Die Mitarbeitermotivation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Kommt es zur inneren Kündigung, steigen die Krankmeldungen explosionsartig an und Fachkräfte wandern ab. Zudem sind motivierte Mitarbeiter produktiver, engagierter und setzen sich bereitwillig für die Ziele des Unternehmens ein. Doch die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz wächst stetig, wie die diesjährige Studie der Unternehmensberatung Gallup feststellt. Woran das liegt und wie man der inneren Kündigung vorbeugen kann, zeigen wir Ihnen heute.

© Picture-Factory - Fotolia.comNur 15 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland haben eine hohe emotionale Bindung an ihr Unternehmen und sind bereit sich freiwillig für dessen Ziele einzusetzen. Dahingegen setzen sich 61 Prozent der Beschäftigten nur für das Unternehmen ein, weil sie es müssen, und rund 24 Prozent hätten bereits innerlich gekündigt. Das ist das erschreckende Ergebnis des neuen Gallup Engagement Index, für den 2198 Arbeitnehmer wurden.

Fehlende Mitarbeitermotivation kann teuer werden

Dieses Ergebnis ist nicht nur das schlechteste seit Beginn der Studienreihe im Jahr 2001 (damals gaben nur 15 Prozent an, keine emotionale Bindung zu haben). Es ist auch alarmierend in Bezug auf die Leistungsfähigkeit und den Erfolg der Unternehmen. Denn die Folgen mangelnder Mitarbeiterbindung seien erheblich, wie Marco Nink, Strategic Consultant der Unternehmensberatung Gallup, erklärt: „Wer sich emotional nicht an sein Unternehmen gebunden fühlt, zeigt weniger Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein – und ist häufiger krank.“

Und das kann für die Unternehmen richtig teuer werden, wie die Hochrechnung der Studie zeigt: So kosteten allein die aus Unlust resultierenden Fehlzeiten rund 18 Milliarden Euro – der Gesamtverlust durch fehlendes Engagement liege sogar bei 138 Milliarden Euro.

Gründe für die Unzufriedenheit

Laut Gallup lassen sich die Ursachen für eine geringe emotionale Mitarbeiterbindung in der Regel auf Defizite in der Personalführung zurückführen. So würden selbst die motiviertesten Einsteiger resignieren, wenn ihre Bedürfnisse und Erwartungen auf der Arbeit ignoriert werden, man keinen Wert auf ihre Meinung legt, und sie weder positives Feedback noch konstruktive Rückmeldungen bekommen.

Auch die 2012 durchgeführte Umfrage der Unternehmensberatung Hay Group und des Jobportals StepStone zeigt, dass die „weichen“ Faktoren eine größere Rolle bei der Mitarbeitermotivation spielen als beispielsweise das Gehalt.

Sie befragten 18.000 Arbeitnehmer in Deutschland, welche Faktoren sich motivierend auf sie auswirken und was sie am ehesten zur Kündigung bewegen würde.

Das Ergebnis: Ein schlechtes Arbeitsklima (86 Prozent), ein unbefriedigender Job (80 Prozent) und eine schlechte Führungskraft (71 Prozent) wurden mit Abstand als häufigste Kündigungsgründe genannt.

 

So können Sie die Zufriedenheit steigern

Auch bei der Frage, was die Mitarbeiter motiviert, steht ein angemessenes Gehalt (56 Prozent) nur auf Platz drei. Wichtiger sind hingegen ein kollegiales Umfeld (80 Prozent) und ein erfüllender Job (66 Prozent). Auf Platz vier und fünf stehen wieder weiche Faktoren wie eine gute Führungskraft (53 Prozent) und genügend Entscheidungsfreiräume (49 Prozent).

Die Bezahlung ist also eher die Grundvoraussetzung um einen Mitarbeiter für sich zu gewinnen – die langfristige Bindung erreicht man hingegen, wenn man in ein gutes Miteinander investiert.

Das gelingt beispielsweise über Betriebsfeste, Weiterbildungsangebote und Ausflüge. Aber vor allem, indem der Vorgesetzte Zeit investiert, um Streitigkeiten zu schlichten, regelmäßig Mitarbeitergespräche zu führen und Lob und konstruktives Feedback zu geben.

Zudem sollte man den Arbeitnehmern zeigen, dass ihre Ideen geschätzt werden und sie bei Entscheidungsprozessen mit einbeziehen. Auch das Feedback der Beschäftigten ist wichtig und muss Gehör finden – die wichtigste Regel für die Mitarbeitermotivation lautet deshalb: Achten Sie auf die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen anstatt nur auf nackte Zahlen.

Denn je motivierter die Mitarbeiter, desto erfolgreicher das Unternehmen. Oder haben Sie schon mal von einem leer stehenden Gebäude mit Markennamen gehört, dass ein tolles Produkt herstellt, verkauft, bekannt macht und dafür sorgt, dass die Kunden zufrieden sind?

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