„Bitte senden Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen unter Nennung des frühestmöglichen Eintrittstermins und Ihrer Gehaltsvorstellungen an…“ – So, oder so ähnlich, enden die meisten Stellenausschreibungen. Aber wissen Sie eigentlich, wie viel Gehalt Sie verlangen sollten und wie Sie die Gehaltsvorstellung formulieren?

© macgyverhh - Fotolia.comGerade für Absolventen und Berufsanfänger gehört es zu einer der schwierigsten Aufgaben, den richtigen Gehaltswunsch zu formulieren. Denn es geht schließlich nicht nur darum, was Sie gerne als Lohn bekommen würden, sondern auch, was branchenüblich ist und wie viel man mit dem entsprechenden Abschluss und der Berufserfahrung verlangen kann. Dazu kommen natürlich noch die Einschätzungen vom Unternehmen: Wer zu viel fordert, wird schnell aussortiert – wer sich hingegen weit unter Wert verkauft, macht den Eindruck, als hätte er sich nicht informiert oder würde einfach dringend einen x-beliebigen Job brauchen.

All diese Faktoren müssen berücksichtigt werden. Deswegen geben wir Ihnen heute ein paar Tipps, wie Sie diese Gratwanderung erfolgreich meistern.

Die Recherche

Zunächst sollten Sie feststellen, wie die branchenübliche Bezahlung für die jeweilige Position ist. Hier empfiehlt es sich, einen Blick in die kostenlosen online Gehaltsvergleichsportale zu werfen. Achten Sie – falls vorhanden – auch auf die regionalen Unterschiede und auf die demografischen Merkmale wie Abschluss, Geschlecht oder Alter.

So verdienen Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss laut der Studie der Hans-Böckler-Stiftung im Gesamtdurchschnitt 3400 Euro brutto monatlich – promovierte Absolventen bekommen im Schnitt sogar 4220 Euro, der Magisterabschluss bringt hingegen nur 2620 Euro am Anfang.

Doch der Abschluss ist nur einer von vielen Faktoren: Hinzu kommt die Berufserfahrung, ob Personalverantwortung übernommen werden muss oder wie groß das Unternehmen ist, für das man arbeiten möchte. Eine Übersicht, was das Gehalt beeinflusst, finden Sie in der untenstehenden Info-Grafik von Gehalt.de.

Formulierung des Gehaltswunsches

Wenn Sie sich entschieden und alle Faktoren gegeneinander abgewogen haben, gilt es die Gehaltsvorstellungen in der Bewerbung zu formulieren. Diese sollte in der Regel am Ende des Anschreibens stehen. Bei Bewerbungen per E-Mail können Sie sie aber auch zusammen mit dem frühestmöglichen Eintrittstermin in die Textnachricht schreiben.

Geben Sie dann immer das Brutto-Jahreseinkommen an und überlegen Sie, ob Sie einen fixen Betrag oder einen Rahmen nennen wollen.

Fester Betrag:

Meine Gehaltsvorstellung orientiert sich an dem Durchschnittsgehalt für „Stellenbezeichnung nennen“ und liegt bei XX TSD Euro brutto im Jahr.

Entsprechender Rahmen:

Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen XX TSD und XX TSD Euro brutto im Jahr.

Wenn Sie trotz eines festen Betrags Redebereitschaft signalisieren möchten, können Sie das Wort „Verhandlungsbasis“ hinter Ihre Vorstellungen setzen:

Meine Gehaltsvorstellung liegt bei XX TSD Euro brutto im Jahr Verhandlungsbasis.


Alles Weitere, beispielsweise, ob Sie bei weiteren Vergünstigungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Firmenwagen) auch für weniger Geld arbeiten würden, können Sie im späteren Vorstellungsgespräch verhandeln, wenn der potenzielle Arbeitgeber das Gehalt thematisiert.


 Infografik Gehaltsunterschiede:

Die entscheidenden Einflussgroessen auf das Gehalt

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