ihrem früheren Arbeitgeber kommen. Zudem sollten Sie genau kontrollieren, ob und in welchem Rahmen eine Befristung besteht. Klären Sie diese am besten schon im Vorhinein. Selbst wenn eine Befristung mittlerweile üblich ist, muss sie immer schriftlich festgehalten sein, sonst ist sie nicht zulässig.

3. Probezeit

Die Probezeit darf nicht länger als sechs Monate dauern. Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass eine Kündigung in dieser Zeit binnen zwei Wochen ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten möglich ist.

4. Stellenbezeichnung und Aufgabenbeschreibung

In diesem Abschnitt sollte Ihre neue Titelbezeichnung stehen und welche Aufgaben Sie zu erfüllen haben. Eine detailliertere Aufzählung gibt Ihnen dabei eine bessere Orientierung – auch müssen Sie hierbei wieder darauf achten, ob etwas aufgeführt ist, dass bisher nicht angesprochen wurde.

5. Gehalt

Vor allem beim Gehalt wird gerne mal getrickst. Hier sollten Sie ganz genau nachsehen, dass Sie auch vertraglich erhalten, was Sie gefordert oder abgestimmt haben und wann der Lohn ausgezahlt wird. Beachten Sie dabei, dass im Arbeitsvertrag immer der Bruttobetrag aufgeführt ist. Prüfen Sie deshalb, was am Monatsende davon übrig bleibt.

6. Arbeitszeit

Hier wird noch einmal deutlich aufgeführt, wie viele Stunden Sie pro Woche für das Unternehmen arbeiten sollen. In den meisten Unternehmen ist eine 40-Stunden-Woche üblich. Allerdings stehen hier nicht nur die Gesamtstundenzahl, sondern auch die konkreten Arbeitszeiten. Achten Sie darauf, ob auch dieser Punkt vorher so besprochen wurde oder ob es zu Differenzen kommt. Beispielsweise sollten sich die eigenen Arbeitszeiten nicht mit den Öffnungszeiten der Kindertagesstätten überschneiden, sofern Sie Ihr Kind morgens hinbringen und nachmittags abholen müssten. In diesen Fällen ist es ratsam das Thema vor Vertragsabschluss anzusprechen und eventuell um Änderungen zu bitten.
Weiterhin ist bei der Arbeitszeit üblicherweise auch die Pausendauer aufgeführt. Bei einem regulären Arbeitstag von acht Stunden steht Ihnen laut Gesetz mindestens eine Pause von 30 bis 45 Minuten zu – darauf sollten Sie nicht nur in Ihrem Interesse achten. Auch Ihr Arbeitgeber macht sich strafbar, wenn er keine Pausen verordnet.

7. Überstunden

In jedem Beruf kann es mal zu Überstunden kommen. Deshalb sollte im Vertrag genau geregelt sein, wie mit dieser zusätzlichen Arbeitszeit verfahren wird. Wird die überschüssige Zeit bezahlt oder kann Sie an anderen Arbeitstagen ausgeglichen werden? Prüfen Sie die Modalitäten ganz genau. Sollte es keinen Abschnitt im Vertrag geben, der den Umgang mit Überstunden definiert, sollten Sie dies ansprechen und einen entsprechenden Abschnitt vom Arbeitgeber mit aufnehmen lassen.

8. Urlaub

Laut den gesetzlichen Regelungen stehen Ihnen mindestens vier Arbeitswochen Urlaub im Jahr zu. Dies sind bei einer Fünftagewoche 20 Tage und bei einer Sechstagewoche 24 Tage, wobei die meisten Unternehmen mehr Urlaub gewähren. Daneben muss aber auch im Vertrag stehen, bis wann Sie einen Jahresurlaub zu nehmen haben, damit er nicht verfällt, oder ob es Zeiten der Urlaubssperre gibt.

9. Prämien und Vergünstigungen

Gibt es Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Vergünstigungen oder Überschussbeteiligungen? All dies sollte im Vertrag aufgeführt sein. Ebenso, ob Ihnen ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt wird oder Sie Zuschüsse für Ihren täglichen Arbeitsweg erhalten. Ist davon nichts festgehalten, obwohl es Ihnen versprochen wurde, stehen Ihnen diese Sachen auch nicht automatisch zu. Sprechen Sie das Thema also lieber an, wenn es diese Vereinbarungen gab, und lassen Sie einen Abschnitt hierfür vom Arbeitgeber mit aufnehmen.

10. Kündigungsfristen

Nach der Probezeit besteht grundsätzlich eine Kündigungsfrist von einem Monat. Dies kann entweder bis zur Monatsmitte oder zum Monatsende erfolgen. Bei Aushilfstätigkeiten in kleineren Betrieben mit unter zehn Mitarbeitern kann es auch zu kürzeren Kündigungsfristen kommen. Das sollten Sie vor allem dann beachten, wenn Sie später einmal wechseln wollen und Sie von einem neuen Arbeitgeber nach dem frühestmöglichen Eintrittstermin gefragt werden.


Grundsätzlich sollten Sie auch alle anderen Punkte des Vertrages genau überprüfen und darauf achten, ob alle Details, die mündlich vereinbart wurden, nun auch schriftlich festgehalten sind. Sollten Sie sich bei dem Vertrag oder einigen Abschnitten unsicher sein, ist es ratsam, das Schriftstück in die Hände eines Anwalts zu geben.
So können Sie immer sichergehen, dass Ihre Unterschrift kein böses Erwachen nach sich zieht und Sie können sich einfach voll und ganz auf Ihren neuen Job konzentrieren.

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