Menschen neigen dazu Stress und negativen Ereignissen mehr Gewicht beizumessen als positiven. Wir erinnern uns detaillierter an schlechte Erfahrungen, während die schönen Gefühle nach kurzer Zeit verblassen. Wenn wir glücklich sind, lassen wir uns schnell wieder nach unten ziehen – wenn wir wütend sind, fällt es uns dagegen viel schwerer wieder loszulassen und zu lächeln. 

Aber was kann man dagegen tun?

Fotolia.com - Stress im AlltagFünf Minuten bis zum Auswärtstermin. Vor Ihnen tauchen Warnblinker auf der Autobahn auf. Sie stehen in einem zehn Kilometer langen Stau– nichts geht mehr. Gerade in der Zeit der Sommerferien, sind Verkehrsbehinderungen fast unvermeidbar. Aber natürlich lassen Sie sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, lehnen sich zurück und genießen lächelnd die Musik, während Sie darauf warten, dass es weitergeht. Oder? Sollten Sie eher zu der Fraktion gehören, die mittels Hupe den Vordermann zur Weiterfahrt bewegen will und die unsichtbaren Radiomoderatoren anschreit, weil gar kein Stau für diese Strecke gemeldet wurde, dann haben wir hier fünf Tipps, wie Sie solche Stress-Situationen im Alltag gelassener bewältigen können:

1. Handeln Sie selbstbestimmt

Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand. Wenn Sie im Stau stehen, können Sie natürlich meckern und zetern, die Autos vor Ihnen werden trotzdem nicht schneller ins Rollen kommen. Stattdessen sollten Sie herausfinden, ob es eine mögliche Umleitung gibt oder Sie sollten zum Telefon greifen und Ihren Termin vorsichtshalber verschieben. Schließlich kennen auch viele Geschäftspartner Ihre derzeitige Situation –  kaum einer hat jedoch Verständnis dafür, wenn Sie ohne eine Nachricht eine halbe Stunde zu spät kommen. So lange sie die Möglichkeit haben, eigenständig zu handeln, lassen Sie Ihr Leben nicht von anderen oder einer Situation bestimmen und lenken.


 

2. Nehmen Sie es hin und machen das Beste daraus

Sie wollten heute mit Freunden an den Strand – sonnen, grillen und Spaß haben. Aber sobald Sie einen Blick aus dem Fenster werfen, merken Sie, dass Ihr Plan ist ins sprichwörtliche Wasser gefallen ist: Blitze, Donner und große Hagelkörner sind kein angenehmes Strandwetter.
Sie könnten sich jetzt den ganzen Nachmittag darüber ärgern und sich einigeln, aber das wird die dunklen Wolken herzlich wenig interessieren und Ihr Tag wird mindestens so trübe verlaufen wie das Wetter vor der Tür. Überlegungen, man hätte doch lieber schon heute früh hingehen sollen, bringen auch nicht viel – oder wollten Sie beim Baden im See vom Gewitter überrascht werden?
Das Einzige was hilft: immer eine gute Alternative finden.
Es gibt auch Elektro-, Tisch- oder Raclettegrills. Ihre Freunde haben sich immer noch den Tag für Sie freigehalten und statt sich zu sonnen, kann man sich einen gemütlichen Filmeabend machen. Statt Bocciakugeln in den Sand zu werfen, können Sie auch eine überdachte Bowlinghalle oder den Billardtisch in einer Bar aufsuchen und fast jeder Haushalt ist mit einem Kartenspiel ausgestattet.

3. Verfallen Sie nicht in Aktionismus

Manche Situationen erfordern, dass Sie handeln. Aber ändern Sie nicht gleich alles auf einmal.
Ihr Chef weist Sie beispielsweise auf einen Fehler hin? Machen Sie es das nächste Mal einfach besser, freuen Sie sich über konstruktive Kritik und danken Sie ihm. Schließlich gibt er Ihnen die Möglichkeit sich zu verbessern und verschweigt es nicht, bis er es Ihnen als Grund für den Rauswurf auftischt.
Schmeißen Sie also nicht gleich alle Aufgaben hin und reichen die Kündigung ein oder schuften sich 14 Stunden im Büro an den Rand des Burn-outs, um einem Rauswurf zu entgehen. Registrieren Sie es, analysieren Sie es in Ruhe und arbeiten Sie daran genau diesen Punkt zu verbessern. Fragen Sie sich auch, weshalb Sie den Fehler gemacht haben und arbeiten gezielt an diesem Vorgang.

4. Sie müssen nicht perfekt sein

Jeder kennt den Spruch „Nobody is perfect“ (dt. Niemand ist perfekt). Und in vielen Bereichen trifft er zu. Manchmal kann man gar nicht perfekt sein und oft stehen einem die eigenen Gedanken dabei noch im Weg. Selbst wenn man etwas sehr gut gemacht hat, tendiert man dazu, es abzuwerten.
Oft kommen auch Selbstzweifel dazu, zum Beispiel wenn Sie für Familie oder Freude kochen: Sind die Teller leer, hat die Menge nicht gereicht, bleibt etwas übrig, hat es wohl nicht geschmeckt. Egal was die Gäste sagen.
Durch diese Gedanken setzt man sich selbst bloß noch mehr unter Druck und versucht etwas zu verbessern, was vielleicht gar nicht besser sein könnte. Nehmen Sie also Lob und Komplimente an, ohne etwas zu Tode analysieren zu wollen. Außerdem ist es doch langweilig, wenn einer immer alles perfekt macht und keine Ecken und Kanten hat, oder?

5. Rufen Sie sich schöne Dinge ins Gedächtnis

Fotolia.com - positives DenkenAuch wenn der Tag nicht immer erbaulich ist, führen positive Gedanken  zu einer positiven Stimmung und damit zu positiven Handlungen und Ereignissen.
Grundsätzlich neigt man dazu, sich mehr und länger über den Ärger im Büro aufzuregen als sich über einen schönen Abend mit seiner Familie zu freuen. Versuchen Sie das abzuschalten.

Lassen Sie den Ärger raus, aber nicht den ganzen Tag und lassen Sie ihn schon gar nicht den Abend mit der Familie verderben. Atmen Sie lieber einmal durch und versuchen sich die schönen Erlebnisse des Tages ins Gedächtnis zu rufen. Was war heute positiv? Wofür waren Sie dankbar? Vielleicht hat Ihnen jemand Kaffee ans Bett gebracht oder Frühstück gemacht? Auch solche Erinnerungen zaubern ein Lächeln auf die Lippen.
Und selbst wenn Ihr Tag wirklich von einem Ärger zum nächsten taumelte und Ihnen nichts Gutes einfällt, fragen Sie andere – egal ob Familie oder Freunde – was sie heute schönes erlebt haben. Positive Gefühle sind nämlich ansteckend.


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