Eine überzeugende Körpersprache gehört zu den wichtigsten Elementen des beruflichen Erfolgs. Gestik und Mimik sind für einen souveränen Auftritt unabdingbar. Mit diesen fünf Übungen können Sie Ihre Körpersprache ganz leicht verbessern:

1. Beschreiben Sie die Körpersprache anderer

man with briefcaseBetreiben Sie Feldforschung: Nehmen Sie sich Zeit, die Körpersprache anderer genau zu studieren, ihre Mimik und Gestik, wie sie gehen und stehen. Setzen Sie sich eine halbe Stunde ins Café. Besuchen Sie das Theater oder eine Ausstellung. Schauen Sie Fernsehen oder einen Videofilm ohne Ton.

Lassen Sie Ihren Blick umher schweifen und suchen Sie nach typischen Situationen der Interaktion: nach jemandem, der seinen Staus untermauert oder um jemandes Gunst wirbt; nach jemandem, der wartet, erzählt oder nur zuhört.

Versuchen Sie über die Körpersprache so viel wie möglich über die Personen die Sie beobachten zu erfahren und über die Situationen, in denen sich diese befinden. Machen Sie sich Notizen. Wenn Sie einen Film „stumm“ ansehen, können Sie die entsprechende Szene danach noch einmal mit Ton anschauen und überprüfen, ob Sie richtig lagen.

2. Variieren Sie Ihre Lieblingshaltung

Jeder hat eine Körperhaltung, die er häufig einnimmt, eine besonders typische Geste oder einen charakteristischen Gesichtsausdruck. Das muss nicht in den Bereich auffälliger Ticks oder Marotten gehen, aber der eine Kollege sitzt zum Beispiel im Meeting bevorzugt mit verschränkten Armen da, während Ihre Kollegin die Hände stets gefaltet hat. Der wichtigste Teil diese Übung besteht darum darin, Ihre Lieblingshaltung und die Ihrer Kollegen als solche zu erkennen.

Im zweiten Schritt brechen Sie mit eingefahrenen Bewegungsmustern. Verkneifen Sie sich eine Weile bewusst Ihre Standardhaltung. Variieren Sie stattdessen: Halten Sie Präsentationen sonst meist im Sitzen, stehen Sie auf; haben Sie beim Smalltalk häufig die Hände in den Hosentaschen, verschränken Sie sie zur Abwechslung hinter Ihrem Rücken. Sie werden merken, dass Sie dadurch lockerer werden und Anspannung oder Unterspannung von Ihnen abfallen.

3. Nehmen Sie unterschiedliche Körperhaltungen ein

Es gibt zwar viele verschiedene Körperhaltungen, im Berufsleben achtet man aber vor allem auf vier Grundformen: offen, verschlossen, unterspannt und überspannt. Offen wirkt, wer eine aufmerksame, souveräne, freundliche Haltung einnimmt. Als eher verschlossen kommt an, wer Kopf und Oberkörper vorbeugt, misstrauisch guckt oder Blickkontakt generell vermeidet. Zu den Merkmalen einer Unterspannung gehören Lockerheit bis zur Schlaffheit und unkonzentriertes Herumschauen. Überspannung äußert sich in einer umfassenden Steifheit und Starrheit.

Diese vier Grundformen sind weder ausschließlich gut oder schlecht, denn wie überall kommt es auf das rechte Maß an. So kann eine offene Haltung leicht in Distanzlosigkeit kippen und eine Unterspannung auch sympathisch-entspannt wirken.

Bewegen Sie sich auf dem ganzen Spektrum, das diese vier Typen bieten. Loten Sie ganz bewusst die Extreme aus und werden Sie sicher im Umgang mit den Möglichkeiten Ihrer Körpersprache.

4. Wechseln Sie Ihren Status

Mit der Position, die man in einer Hierarchie einnimmt, verbindet man automatisch eine bestimmte Körpersprache. Auch hier ist es wichtig, nicht nur die eigene Stellung zu kennen, sondern flexibel zu sein. Ob man einen höheren oder niedrigeren Status einnimmt, kann sich in der heutigen Arbeitswelt von Situation zu Situation ändern. Häufig lohnt es sich als Statushöherer sogar, eine Weile einen tieferen Status einzunehmen, etwa in einem Fachgespräch mit einem Angestellten, der auf dem fraglichen Gebiet die größere Detailkompetenz besitzt.

Versetzen Sie sich zu Trainingszwecken in ungewohnte Rollen und Situationen. Gehen Sie zu einer Ausstellung mit der Körpersprache von jemandem, der oder die das ganze Museum kaufen könnte. Denken Sie sich eigene Szenarien aus, in denen Sie spielerisch verschiedene Status-Optionen ausprobieren können.

5. Werden Sie zum Bühnenschauspieler

Sie haben bestimmt noch aus Schulzeiten den Faust irgendwo im Bücherregal stehen oder andere Theaterstücke. Nehmen Sie sich eins und rezitieren Sie einen möglichst dramatischen Abschnitt, mehrfach, laut und möglichst theatralisch. Experimentieren Sie mit den Möglichkeiten Ihrer Stimme, lassen Sie mal die Gestik weg und mal nicht. Mit der Zeit werden Sie den Text immer sicherer beherrschen und können sich besser auf Ihren Ausdruck konzentrieren.

Machen Sie ein Spiel daraus und wenn Ihnen dabei nicht zu unbehaglich ist, filmen Sie Ihre Körpersprache dabei. Indem Sie sich in eine Theatersituation versetzen, können Sie gezielt an Ihrer Haltung arbeiten. Mit Shakespeares Julius Caesar geht das einfach besser als mit Standardsätzen aus dem Ratgeber für Vorstellungsgespräche.

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