Kennen Sie das Gefühl, dass alles immer teurer wird? Egal, ob Lebensmittel, Sprit, Heiz- und Stromkosten, Miete oder Kleidung – wofür man früher noch fünf Mark berappen musste, sind heute mindestens fünf Euro fällig. Doch es geht auch günstiger! Wir sagen Ihnen in unserer neuen Serie, wie Sie schon mit kleinen Kniffen großes Geld sparen können.

Heute zeigen wir Ihnen, wie Sie beim Heizen einige Euros weniger zahlen müssen.

Sobald es draußen kälter wird, werden in Deutschland kollektiv die Heizkörper aufgedreht. Schließlich bibbert man schon vor der Tür genug – da freut man sich daheim über eine wohlig warme Stube. Doch wenn man einfach alle Heizkörper auf die höchste Stufe dreht, verheizt man nur bares Geld und am Ende des Jahres kann das böse Erwachen folgen, wenn die Neben- oder Energiekostenabrechnung im Postkasten liegt. Wer hingegen bewusst heizt und kleine Tipps beachtet, kann die hohen Nachzahlungen ohne frieren zu müssen umgehen.

 

Die optimale Raumtemperatur

Wer die hohen Abrechnungen fürchtet, ist schnell dazu geneigt, alle Heizungen auszustellen und sich lieber auch daheim mit Schal und Pullover einzuwickeln. Doch erstens sollte man auch zu Hause nicht bibbern müssen und zweitens kann dieses Verhalten ganz schön teuer werden, wenn dadurch die Heizkörper einfrieren oder sich durch Tauablagerungen Schimmel bildet.

Sparen können Sie hingegen schon, wenn Sie sich an gewisse Temperaturempfehlungen halten. So sollten in Wohn- und Arbeitsräumen circa 20 Grad und im Schlafzimmer und Küche um die 18 Grad herrschen. Jedes Grad darüber erhöht die Heizkosten um durchschnittlich fünf Prozent.

Allerdings sollten die Räume auch niemals unter 16 Grad liegen – ab diesem Punkt herrscht Schimmelgefahr.

Wer auf Dauer Heizkosten sparen und eine bessere Übersicht über die Temperaturregulierung haben möchte, kann auch elektronische Thermostate anbauen. Diese können zwar in der Anschaffung pro Stück bis zu 90 Euro kosten, dafür lässt sich hier jedoch die gewünschte Raumtemperatur und Zeiträume, in denen geheizt werden soll, exakt einstellen. Jährlich kann man so etwa zehn Prozent Kosten sparen.

Darüber hinaus sollte die Heizanlage niemals, selbst wenn man für längere Zeit in den Urlaub fährt, ganz ausgestellt werden. Denn vollkommen ausgekühlte Räume wieder aufzuwärmen kostet meist mehr Energie als eine konstante regulierte Wärme. Zudem könnten schlimmstenfalls, bei einer Außentemperatur von unter null Grad, die Rohre einfrieren und platzen, wodurch sicherlich höhere Kosten entstehen, als man an den Energielieferanten zahlen müsste.

Wenn Sie länger abwesend sind, empfiehlt sich daher die Frostschutz- oder Nachteinstellung (Eisblumen- oder Mondsichelsymbol).

Funktionalität der Heizkörper und die Möbel Platzierung

Neben der optimalen Temperatur ist aber auch die Wartung und Position der Heizkörper für die Rechnungssumme ausschlaggebend. Thermostate sollten beispielsweise nicht älter als 15 Jahre sein. Nicht nur, dass ältere Thermostate Defekte aufweisen könnten. Neuere Modelle sind auch ausgereifter und lassen sich meist noch effektiver einstellen.

Sollte Ihre Heizung einmal rauschen oder gluckern, kann dies darauf hindeuten, dass sich Luft in den Rohren angesammelt hat. Die Heizkörper benötigen deshalb mehr Energie um die gewünschte Temperatur zu erreichen, was die Energiekosten um ungefähr zehn Prozent erhöht. In diesem Fall sollten Sie die Luft an der Anlage ablassen. Zuvor sollten Sie jedoch nachsehen, ob der Wasserdruck in Ordnung ist. Meist wird dies durch einen farblich markierten Bereich an der Heizungszentralanlage angezeigt. Ist der Druckanzeiger nicht in dem empfohlenen Bereich, füllen Sie zunächst Wasser nach und prüfen Sie, ob das Gluckern immer noch zu hören ist.

Aber auch die Einrichtung ist ausschlaggebend für die Heizeffektivität. Es sollten beispielsweise keine Möbel vor den Heizungen aufgestellt werden und am besten legen Sie auch nichts darauf. Sonst kann die Luft nicht richtig zirkulieren und der Raum wird nicht gleichmäßig warm. Eine zusätzliche Dämmung hinter dem Heizkörper verhindert, dass die kalte Außenwand zu viel Hitze absorbiert.

Bewusstes Lüften und Wärme speichern

Neben der regelmäßigen Wartung und den richtigen Einstellungen am Thermostat bezieht sich richtiges Heizen aber nicht nur auf den Heizkörper an sich. Sie sollten auch darauf achten, wann Sie wie das Fenster aufmachen. Denn selbst im Winter sind Sie als Mieter verpflichtet, ab und zu durchzulüften, um die Schimmelgefahr zu minimieren.

Wer aus Angst vor der Kälte die Fenster zulässt, muss schlimmstenfalls für die Schimmelbeseitigung aufkommen. Wenn Sie hingegen ständig die Scheiben auf Kippstellung lassen, heizen Sie für die Nachbarschaft. Auch hier gilt es also, das richtige Maß zu finden.

Unter anderem raten die Verbraucherzentralen dazu, mehrmals täglich für zehn Minuten stoßweise zu lüften. Die daraus resultierende gesunkene Temperatur kann schneller und mit geringerem Energieaufwand wieder aufgeheizt werden, als wenn die Heizung gegen ein gekipptes Fenster ankämpfen muss.

Wer sich über sein Lüftungsverhalten unsicher ist, kann ein Hygrometer für knapp zehn Euro zur Hilfe nehmen. Dies zeigt die exakte Luftfeuchtigkeit an und weist durch ein rotes Blinken darauf hin, dass die Feuchtigkeit zu hoch ist und die Fenster geöffnet werden sollten.

Daneben sollten die Fenster natürlich möglichst dicht sein, sonst entweicht die Wärme, egal wie bewusst Sie lüften. Kontrollieren Sie deshalb die Rahmen, Dichtungen und schauen gegebenenfalls nach vorhandenen Löchern. Sollten Ihnen starke Mängel, vielleicht sogar ein dauerhafter Luftzug durch ein undichtes Fenster, auffallen, empfiehlt es sich, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen, oder beim Eigenheim über neue Dichtungen, eventuell sogar neue Fenster, nachzudenken.

Darüber hinaus helfen heruntergelassene Rollläden und zugezogene Vorhänge, ebenso wie geschlossene und dichte Türen, die tagsüber erreichte Wärme effektiver zu speichern.


Wer also aufmerksam auf Dichtungen und nötige Wartungsarbeiten achtet, bewusst heizt und lüftet und die Möbel so platziert, dass die warme Luft zirkulieren kann, kommt nicht nur warm, sondern auch günstiger durch die Heizungszeit. Die gesparten Euros können Sie dann statt in die Heizung, beispielsweise in heiße Schokolade, Winterkleidung oder einen schönen Weihnachtsmarktbesuch mit Ihren Lieben investieren.


Lesen Sie auch…

Es geht auch günstiger – Teil I  : So sparen Sie beim Einkaufen

Es geht auch günstiger – Teil III: So sparen Sie Stromkosten

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *