Heute, am 5. September, ist der deutschlandweite Kopfschmerztag. Dass so etwas zu einem Aktionstag von Ärzten, Selbsthilfegruppen und Schmerzforschern ausgerufen wird, ist eigentlich nicht verwunderlich. Denn rund 70 Prozent aller Erwachsenen leiden zeitweise unter dem charakteristischen Drücken, Pochen oder Stechen.

Bis zu fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden sogar täglich unter den Symptomen. Damit zählen Kopfschmerzen, neben Rückenbeschwerden, zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen.Vor allem bei der Arbeit am Schreibtisch tritt dieses Volksleiden vermehrt auf und das liegt nicht nur an Termindruck oder besonders stressigen Phasen. Stattdessen können auch die Bildschirmeinstellungen, falsche Lichtverhältnisse und akuter Bewegungsmangel dafür verantwortlich sein.
Anlässlich des Kopfschmerztages geben wir Ihnen deshalb zehn Tipps, wie Sie den sogenannten Bürokopfschmerz vermeiden können.

1. Auf Wasser- und Vitaminhaushalt achten

Kopfschmerzen treten häufig als Warnsignal bei Mangelerscheinungen auf. Unter anderem, wenn man bei stressiger und zeitintensiver Arbeit mal wieder vergisst, zur Wasserflasche zu greifen. Um dem vorzubeugen, sollte ein Erwachsener bis zu zwei Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen – und das am besten nicht in Form von Kaffee.

Ein weiterer Faktor kann Vitaminmangel sein. Essen Sie deshalb auch im Büro viel frisches Obst und Gemüse. Achten Sie trotz der täglichen Hektik immer auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung – sonst bremsen Kopfschmerzen oder andere Beschwerden Ihre Produktivität.

2. Genug Licht reinlassen

Wer die ganze Zeit in einem zu hellen oder zu dunklen Raum arbeitet, schadet nicht nur seinen Augen, sondern kann auch schnell Kopfschmerzen bekommen. Das Büro sollte deshalb stets einigermaßen gleichmäßig und nicht zu grell beleuchtet sein. Am besten bleibt immer noch das Tageslicht. Räumen Sie also die Fenster frei und lassen Sie möglichst viel natürliches Licht ins Büro.

3. Immer wieder lüften

Ein weiterer Grund für die Bürokopfschmerzen kann schlechte oder verbrauchte Luft sein. Lüften Sie deshalb regelmäßig durch. Die Temperatur sollte dabei immer bei 19 bis 23 Grad Celsius liegen. Daneben sorgen Grünpflanzen für eine angenehme Luftfeuchtigkeit und einen höheren Sauerstoffgehalt im Raum.

4. Richtige Haltung

Sitzen in angespannter oder sogar krummer Haltung führt nicht nur zu Rücken-, sondern auch zu Kopfschmerzen, da diese ebenfalls durch Verspannungen im Nacken entstehen können. Achten Sie deshalb immer auf eine gerade Sitzposition und auf die richtige Tisch- und Stuhlhöhe: Bei einer aufrechten Haltung sollten beispielsweise Ihre Arme waagerecht auf dem Schreibtisch aufliegen können.

5. Immer mal wieder bewegen

Verspannungen können jedoch auch von zu wenig Bewegung und die daraus resultierende, erschlaffende Muskulatur kommen. Deswegen sollten Sie Ihre Sitzposition öfter wechseln, Fußwege und Treppen nicht scheuen und mittels kleiner Dehn- und Gymnastikübungen im Büro, die Muskeln regelmäßig beanspruchen.

6. Lärmstörungen vermeiden

Straßen- und Baulärm, monotones Surren von Drucker oder Faxgerät sowie zu lautes und ständiges Telefonklingeln können zu einer Zerreißprobe für die Nerven werden. Ein zu hoher Dauerlärmpegel kann dabei nicht nur zu Ohrenklingeln, sondern auch zu pochenden Schläfen führen. Sperren Sie diese Störgeräusche also möglichst aus oder suchen Sie ab und zu einen ruhigen Ort zum Durchatmen auf.

7. Entspannung für die Augen

Wer zu nah und zu lange vor dem Computer hockt, bekommt zwar vielleicht nicht unbedingt eckige, aber zumindest schmerzende Augen – und oft einhergehend auch einen schmerzenden Kopf. Sie sollten deshalb mindesten 50 Zentimeter Abstand zum Bildschirm haben. Gönnen Sie Ihren Augen auch kleine Erholungsphasen, indem Sie sich auf potenziell andere Aufgaben konzentrieren oder einfach mal für eine Minute einen Punkt im Raum fixieren, der nicht flimmert.

8. Ausreichend Nachtruhe

Bei besonders stressigen Phasen im Berufs- oder Privatleben kann es schon mal zu Schlafmangel kommen. Wird das Schlafdefizit jedoch zu groß, kann auch Müdigkeit der Auslöser für Kopfschmerzen sein. Schuld daran ist die vermehrte Ausschüttung des Hormons Cortisol, das den Stoffwechsel dazu bringt, Kohlenhydrate, Proteine und Fette zu zerlegen.

Versuchen Sie dieses Defizit deshalb möglichst schnell auszugleichen. Wenn Sie grundsätzlich oder permanent an Schlafstörungen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da ständiger Schlafmangel zu gravierenden gesundheitlichen Schäden führen kann.

9. Nicht immer am Limit arbeiten

Unser Körper braucht nicht nur genug Schlaf, Flüssigkeit und Nahrung, er braucht auch gelegentlich mal eine Pause. Wer sich selbst unter Dauerstress setzt und versucht, an fünf Baustellen gleichzeitigt zu arbeiten, kommt nicht schneller zum Ziel, sondern gelangt schneller an seine körperlichen oder psychischen Grenzen – und dann bleiben die weiteren Projekte sowieso liegen.

Gönnen Sie sich also bewusst auch mal eine Entspannungsphase – erst recht, wenn Ihr Körper zum Kopfschmerz greift, um Ihnen ein Warnsignal zu schicken.

10. Ein angenehmes Betriebsklima

Auch aus psychischen Problemen können physische Schäden entstehen, da der Körper auf unser Unterbewusstsein reagiert. Quälen Sie sich regelrecht zur Arbeit und haben Sie nicht nur einen stressigen Job, sondern auch stressige Kollegen, kann das wortwörtlich auf den Magen – oder auch auf den Kopf – schlagen. Versuchen Sie Ihren Stress deshalb durch Ordnung und Planung zu minimieren und versuchen Sie auftretenden Ärger mit den Kollegen zu lösen, anstatt ihn herunterzuschlucken.

Sollten Sie trotz dieser Tipps mit pochendem Kopf im Büro sitzen, kann eine Schläfenmassage oder ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft schon wahre Wunder wirken – der Griff zu Schmerztabletten sollte eher die Ausnahme bleiben.
Bei akuten oder ständig auftretenden Schmerzen, ist es aber immer ratsam, mit einem Arzt nach der Ursache zu forschen, um fortan leidensfrei den Arbeitsalltag genießen zu können.


Weitere Informationen rund um den Kopfschmerz und welche Schmerzformen und Therapiemöglichkeiten es gibt, erhalten Sie bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

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  1. Markus

    Danke für die Zusammenstellung!
    Ich werde es mal ausprobieren.

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