Kennen Sie das Gefühl, dass alles immer teurer wird? Egal, ob Lebensmittel, Sprit, Heiz- und Stromkosten, Miete oder Kleidung – wofür man früher noch fünf Mark berappen musste, sind heute mindestens fünf Euro fällig. Doch es geht auch günstiger! Wir sagen Ihnen in den nächsten Wochen in unserer neuen Serie, wie Sie schon mit kleinen Kniffen großes Geld sparen können.

Heute zeigen wir Ihnen, wie Sie sich mit geringem Aufwand vor zu hohen Stromkosten schützen.

Es wird nicht nur kälter, sondern bis zum 21. Dezember auch immer dunkler. Nicht umsonst bezeichnet man die Wintermonate auch als dunkle Jahreszeit. Darum müssen jetzt die Lampen schon früher angeknipst werden. Zwar macht das einen Teil der Stromrechnung aus, aber die wirklichen Energiefresser lassen sich woanders finden – und können leicht beseitigt werden. Gerade wenn Sie in diesem Jahr ebenfalls von Ihrem Energieversorger Post bekommen haben und die Kosten dank erhöhter Ökostromumlage gestiegen sind, sollten Sie einige Sparmaßnahmen beachten.

Stand-by heißt nicht Strom-sparend

Ein viel verbreiteter Fehler, der den Energiekonzernen Tausende Euro in die Kassen spült, ist es elektronische Geräte nur im Stand-by Modus laufen zu lassen, statt sie komplett auszuschalten. Dies macht etwa zehn Prozent Ihrer Stromrechnung aus und dafür müssen Sie jährlich bis zu 100 Euro mehr berappen. So kostet es rund 18 Euro im Jahr, wenn PC und Monitor nicht ganz ausgeschaltet sind. Ein Fernseher schlägt mit elf Euro zu Buche.

Also nächstes Mal den Stecker ziehen, den Hauptschalter betätigen oder die Steckdosenleiste ausmachen.

Stromfalle Küche

Die größten Energiefresser sind jedoch nicht der Fernseher oder der Laptop, sie befinden sich in der Küche. So machen Kühl- und Gefrierschränke bis zu 35 Prozent der Stromrechnung aus, und der Herd ist für circa 15 Prozent der Kosten verantwortlich. Zusammen also knapp die Hälfte der Energiekosten. Dabei lässt sich sowohl beim Einfrieren und Kühlen, wie auch am Herd, großes Geld sparen, wenn man Kleinigkeiten beachtet.

Wer langfristig die Kosten durchs Kochen und Backen reduzieren möchte und bereit ist, dafür erst einmal etwas Geld in die Hand zu nehmen, sollte über einen neuen Herd nachdenken. Wer mit Gas kocht, spart zwar im Jahr um die 87 Euro, dennoch ist dies nicht jedermanns Sache und nicht überall ist der Wechsel möglich. In solchen Fällen ist schon das richtige Kochfeld eine Ersparnis. So ist ein Ceranfeld um 10 bis 20 Prozent energieeffizienter als die Gussplatten und ein Induktionsfeld verbraucht sogar 30 Prozent weniger Strom.

Doch schon allein durch bewusstes Kochen und Backen lässt sich die Rechnung senken, ohne dass man viel Geld für den Herdumbau aufbringen muss.

Achten Sie beispielsweise darauf, dass Sie nur zu Beginn die volle Leistung der Kochplatte nutzen und dann runterschalten. Der Topf mit dazugehörigem Deckel sollte immer dicht abschließen, damit keine Energie verloren geht. Achten Sie darauf, dass Topf und Pfanne möglichst die gleiche Größe wie die Herdplatte haben.

Muss ein Braten oder Teig mal länger im Ofen bleiben, sollten Sie das Gerät zehn Minuten vor Ende der Backzeit runterdrehen, da die Nachwärme in den meisten Fällen noch ausreicht und entgegen vielen Rezeptempfehlungen ist es bei den meisten Gerichten nicht nötig, den Backofen vorzuheizen. Dies ist eigentlich nur bei empfindlichem Teig relevant. Der Platz im Ofen sollte aber genauso effizient genutzt werden wie die Hitze. Wollen Sie nur ein Brötchen aufbacken, genügt es meist schon den Toaster dafür einzusetzen – denn der hat einen deutlicher niedrigeren Verbrauch.

Für richtige Sparfüchse lohnt es sich zudem beim Kochen, Wasser im Wasserkocher zu erhitzen, statt auf der Herdplatte – das verbraucht nicht nur 50 Prozent weniger Strom, es geht meist auch schneller.

Noch mehr Geld lässt sich beim Kühl- und Gefrierschrank einsparen, und das fängt schon bei der Wahl der Geräte an. Lassen Sie sich hier am besten von einem Fachmann beraten und greifen Sie nicht immer gleich zum günstigsten Angebot – das kann auf Dauer teuer werden. Beispielsweise spart ein Gerät mit Effizienzklasse A+++ bis zu 100 Euro im Gegensatz zu einem Gerät der Kategorie D.

Daneben beeinflusst auch der Standort der Kühl- und Gefrierschränke  den Energieaufwand. Beide sollten weder neben dem Herd, noch der Waschmaschine oder dem Geschirrspüler aufgestellt werden. Damit sie nicht gegen heiße Luft ankämpfen müssen. Ein Gefrierschrank macht sich deshalb am besten im kältesten Raum des Hauses wie dem Keller.

Ein weiterer Kostenfaktor ist die Temperatureinstellung der Geräte. Empfohlen und ausreichend bei einem Kühlschrank sind sieben Grad, bei der Eistruhe minus 18 Grad.

Regelmäßiges abtauen und reinigen, beispielsweise der Lüftung, helfen ebenfalls, nicht unnötig Energie zu verplempern. Wer das Essen erst einmal abkühlen lässt, bevor er es in den Kühlschrank stellt, spart noch einmal rund zehn Euro pro Jahr.

Es werde Licht

Verglichen mit Küchen- und Unterhaltungsgeräten verbrauchen Lampen viel weniger. Dennoch kann man auch hier einige Euros einsparen und Energiefallen umgehen. Das fängt natürlich bei Energiesparlampen an, hört aber dort nicht  auf. Auch andere Maßnahmen wie ein Bewegungsmelder vor der Haustür oder im Flur und das bewusste Ausknipsen der Lampen bei Verlassen der Räume senken den Rechnungsbetrag.

Daneben kommt vor allem in der vorweihnachtlichen Zeit noch ein weiterer Sparaspekt hinzu. Wer in diesem Monat zum Beispiel nicht auf eine schöne Festtagsbeleuchtung verzichten will, sollte diese mit Zeitschaltuhren versehen, sodass der Stromzähler nicht den ganzen Tag und die ganze Nacht lang rattert. Eine andere Maßnahme stellen Lichterketten mit Leuchtdioden (LEDs) dar. Sie verbrauchen immerhin knapp sechsmal weniger Kilo-Wattstunden als die normale Außenbeleuchtung und verlieren nicht unnötig Energie durch das Erhitzen eines Drahtes. LEDs lassen sich zudem nicht nur bei der Weihnachtsbeleuchtung, sondern auch in den restlichen Wohnräumen verwenden. Dabei sollte man jedoch nicht auf die Billigvariante zurückgreifen, da die Lebensdauer und Qualität in der Farbintensität enorm schwanken kann. Eine solche komplette Umstellung auf Leuchtdioden sollte also wohl überlegt und als dauerhafte Ersparnis angesehen werden.

Und wer es bei der Weihnachtsbeleuchtung etwas altmodisch mag – ganz ohne Stromkosten – kann statt der Lichterkette auch Kerzen im Fensterbrett aufstellen. Die geben vielleicht weniger Licht ab als die Halogenstrahler oder die tausend Glühlämpchen die im Sekundentakt bunt aufleuchten. Dafür schafft Kerzenlicht aber ein viel wärmeres und gemütlicheres Ambiente und gönnt dem Stromzähler eine Pause. Dabei sollte man lediglich genauso wie beim normalen Deckenlicht darauf achten, alles auszumachen, bevor man den Raum verlässt.

Und neben allen Tipps lohnt es sich nicht einen Blick aufs eigene Verbrauchsverhalten zu haben, sondern auch auf den Anbieter. Hierbei können Portale wie check24.de eine schnelle Übersicht liefern, welcher Stromlieferant für den jeweiligen Jahresverbrauch das günstigste Angebot hat. Wer sich dann für einen Wechsel entscheidet, muss in den meisten Fällen nicht mehr tun, als den neuen Vertrag zu unterschreiben – die Kündigung übernimmt im Regelfall der neue Anbieter. Dennoch empfiehlt sich zusätzlich ein Blick in den derzeitigen Vertrag, vor allem wenn man Mindestvertragslaufzeiten vereinbart hat, um ein paar Prozente zu sparen.


Beim Strom gilt also wie schon beim Einkaufen oder beim Heizen: Wer auf kleine Punkte achtet, kleine Handgriffe und Bewegungen nicht scheut, kann alleine dadurch mehr Geld für andere Dinge ausgeben.


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Es geht auch günstiger – Teil I  : So sparen Sie beim Einkaufen

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