Sie haben eine großartige Idee, einen hervorragenden Businessplan und die nötige Finanzierung? Dann kann´s ja eigentlich losgehen. Trotzdem sollten Sie noch nichts überstürzen, denn es gibt weitere Punkte, die Sie vor dem Einstieg in die Selbstständigkeit beachten sollten. Wir haben Sie Ihnen zusammengefasst.  

 1.  Diese Formalitäten müssen Sie beachten

Grundsätzlich muss jeder Gründer einen neuen Betrieb spätestens innerhalb eines halben Jahres beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Für manche Branchen, zum Beispiel in der Gastronomie, müssen Sie aber schon vor Eröffnung eine gesonderte Genehmigung einholen. Informieren Sie sich deshalb, beispielsweise bei der Industrie- und Handelskammer , welche Formalitäten Ihnen vor dem Unternehmensstart bevorstehen.

Zudem müssen Sie die passende Rechtsform für Ihre Firma wählen, falls Sie mit mehreren Personen ein Unternehmen eröffnen. Die häufigste Rechtsform ist dabei die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), bei der es wenige Bestimmungen gibt und kein Mindestkapital vorgeschrieben wird. Bei der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) setzen Sie hingegen nur eine Einlage von mindestens 25.000 Euro aufs Spiel. Eine Entscheidungshilfe und Übersicht der Rechtsformen bietet Ihnen das Bundesministerium für Wirtschaft.

 2.  Klären Sie die Steuerfrage

Neben dem Gewerbeamt müssen Sie auch das Finanzamt über Ihr Vorhaben informieren und eine Steuernummer anfordern. Dabei wird abhängig von der Art der Selbstständigkeit, also ob es sich um einen Unternehmer oder Freiberufler (beispielsweise Ärzten, Rechtsanwälten und Künstler) handelt, entschieden, wie Sie zukünftig besteuert werden. Um darüber hinaus einen konkreteren Überblick über die steuerlichen Pflichten, die richtige Buchführung und über die Art des Jahresabschlusses zu erhalten, sollten Sie sich an einen Steuerberater wenden.

 3. Sichern Sie sich und Ihr Unternehmen ab

Wenn man sich selbstständig macht, muss man sich nicht nur um die persönliche Versicherung Gedanken machen, sondern auch welche Firmenversicherungen man abschließen sollte. Schließlich übernimmt das kein Arbeitgeber mehr für Sie, und wenn Sie krankheitsbedingt ausfallen, sind Sie auf sich allein gestellt.

Selbstständige haben dabei die Möglichkeit, sich zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung zu entscheiden. Sie sollten sich jedoch auch hier nicht zu schnell oder übereilt entscheiden. Vergleichen Sie in Ruhe die Vor- und Nachteile, sonst kann es hinterher richtig teuer werden. Gleiches gilt auch für Ihre Rentenversicherung. Gerade wenn Sie schon einige Jahre als Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, sollten Sie prüfen, ob diese Beiträge verloren gehen und entsprechend abwägen. Ein weiterer wichtiger Aspekt für Ihre private Absicherung sind Krankentagegeld, Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherungen.

Daneben müssen Sie zukünftig auch an die Sicherheit Ihres Unternehmens denken und sich über Betriebshaftpflicht, Betriebsunterbrechungs- und Produkthaftpflicht-Versicherung informieren.

Nehmen Sie sich für das Thema genug Zeit und prüfen Sie die Möglichkeiten. Übertreiben Sie es aber nicht und lassen Sie sich nicht unnötige und teure Versicherungspakete aufschwatzen.

 4.  Bestimmen Sie Ihren Marktwert

Als Selbstständiger sollten Sie darauf achten, dass Ihr Angebot nicht zu teuer ist. Gleichzeitig sollten Sie sich aber auch nicht unter Wert verkaufen. Gerade wenn Sie sich erst einmal am Markt etablieren müssen, können zu hohe Preise potenzielle Kunden vergraulen – zu niedrige führen natürlich auf Dauer zu Ihrem finanziellen Ruin und erwecken den Eindruck, Sie seien verzweifelt oder vertrauen Ihrem Produkt nicht.

Nehmen Sie sich also genug Zeit, um den entsprechenden Markt zu analysieren. Schauen Sie sich die Preise der Konkurrenz an und orientieren Sie sich dabei nicht unbedingt an den günstigsten, sondern an den Guten – vor allem wenn Sie entsprechende Referenzen und Qualifikationen haben.

 5.  Machen Sie Ihr Unternehmen bekannt

Noch vor der Eröffnung sollten Sie eine gute Marketingstrategie im Sinn haben. Wenn Sie keiner kennt und niemand von Ihrem Produkt erfährt, werden Sie auch keinen Erfolg haben.Dazu gehört natürlich auch ein prägnantes Branding für Ihr Unternehmen: Logo, Farben und Slogan sollten sich in den Köpfen der Kundschaft etablieren.

Es empfiehlt sich frühzeitig die bevorstehende Gründung und Eröffnung anzukündigen. Dafür können Sie auch kostenlose Werbemöglichkeiten nutzen, beispielsweise die Social-Media-Kanäle oder Ihr persönliches Netzwerk.Sparen Sie nicht an den falschen Stellen. Gerade in der heutigen Zeit ist ein professioneller Unternehmensauftritt im Internet unabdingbar. Ihre Website sollte auch pünktlich zur Eröffnung online und erreichbar sein – sonst landen potenzielle Kunden, die nach Ihrem Firmennamen suchen, im Nichts.

Wenn Sie all diese Schritte abgeschlossen haben, steht Ihrem Traum vom eigenen Unternehmen nichts mehr im Weg. Dennoch gilt es nicht nur eine erfolgreiche Basis für die Selbstständigkeit zu schaffen, sondern auch am Markt zu bestehen.


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Der Traum vom eigenen Unternehmen II  – Vom Businessplan bis zur Unternehmenseröffnung

Der Traum vom eigenen Unternehmen III – Von der Unternehmensgründung zum dauerhaften Erfolg

Der Traum vom eigenen Unternehmen IV – Von der Unternehmensgründung zum dauerhaften Erfolg

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