©Fotolia.com -  fovitoOhne erkennbaren Grund wurde Ihnen gekündigt? Sie haben sich nichts zu Schulden kommen lassen und wirtschaftlich scheint es dem Unternehmen gut zu gehen? Dann bewahren Sie zunächst Ruhe und prüfen Sie, ob die Kündigung wirklich rechtswirksam ist. Wir sagen Ihnen in unserer Checkliste, was Sie beachten sollten.

1. Form der Kündigung

Die Kündigung muss immer schriftlich vorliegen. Eine E-Mail, in der Ihnen gekündigt wird, ist hingegen nicht rechtskräftig. Eine Kündigung muss zudem immer vom Chef unterschrieben und im Original übergeben werden.

2. Datum der Kündigung

Prüfen Sie, ob die im Vertrag vereinbarte Kündigungsfrist eingehalten worden ist. Diese finden Sie im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder im Bundesgesetzbuch §622. Hierzu zählt auch, dass Sie im Urlaub nicht als postalisch erreichbar gelten.

 

3. Kündigungsschutzgesetz

Sofern das Kündigungsschutzgesetz greift – also der Betrieb mehr als zehn Mitarbeiter hat – müssen gemäß §1 Abs. 3 KSchG soziale Aspekte wie Lebensalter, Unterhaltspflicht oder Dauer der Betriebszugehörigkeit berücksichtig werden. So ist der Arbeitgeber beispielsweise verpflichtet, bei zwei gleichqualifizierten Mitarbeitern, die sich nichts zu Schulden kommen ließen, denjenigen zuerst zu entlassen, der weniger lange im Betrieb ist.

4. Besonderer Kündigungsschutz

Bei Schwerbehinderungen, Schwangerschaften, Mitarbeitern in Elternzeit, Betriebsratsmitgliedern oder Auszubildenden gelten besondere Kündigungsschutzrechte. Hier müssen teilweise Zustimmungen, beispielsweise bei staatlichen Landesbehörden (bei schwangeren Arbeitnehmerinnen), dem Integrationsamt (bei schwerbehinderten Arbeitnehmern) oder vom Betriebsrat (bei Betriebsratsmitgliedern) eingeholt werden. Ist dies nicht geschehen, ist die Kündigung rechtswidrig.

5. Anhörung des Betriebsrats

Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser vor einer Kündigung angehört werden. Geschieht dies nicht, ist die Kündigung laut §102 des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) ebenfalls unzulässig.


Sollte Ihnen an einem der Punkte etwas auffallen oder wenn Sie beispielsweise eine außerordentliche Kündigung erhalten, ohne vorher eine Abmahnung bekommen zu haben, empfiehlt es sich, den Fall durch einen Anwalt prüfen zu lassen. In diesem Fall sollten Sie auch bedenken, dass eine Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen eingereicht werden muss – andernfalls ist die Entlassung automatisch wirksam und rechtsgültig.

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