Nicht nur als EM-Tourist kann man in anderen Ländern eine Menge falsch machen. Zwar gelten deutsche Reisende als äußerst beliebte Gäste,dennoch schadet interkulturelle Kompetenz nie. Mit diesen Tipps können Sie sich nicht nur unter den östlichen Fußballfans Freunde machen.

Polen

Deutschlands östlicher Nachbar gilt als konservatives Land. Das drückt sich auch und gerade im Umgang der Geschlechter aus. Frauen werden nach alter Väter Sitte hofiert – selbst der Handkuss kommt erst allmählich aus der Mode. Die Kehrseite der Medaille ist, dass weibliche Geschäftspartner mitunter nicht für voll genommen werden. Absolute Seriosität ist daher Trumpf. Etwas lockerer handhaben die Polen den Umgang mit Mobiltelefonen. Unterbrechungen von Gesprächen durch Handys gelten nicht als unhöflich – ganz im Gegensatz zu informellen Anreden im Geschäftsbereich. Ein „Herr“ und „Frau“ gehört dazu, besser noch mit dem entsprechenden Titel. Eine Einladung zum Wodka sollten Sie keinesfalls ablehnen. Man muss sich ja nicht gleich betrinken.

Ukraine

Wie in Polen ist auch in der Ukraine der öffentliche Alkoholkonsum untersagt. Nicht untersagt, aber einigermaßen verpönt ist es zu viel nackte Haut zu zeigen, zum Beispiel am Strand. Umgekehrt können bei deutschen Reisenden die Frühstückssitten für Stirnrunzeln sorgen: In der Ukraine wird morgens gern warm gegessen. Machen Sie sich bei der ersten Mahlzeit des Tages auf eine Mischung aus englischem Breakfast und deutschem Mittagessen gefasst. Bei Gesprächen mit ukrainischen Behörden oder der Polizei sollte man unbedingt die Nerven behalten. Zur EM mussten die Ordnungshüter durch einen offiziellen Knigge darauf aufmerksam gemacht werden, keine ausländischen Fans zu schikanieren.

Russland


Pünktlichkeit gehört nicht gerade zu den weitverbreitetsten Tugenden im größten Land der Erde.Verspätungen zu Verabredungen sollte man daher nicht krumm nehmen. Bei Gesprächen empfiehlt es sich, seine Meinung nicht allzu undiplomatisch und belehrend vorzutragen. Einen Gesichtsverlust sollte man bei seinem russischen Gegenüber nicht riskieren. Small Talk wird gern gesehen. Vermeiden Sie jedoch Gespräche über Geld oder gar Korruption. Im Geschäftsbereich ist zu beachten, dass Russen bei Verhandlungen weniger auf Ausgleich bedacht und ihre Unternehmen in der Regel streng hierarchisch organisiert sind.

Ungarn

Im Gegensatz zu Russland ist man in Ungarn pünktlich. Allzu direkt geht es in der Kommunikation hingegen nicht zu. Ein „Nein“ wird man selten zu hören bekommen und sollte es sich im Gegenzug ebenfalls tunlichst verkneifen. Meist führt der indirekte Weg zum Ziel. In Ungarn gilt: Das Pflegen persönlicher Kontakte zahlt sich aus. Dass Geschäftliches gerne nach dem Essen besprochen wird und die Ungarn am Abend häufig ausgedehnt speisen, sollten Sie im Hinterkopf behalten.

Tschechien

Vom Selbstverständnis her gehört Tschechien zu Mittel- nicht zu Osteuropa. Auch Begriffe aus der Zeit vor dem Fall des Eisernen Vorhangs, wie Tschechei oder gar Tschechoslowakei, werden verständlicherweise nicht gern gehört. Verglichen mit Ungarn oder Russland verläuft die Kommunikation, zumal die geschäftliche, eher direkt und sachlich. Dennoch ist es meist zweckdienlicher Alternativen vorzuschlagen, statt ein Anliegen rundweg abzulehnen.

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *