Sich zum Sport aufzuraffen, fällt deutlich leichter, wenn man Spaß daran hat. Aber es ist nicht jedermanns Sache, bei Wind und Wetter alleine durch den Park zu joggen. Auch nach einer langen Reise zum Fitnessstudio festzustellen, dass alle Laufbänder und Crosstrainer belegt sind, kann sehr demotivierend sein. Wir stellen Ihnen deshalb in unserer neuen Serie Fitnesstrends vor, bei denen die Kalorien purzeln und der Spaß nicht zu kurz kommt.

Heute: Bodycombat – Auspowern für Körper und Seele

© Fernando Soares - Fotolia.comKampfsport ist aufregend, aber kompliziert und langwierig im Lernprozess. Tai-Chi fördert den Bewegungsapparat, die Gesundheit und Ausgeglichenheit, ist aber zu wenig anstrengend und Aerobic ist seit den 80er Jahren ein alter Hut. Aber wie wäre es mit einer Mischung dieser Sportarten, während man sich zu Technoklängen, Filmsoundtracks oder Hip-Hop-Beats von einem Drill-Instructor anfeuern lässt?

Genau das ist Bodycombat – der Kampf gegen den inneren Schweinehund, gegen die Kilos und gegen Stress. Ganz neu ist der Trend nicht: Bereits im Jahr 1999 wurde das intensive Cardio-Workout von der neuseeländischen Fitnesskette Les Mills eingeführt. Doch in Deutschland gewann der Trend erst vor drei Jahren größere Popularität, als große Studios wie Fitnessfirst ihn in ihr Programm aufnahmen.

Was genau ist Bodycombat?

Wie beim Zumba oder Bokwa arbeitet das neuseeländische Fitnessprogramm mit musikalischer Untermalung. Allerdings ist Bodycombat weniger eine Tanzfitness, sondern vielmehr eine Mischung aus Martial Arts, Ausdauer- und Krafttraining.

So erinnern die jeweiligen Tritte, Schläge und Übungen an Karate, Kung-Fu, Kickboxen, Muay Thai und Tai Chi, gepaart mit Aerobic und schnellen Wiederholungen. Das Ganze wird dann in einer Choreografie durchgeführt, die immer aus folgenden Phasen besteht:

  1. Aufwärmphase mit Stretching
  2. Mischung aus langsameren Übungen (Combat Track) und schnelleren Übungen (Power Track)
  3. Liegestütze, Sit-Ups und andere Bodenübungen
  4. Stretching

Die Übungen und deren Reihenfolge bleiben jeweils für die Dauer von drei Monaten identisch. Selbst wenn das zunächst etwas eintönig klingen mag – der Vorteil ist, dass man nicht jede Stunde etwas Neues lernen muss. Nach einigen Wochen wird man die Bewegungsabläufe also auswendig kennen und kann sich auf die Technik und richtige Ausführung konzentrieren. Zudem bleibt die Abwechslung nicht gänzlich auf der Strecke, da man sich nach drei Monaten der nächsten Choreografie widmen kann.

Spaß trotz Konzentration und Anstrengung

Bodycombat ist zwar kampfsportorientiert, aber auch ein intensives Ausdauertraining. Es geht nicht darum, die Tritte und Schläge präzise und langwierig einzustudieren, um irgendwann einen Gegner auf die Matte zu schicken – sondern darum, sich fit zu kämpfen und dabei Spaß zu haben.

Dieser Spaß kommt einerseits durch den musikalischen Ansporn, der einem automatisch hilft, das durchweg hohe Tempo während der Kurse zu halten. Andererseits wird man von der positiven Stimmung der Gruppe und den kämpferischen Sprüchen des Trainers – Are you ready to fight? – mitgerissen.

Bald schon fühlt man sich, als wäre man selbst ein Actionheld, der gerade einem Kung-Fu-Streifen entsprungen ist und nun gegen seine Erzfeinde antritt: Gegen das eigene Ich und den inneren Schweinehund.

Bodycombat: Ganzheitliches Training für Körper und Geist

Gerade weil man sich immer wieder selbst zu besiegen scheint und über sich hinauswächst, kann der Kurs auch das Selbstbewusstsein steigern und ist perfekt geeignet, um Frust und Stress abzubauen. Denn da es beim Bodycombat keinen Körperkontakt gibt, kann man alle Kraft und Leidenschaft in die Schläge und Tritte legen, ohne jemanden zu verletzten – und geht nach erfolgreichem Training immer als Sieger vom Platz.

Neben diesen positiven Aspekten für die seelische Gesundheit ist der Fitnesstrend aus Neuseeland vor allem aber auch ein ganzheitliches körperliches Training. Es steigert die Kondition, fördert die Beweglichkeit, verbessert die Körperhaltung und durch die Vielfalt der Arm-, Bein- und Bauchübungen trainiert man alle Hauptmuskelgruppen des Körpers.

Gesund ja, aber nicht übertreiben

Durch die unterschiedliche, körperliche Beanspruchung ist Bodycombat besonders geeignet, um die persönliche Fitness umfassend zu verbessern. Trotzdem sollte es Anfänger nicht übertreiben, vor allem wenn sie keine gute Ausdauer haben.

Denn durch die motivierende Musik, die Gruppendynamik und den Ansporn des Instruktors kann es auch passieren, dass man sich überanstrengt. Zwar ist es gut, wenn man an seine Grenzen geht, aber dabei sollte man niemals die Signale des Körpers ignorieren und bis zur Bewusstlosigkeit durchpowern. Wer sich unsicher ist, sollte lieber Rücksprache mit dem Trainer halten, ob sich Bodycombat für den persönlichen Fitnesslevel eignet oder man nicht lieber zunächst etwas Ruhigeres versuchen sollte.

Zudem sollte man, wie für jedes Herz-Kreislauf-Training, gesund sein. Gerade für Menschen, die Probleme mit den Gelenken haben, sind die schnellen Tritt- und Schlagfolgen eher schädlich. In diesen Fällen empfiehlt es sich, zunächst das Gespräch mit dem Arzt zu suchen.

Grundsätzlich ist Bodycombat aber für alle geeignet, die dem stressigen Alltag entfliehen und etwas für die Gesundheit tun möchten. Fitnessfreaks, die etwas Neues ausprobieren wollen, werden hierbei genauso auf ihre Kosten kommen wie Neulinge.

Weitere Artikel aus der Serie:

  1. Fitness mit Trampolin: Balance Swing
  2. Erfolgreich fit mit Bodycross
  3. Bokwa: die Mischung aus Tanzen und Boxen
  4. Trommel-Workout mit Drums Alive
  5. Erfolgreich fit mit Energy Dance
  6. Hawaiianische Hüftschwünge beim Hot Hula
  7. Nia: Yoga, Kampfkunst und Tanz in einem
  8. Pilates trifft Cardio-Training: Pilardio
  9. Tanzfitness gegen Kalorien und Stress: Zumba

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