Die jährliche Betriebsweihnachtsfeier ist eine Tradition, der fast alle Unternehmen in Deutschland nachgehen – und das zu Recht. Sie kann nicht nur die Mitarbeitermotivation und den Teamzusammenhalt stärken, sie dient auch als Dankeschön für die gute Arbeit. Doch was macht man, damit die Feier unvergesslich wird? Wie organisiert man sie und wie verhält man sich währenddessen? Wir geben Ihnen in den nächsten Wochen die Antworten in unserer Serie.

Heute: So hinterlassen Sie keinen schlechten Eindruck bei der Feier

Sobald die Location gebucht ist, die Gästeliste feststeht und alles Organisatorische geregelt wurde, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, bei der diesjährigen Weihnachtsfeier, oder? Solange sich keiner der Teilnehmer daneben benimmt, mag das stimmen. Aber sobald Vorsitzender M. ein paar Gläschen Glühwein zu viel getrunken hat und bei seiner Rede zu lallen beginnt, vielleicht sogar auf den Tisch springt, damit ihn alle besser sehen können – dann kann Chaos ausbrechen, dem die beste Planung nichts entgegenzusetzen hat. Zudem ist das nicht nur ein Programmkiller, sondern auch ein deutlicher Respekts- und Ansehensverlust für den jeweiligen Tischtänzer. Damit also alle Mitarbeiter die betriebliche Weihnachtsfeier genießen können und es am nächsten Tag kein böses Erwachen gibt, sagen wir Ihnen heute, welche Knigge-Empfehlungen für die Veranstaltung gelten.

Lockere Feier, aber kein Familienfest

Wo sonst strikte Hierarchien gelten, sitzt plötzlich der Firmenchef neben dem Azubi und der Abteilungsleiter neben dem Praktikanten. Bei einer Unternehmensfeier ist die eigentliche Rangordnung deutlich gelockert und häufig bekommt man das Gefühl, gar nicht mehr mit den Kollegen und Vorgesetzten, sondern mit Gleichgesinnten und Freunden zusammenzusitzen.

Eben dieses Gefühl sorgt häufig dafür, dass immer mal wieder ein Mitarbeiter den Chef heute für sehr verständnisvoll hält und deshalb offen Kritik an ihm übt. Aber dies kann am nächsten Tag sehr schlechte Auswirkungen haben. Schließlich sitzt man doch unter Kollegen und Vorgesetzten. Viele Äußerungen oder Missgeschicke werden das nächste Jahr über in der Firma bekannt sein.

Ebenfalls sehr wichtig ist es, sich niemals zu Lästereien, Beschimpfungen oder Beleidigungen hinreißen zu lassen. Weder gegenüber der entsprechenden, selbst wenn Sie einem auf die Nerven geht, noch hinter ihrem Rücken.

Schließlich wissen Sie nie, wer gerade zuhört und es weitererzählen könnte. Schlimmstenfalls kann das sogar zur Kündigung führen.  Respektvoll sollte nicht nur der Umgang miteinander ausfallen. Auch auf die Kleiderwahl ist zu achten. Selbst wenn die Feier in den späteren Abendstunden oder am Wochenende stattfinden sollte, ist dies immer noch kein Grund in Freizeitkleidung aufzutauchen. Wird die Weihnachtsfeier im Freien verbracht, spricht nichts gegen warme Winterkleidung. Fällt die Wahl jedoch auf ein gemeinsames Essen, sollten Sie sich angemessen, entsprechend der Location oder gegebenenfalls der Garderobe-Vorschriften in der Einladung, kleiden. Im Zweifelsfall empfiehlt sich der Dresscode für Meetings und Kundengespräche. Die Jogginghose oder das Disko-Outfit muss auf jeden Fall im Schrank bleiben.

Vergessen Sie also niemals die Hierarchie, selbst wenn sie auf der Veranstaltung stark gelockert ist. Erinnern Sie sich immer daran, welche Personen über Ihnen stehen und wem Sie auf keinen Fall auf die Füße treten sollten, aber begegnen Sie auch allen anderen mit Respekt und Höflichkeit. Halten Sie sich immer vor Augen, dass die lockere Atmosphäre Grenzen hat und sich Ihr Verhalten direkt auf Ihre Karriere auswirken kann.

Die Alkohol-Falle

Neben dem trügerisch lockeren Umgang bietet das größte Potenzial, um in Fettnäpfchen zu treten, natürlich der Alkohol. Bei vielen Weihnachtsfeiern stehen sowohl das Essen wie auch die Getränke zur freien Verfügung. Also ist man schnell geneigt, sich ein Gläschen mehr auf Kosten des Arbeitgebers zu genehmigen. Aber egal auf wessen Kosten die Getränke gehen – der Alkoholkonsum sollte sich in Grenzen halten und nicht die Dimension einer Kneipentour annehmen. Denn letztlich sorgt er dafür, dass sich nicht nur die Zunge lockert. Auch die Hemmungen werden schneller über Bord geworfen. Spätestens, wenn Sie sich entscheiden „allen die Meinung zu geigen“, beginnen auf den Tischen zu tanzen oder sogar von Ihrem Stuhl fallen, war das letzte Glas ein Glas zu viel.

Überlegen Sie sich lieber schon bevor so etwas passiert, wo Ihre Grenze liegt. Wenn Sie nach zwei Gläsern Sekt schon zu lallen beginnen, sollten Sie lieber nur eins zum Anstoßen genießen oder verzichten Sie auf das fünfte Bier, wenn das vierte schon im Magen rumort.

Halten Sie sich selbst dann an ein angemessenes Maß, wenn die Kollegen und Vorgesetzten dem Delirium nahe scheinen. Sie sind für Ihr Verhalten verantwortlich, und selbst wenn Frau Meier betrunkener ist, rechtfertigt das nicht sich selbst daneben zu benehmen.

Und was, wenn der angeheiterte Vorgesetzte darauf besteht einen mit Ihnen zu trinken will ? Nun dann bestellen Sie sich ein Glas, nippen ab und an daran und haben noch ein Glas Wasser parat. Niemand kann Sie dazu zwingen ein Dutzend Schnäpse herunterzustürzen.

Flirts mit Folgen und heikle Gesprächsthemen

Eine weitere Folge des Alkohols ist der Verlust der Hemmschwelle, was Flirts oder Annäherungsversuche angehen. Da sich laut Studien viele Partnerschaften durch die gemeinsame Arbeit bilden, ist gegen einen harmlosen und lockeren Flirt nichts einzuwenden, aber sobald man aufdringlich wird, ist Schluss. Anmachsprüche, Grapschen oder auch wildes Geknutsche hat auf der betrieblichen Weihnachtsfeier, genauso wie im Büroalltag, nichts verloren. Eine Feier im Kollegenkreis ist keine Singlebörse und entsprechend sollte man sich auch nicht so verhalten. Das gilt nicht nur für die Herren, sondern auch für die Damen. Selbst wenn keine Kündigung auf solches Verhalten folgt, wird man sicher in der nächsten Zeit das Flurthema Nummer eins sein.

Neben Anmachsprüchen sollten Sie auch manche andere Gesprächsthemen meiden. Hier gilt eigentlich das Gleiche wie im Büroalltag. Detaillierte Beschreibungen der letzten Hautkrankheit, Sex, Religion und Politik sind keine geeigneten Themen für die Veranstaltung.

Und wenn Ihnen vom Vorgesetzten im Verlauf des Abends das „Du“ angeboten wird, gilt das auch nur dauerhaft, wenn der Chef es am nächsten Tag noch immer so handhabt. Verzichten Sie am Morgen danach also lieber auf das lustige „Hansi“ und warten Sie, bis die Fronten hinsichtlich der Anrede geklärt sind.

Wenn Sie daneben noch auf schiefe Singeinlagen, Prahlereien oder zu intensive Schmeicheleien gegenüber den Vorgesetzten verzichten, werden Sie und der Abend an sich, bestimmt gut im Gedächtnis bleiben – oder zumindest werden Sie nicht negativ auffallen und das ist bei vielen Betriebsfeiern schon ein großer Pluspunkt.


Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und viel Spaß auf Ihrer nächsten Weihnachtsfeier!

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