Vor einer Woche war endlich Sommeranfang. Davon spüren wir bisher jedoch nicht sehr viel. Es bleibt grau, regnerisch und die Temperaturen an der 20-Grad-Grenze. Bei vielen Menschen schlägt so ein Wetter aufs Gemüt. Doch auch bei wenig Sonnenschein muss die Sommerlaune nicht wegbleiben.

Die Sonne scheint, die Kleidung wird knapper, die Eisdielen voller und das Lachen lauter. Das Licht der Sonne löst etwas in uns aus. Nicht nur behagliche Wärme, sondern auch Glückshormone wie Serotonin und Endorphine werden ausgeschüttet.  Wie Neurobiologen und Stressforscher der Universität Göttingen herausgefunden haben, steigt  mit dem Serotoninspiegel nicht nur unser Wohlbefinden, wir werden auch von unserer Umgebung eher als Führungspersönlichkeit angesehen. Serotonin macht also nicht nur glücklich, sondern auch erfolgreich. Endorphine  wiederum fungieren auch als natürliches Schmerzmittel. Sie steigern die Immunabwehr und machen uns munter. Aber was tun, wenn die erhofften und langersehnten Sonnenstrahlen weiter fern bleiben?
Vergehen muss die Sommerlaune deshalb nicht. Mit einigen Tipps kann man die Glückshormone beeinflussen und auch ein bewölkter oder regnerischer Tag kann mit einem Lächeln beginnen.

Tipp 1: Frische Luft tanken

Selbst wenn die Sonne hinter Wolken hängt – draußen ist immer mehr Licht zu holen, als in irgendwelchen Räumlichkeiten. Schauen Sie also nicht mit enttäuschter Miene aus dem Fenster, sondern machen Sie einfach einen Spaziergang. Sogar bei einem Sommerschauer kann es zu zweit unterm Schirm sehr angenehm sein. Ihr Serotoninspiegel steigt definitiv schneller an als vor dem Fernseher.

Tipp 2: Sport, Sport und nochmals Sport

Diesen Tipp findet man eigentlich überall, wenn es ums  Wohlbefinden geht: Wer fit ist und Sport treibt, fühlt sich automatisch besser. Sport hält nicht nur den Körper gesund, er  sorgt auch für eine Menge Glückshormone. Ein Phänomen, das Langstreckenläufer gut kennen: Irgendwann fühlt sich der Körper so leicht an, dass man denkt ewig weiterlaufen zu können. Dieses „Runner`s high“ (dt. Läuferhoch) wird von einer vermehrten Ausschüttung der Endorphine hervorgerufen und kommt in kleineren Mengen bei jeder Sportart vor.

Tipp 3: Soziale Kontakte & Nähe

Der Mensch braucht ein soziales Umfeld – dass finden auch unsere Hormone. Nicht nur, dass gemeinsames Lachen einfach ansteckend und befreiend ist, es wirkt sich auch auf das Wohlbefinden aus. Daneben kommt noch der Aspekt der körperlichen Nähe hinzu. Schon ein sanftes Streicheln oder eine liebe Umarmung fördern das Hormon Oxytocin – das „Kuschel“- oder „Mutter“-Hormon. Dieser Botenstoff ist zum Teil für die Schmetterlinge im Bauch verantwortlich, soll aber auch zu großer Fürsorglichkeit führen und demnach häufig bei Müttern vorkommen. In jedem Fall macht uns aber auch dieses Hormon glücklicher und ausgelassener und lässt sich durch angenehme, körperliche Nähe hervorrufen.

Tipp 4: Die Ernährung

Oft hört man, dass Serotonin in Schokolade und Bananen enthalten sein soll. Das stimmt zwar, lässt sich aber weder pauschalisieren, noch ist das ein Wundermittel für gute Laune. Beispielsweise sind in  Schokolade mit  höherem Kakaoanteil auch mehr Botenstoffe enthalten –  niemals jedoch so viele, dass es unseren Serotoninspiegel entscheidend anheben würde. In der handelsüblichen Vollmilchschokolade findet sich sogar nur ein sehr geringer Anteil. Es bringt also nichts seine Nahrung nur auf die Lebensmittel umzustellen, die die Botenstoffe enthalten. Tafelweise Schokolade oder ganze Bündel Bananen zu futtern – das  führt auf Dauer eher  zu Magenproblemen als zu Glücksgefühlen.
Viel mehr hilft eine ausgewogene Ernährung und der reduzierte Genuss ausgewählter Hormonlieferanten. Kleine Hormonschübler können auch andere Lebensmittel wie etwa Weizen, Hafer, Dinkel, Nüsse, Soja und Milchprodukte sein – trotzdem muss immer bedacht werden, dass mehr nicht gleich besser ist und alles in Maßen genossen werden sollte.
Wer aber alle vier Tipps beachtet und für sich nutzt, kann der Sommerlaune auf die Sprünge helfen, selbst wenn die Gewitterwolken bleiben.

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *