Der Lebenslauf stellt für die wenigsten Bewerber ein Problem dar. Daten und Fakten sind meist schnell aufgeschrieben, auch wenn sich selbst dabei immer wieder kleine Fehler einschleichen können. Die größere Herausforderung bleibt für viele das Anschreiben. Wichtig ist, dass man sich Zeit dafür nimmt – was noch für ein gutes Anschreiben relevant ist, zeigen wir Ihnen in diesen zehn Tipps.

1. Auf die Länge achten

Grundsätzlich sollte das Anschreiben nicht länger als eine A4-Seite sein. Schließlich sind Sie einer von vielen Bewerbern und die meisten Personaler nehmen sich nicht die Zeit, umfangreichere Anschreiben durchzugehen. Erleichtern Sie Ihrem Ansprechpartner also zusätzlich das Lesen durch Absätze und eine übersichtliche Struktur. Es gilt das Sprichwort: In der Kürze liegt die Würze.

2. Corporate Design

Ihre gesamte Bewerbung sollte einen bestimmten, einheitlichen Stil haben. Verwenden Sie deshalb auch die gleiche Schriftart und -Größe wie im Lebenslauf oder Deckblatt. Kopfzeilen mit Ihren Daten sind sowohl im Anschreiben als auch im Lebenslauf empfehlenswert.

3. Präsentieren Sie sich


Sie haben gewisse Kompetenzen und Fähigkeiten, die Sie zum besten Bewerber für die Stelle werden lassen. Genau diese sollten Sie hervorheben. Im Anschreiben sollten Sie weder zu bescheiden sein, noch als Bittsteller auftreten – Höflichkeit ist dennoch  ein Muss. Konzentrieren Sie sich auf besondere Projekte, Zertifikate oder Auszeichnungen und formulieren Sie Ihre Erfolge selbstbewusst  ohne arrogant zu wirken.

4. Inhaltlicher Aufbau

Die gängige Struktur eines Anschreibens beinhaltet eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. An diesen Aufbau ist nicht nur der Personaler gewöhnt, es erleichtert auch Ihnen, Ihr Anschreiben inhaltlich und lesefreundlich zu strukturieren. Dabei sollte natürlich der Hauptteil den längsten Part in Ihrem Schreiben umfassen.

5. Floskeln vermeiden

Der Personaler hält Ihre Bewerbung in der Hand, deshalb weiß er, dass Sie sich gerade bewerben. Sie sollten sich zum Einstieg also etwas Besseres einfallen lassen als die standardisierte Einleitung: „Hiermit bewerbe ich mich…“.
Beispielsweise können Sie Referenzen oder Empfehlungen anbringen oder damit beginnen, wo Sie die Stellenausschreibung gefunden haben. Stelle Sie außerdem gleich einen Bezug zu Ihren Fähigkeiten her. Alternativ können Sie erläutern, was Sie besonders am Unternehmen und der damit verbundenen Tätigkeit interessiert.

6. Fakten gehören in den Lebenslauf

Der Hauptteil dient nicht dazu, noch einmal den Lebenslauf auszuformulieren. Hier geht es nicht darum, aufzulisten wann Sie wo gearbeitet haben, sondern was Sie als besonders geeigneten Mitarbeiter auszeichnet. Beschreiben Sie besondere Qualifikationen oder bisher geleistete Projekte – die nicht explizit in Ihrem Lebenslauf auftauchen – und beziehen Sie diese Fähigkeiten immer auf die Stellenanforderungen.

7. Fehler gilt es zu vermeiden

Rechtschreibfehler sollten natürlich nicht im Anschreiben vorkommen, trotzdem passiert genau das oft genug. Lassen Sie Ihr Anschreiben deshalb noch einmal gegenlesen, egal wie hervorragend Sie eine Sprache beherrschen.
Achten Sie zudem immer auf den richtigen Ansprechpartner, Firmennamen und die richtige Anschrift. Auch das Datum sollte wirklich dem des formulierten Anschreibens entsprechen. Selbst wenn Sie ein eher standardisiertes Anschreiben nutzen – was nicht empfehlenswert ist – sollte dies dem Personaler auf keinen Fall auffallen.

8. Alle geforderten Informationen beachten

Gehen Sie nach der Fertigstellung des Anschreibens noch einmal die Stellenanzeige durch. Alle geforderten Informationen wie Gehaltswunsch und frühestmöglicher Eintrittstermin müssen im Anschreiben beantwortet sein. Sollte nicht nach den Gehaltsvorstellungen gefragt werden, sollten Sie diese auch nicht erwähnen. Sie könnten sonst gierig wirken oder so, als würde Ihr Interesse nur auf ein höheres Gehalt abzielen.

9. Ein gelungener Schluss

Der Hauptteil ist natürlich der wichtigste Part des Anschreibens, trotzdem sollte auch der Schluss stimmen. Zeigen Sie darin noch einmal, dass Sie sich auf die Arbeit freuen und motiviert sind, diese Stelle anzutreten.
Zudem sollten Sie immer noch einmal erwähnen, dass Sie sich auf ein persönliches Gespräch freuen. Äußern Sie den Wunsch nach dem Vorstellungstermin nicht, wirkt es, als würden Sie keine Einladung zum Gespräch erwarten.

10. Gründlich gegenlesen aber nicht tagelang

Gehen Sie anschließend noch einmal das ganze Anschreiben durch. Dabei geht es nicht nur um kleine Tippfehler, sondern auch um die Formulierungen. Denn vieles schreibt sich anders als  es sich hinterher liest. Vergessen Sie trotzdem nicht irgendwann einen Schlussstrich zu ziehen. Vielleicht sind Sie auch nach dem zehnten Lesen mit einigen Formulierungen nicht zufrieden – dann werden Sie es wahrscheinlich niemals sein.
Ein Tipp: Lassen Sie das Anschreiben einen Tag ruhen und gehen Sie es dann noch mal in Ruhe durch. Alternativ können Sie es auch einem Bekannten geben, der nicht nur auf Fehler, sondern auch auf schlüssige Satzstrukturen achten kann – dann muss das Schreiben aber auch versendet und nicht noch 30-Mal überarbeitet werden.

So wichtig das Anschreiben für die Bewerbung auch ist, das Entscheidende ist dabei, dass Sie immer Sie selbst und ehrlich bleiben, sonst ist spätestens beim Vorstellungsgespräch Endstation. Erfinden Sie also keine Person, die sich besonders in der IT-Branche auskennt, wenn Sie davon eigentlich keine Ahnung haben. Das Unternehmen stellt immer noch die Person hinter dem Anschreiben ein und nicht die Bewerbungsmappe.


Lesen Sie auch:

Die fünf typischen Fehler im Lebenslauf

Die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch

Diese Fehler sollten Sie im Vorstellungsgespräch vermeiden

Checkliste: 50 typische Fragen im Vorstellungsgepräch

Worauf Sie beim Arbeitsvertrag achten sollten

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *