Wenn sie nicht gerade Profifußballer sind oder Formel-1-Weltmeister, können die wenigsten Topathleten von ihrem Sport leben. Viele greifen auf die Hilfe ihrer Eltern zurück, aber eine berufliche Perspektive für die Zeit, wenn Preisgelder und Werbeverträge ausbleiben, bietet das natürlich nicht. Wer also fördert Sportler, während sie um Medaillen kämpfen und wer unterstützt sie danach?

Die deutsche Förderungslandschaft für Sportler ist unübersichtlich, weil föderal. Es fehlt an einer zentralen Anlaufstelle, die dabei hilft frühzeitig herauszufinden, wie eine Karriere nach der Karriere aussehen könnte und wie sich die Weichen dorthin stellen lassen. An Förderungsmöglichkeiten an sich mangelt es hingegen nicht.

Die erste Adresse ist vielfach die Deutsche Sporthilfe. Seit ihrer Gründung 1967 hat die Stiftung 375 Millionen Euro zur Unterstützung von Sportlern investiert. Derzeit fördert sie etwa 3800 Athleten, aktive wie ehemalige.

Auf die Deutsche Sporthilfe kann verzichten, wer einen Platz in einer der 15 Sportfördergruppen der Bundeswehr bekommt oder in der Spitzensportförderung der Bundespolizei. Dieser Weg bietet sich jedoch längst nicht jedem an. Neben der Verpflichtung zum Zeitsoldaten oder Polizisten müssen an einer solchen dualen Karriere interessierte Athleten aus bestimmten Disziplinen kommen. Insbesondere Wintersportler haben gute Karten – im Gegensatz zu Leichtathleten.

Gezielte Suche lohnt sich


Bliebe die freie Wirtschaft. Der Personaldienstleister Adecco unterhält ein vom Olympischen Komitee anerkanntes Athletenprogramm, das den Weg in die Arbeitswelt erleichtern soll. Daneben ist vor allem der Finanzsektor aktiv. Die Deutsche Bank fördert Sportler ebenso wie die Sparkassen. Gerade bei letzteren muss man jedoch genau hinsehen, da gerade hier Athleten regional unterstützt werden. So fördert die Kreissparkasse Stade nur Ballsportler aus dem Umland.

Auch für Talente aus nichtolympischen Disziplinen gibt es Förderungsmöglichkeiten. Und auch hier lohnt eine gezielte Suche. Der ADAC zum Beispiel bietet spezielle Programme zur Unterstützung des Motorsportnachwuchses. Und manchmal führen selbst die verschlungensten Förderungswege zu interessanten Karrieremöglichkeiten: So vergibt die Universität Leipzig Stipendien für eine internationale Trainerausbildung – im Auftrag des Auswärtigen Amtes: „Die Bewerbungen sind an die Botschaft in Seoul zu richten.“

Bei der Planung der Karriere nach der Karriere sind von Sportlern eben nicht nur ihre ureigenen Stärken wie Disziplin und Ehrgeiz gefragt, sondern auch Um-die-Ecke-Denken. Aber auch das bereitet ja schon auf die Arbeitswelt vor.

Cord Krüger

Morgen lesen Sie im dritten Teil der Serie: „Die Hürden für Spitzensportler“, wie schwer der Berufseinstieg für Topathleten wirklich ist und auf welche Eigenschaften sie sich dabei besinnen sollten.

Hier geht es zu Teil I der Serie: Was kommt nach der Sportkarriere?

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  1. Connie Vanpelt

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