Neben Qualifikationen und fleißiger Arbeit ist gutes Benehmen im Büro ebenfalls ein wichtiger Faktor um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen. Deswegen zeigen wir Ihnen in den nächsten Wochen in unserem Business-Knigge von A bis Z auf welche Verhaltensregeln Sie täglich im Büro achten sollten und welche Fettnäpfchen es zu vermeiden gilt.

Heute die Buchstaben K bis M.

K wie Kritisieren

Immer wenn verschiedene Menschen und Verhaltensweisen aufeinandertreffen, kann es zu Problemen kommen. Stört Sie beispielsweise das ständige Gejammer Ihres Kollegen oder hält er Termine nicht ein, platzt Ihnen vielleicht irgendwann der Kragen. Und wenn man den Ärger einfach runterschluckt, baut sich nur weiterer Frust auf.

Aber wie soll man dem Gegenüber sagen, was einen stört, ohne das Verhältnis langfristig zu beschädigen?

Zum einen sollten Sie nicht immer gleich zum Chef rennen um sich über andere zu beklagen. Erstens wird das Ihren Vorgesetzten auf Dauer nerven – er hat schließlich noch andere Aufgaben, als Vermittler zwischen den Mitarbeitern zu spielen. Zweitens zeugt derartiges Verhalten nicht unbedingt von Kollegialität oder Konfliktfähigkeit.

Weiterhin sollten Sie aber auch davon absehen, Dampf immer bei anderen abzulassen. Wenn Sie nur mit anderen über das Verhalten von Kollege XY herziehen, kann das Problem nicht gelöst werden. Im Gegenteil: Es kann vielleicht noch größerer Ärger durch die Lästereien entstehen.

Bringen Sie Ihre Kritik also lieber direkt vor – dabei sollten Sie aber nicht gleich mit einer übertriebenen Anschuldigung beginnen wie: „Weil Sie nie Termine einhalten, müssen wir immer auf Sie warten.“

Gute Kritik und solche, die zu Lösungen führt, wird hingegen respektvoll vorgebracht. Am besten geht dies, wenn Sie gleich Verständnis für Ihren Kollegen zeigen, ihm nicht direkt einen Vorwurf machen, sondern Sie sich auf Ihre Situation beziehen und sogar gleichzeitig eine positive Perspektive aufzeigen. Ein Beispiel wäre in Bezug auf den vorherigen Satz: „Ich habe momentan sehr viele Aufgaben auf dem Tisch und ich weiß, dass es Ihnen nicht anders geht. Aber wenn wir uns alle etwas mehr an Terminabsprachen halten, können wir unsere Arbeitsprozesse optimieren und geraten hinterher nicht unter Zeitdruck. Ich möchte sie deshalb bitten zukünftig mehr auf die Absprachen zu achten.“

Dann sollte Ihr Kollege die Möglichkeit haben, sich zum Gesagten zu äußern. Vielleicht erklärt er Ihnen seine Verspätung, vielleicht verspricht er aber auch einfach, dass es nicht wieder vorkommt. Sollte er sich jedoch stur stellen und versuchen Sie im Gegenzug anzugehen, versuchen Sie möglichst ruhig bleiben. Atmen Sie gegebenenfalls durch, nehmen Sie keine bedrohliche Körperhaltung ein und sprechen weiterhin in einer angemessenen, sachlichen Tonart weiter – gestehen Sie vielleicht selbst falsches Verhalten ein, dass kann dem aufgebrachten Gegenüber schnell den Wind aus den Segeln nehmen.

Gleiches gilt auch für den Chef. Selbst als Ranghöherer sollten Sie von Drohungen oder Anschuldigungen absehen und Ihre Mitarbeiter immer höflich und respektvoll behandeln. Nur so können Sie mit gutem Beispiel vorangehen und die Situation verbessern.

Weitere Tipps wie man Kollegen taktvoll kritisieren kann, finden Sie hier.

L wie Lautstärke

Vor allem in Großraumbüros gibt es kaum etwas Schlimmeres als lautstark telefonierende Kollegen, private Klingeltöne, die durch die Räume schallen oder Mitarbeiter die sich im Brüll-Ton unterhalten. Das nervt nicht nur, wenn Sie telefonieren wollen. Es führt auch dazu, dass Sie im Gegenzug lauter sprechen und sich der Pegel kontinuierlich steigert.

Achten Sie deshalb immer auf eine angemessene Lautstärke, wenn Sie sich mit anderen unterhalten. Zudem sollten private Klingeltöne ausgestellt werden und dröhnende Musik hat im Büro sowieso nichts verloren, solange es sich nicht um ein Betriebsfest handelt.

Versuchen Sie darüber hinaus immer rücksichtsvoll und aufmerksam zu sein – selbst wenn Sie nicht in einem Großraumbüro sitzen. Klingelt beispielsweise das Telefon von Kollege A und Sie befinden sich gerade in einem Gespräch mit Kollege B, können Sie den Smalltalk vielleicht auch in der Küche oder auf dem Flur weiterführen.

M wie Meeting

Obwohl Meetings mittlerweile fast täglich stattfinden, gibt es immer noch viele Teilnehmer, die die Benimmregeln während solcher Termine nicht kennen oder schlicht nicht beachten. Das führt dann dazu, dass alle Anwesenden einen schlechten Eindruck von dieser Person bekommen und sich durch dessen Manieren vielleicht sogar beleidigt fühlen.

Einer der wichtigsten Punkte im Meeting ist deshalb immer die Pünktlichkeit. Egal ob Sie Chef, Mitarbeiter oder Gast sind – wenn alle pünktlich zugegen sind, kann man auch rechtzeitig das Meeting beenden, um sich wieder den eigentlichen Aufgaben widmen. Zudem zeugt es davon, dass Ihnen das Treffen und alle Teilnehmer wichtig sind. Sollten Sie doch einmal zu spät kommen, empfiehlt es sich um Verzeihung zu bitten. Das ist nicht nur höflich, man kann auch mit einer gut platzierten Entschuldigung wieder Pluspunkte sammeln.

Weiterhin sollte man die restlichen Teilnehmer begrüßen, gleich ob man pünktlich oder zu spät kommt. Das bedeutet nicht, dass Sie bei einer großen Versammlung durch den Raum brüllen müssen. Es reicht in einer normalen Gesprächslautstärke „Guten Tag“ zu sagen, wenn Sie sich setzen, anstatt einfach alle zu ignorieren. Wenn Sie einer der Nachzügler sind und das Meeting ist bereits im Gange, grüßen Sie entweder mit gesenkter Stimme nur Ihre direkten Sitznachbarn oder signalisieren mit einem Kopfnicken und Lächeln, dass Sie sich freuen sie zu sehen.

Als Gastgeber sollten Sie den Teilnehmern kleine Snacks oder zumindest Getränke anbieten sowie den Beginn des Meetings einläuten.

Als absolut unangebracht gilt es, ständig auf das Mobiltelefon oder die Uhr zu starren. Schlimmer wird es noch, wenn man vergessen hat das Handy auszustellen und der Klingelton reißt alle Teilnehmer aus dem Thema. Sollten Sie wirklich auf einen wichtigen Anruf warten, sollten Sie dies vor der Besprechung ankündigen und zum Telefonieren vor die Tür gehen.

Wie Sie sich in einem Meeting Gehör verschaffen können, erfahren Sie hier.

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *