Experte:

M.A. Wirtschaftswissenschaften Franz Albert Springer

mobbing

Diese Voraussetzung für Mobbing klingt zunächst sehr kriegerisch, ist aber im beruflichen, schulischen oder privaten Alltag durchaus Realität. Von den meisten Mobbingtätern wird die Vernichtung des Opfers zumindest billigend in Kauf genommen.

Vernichtung meint hier natürlich nicht die gewaltsame, mit dem Tod endende Beseitigung des Opfers, sondern die Vernichtung seiner beruflichen bzw. schulischen Existenz.

Ein konkretes Beispiel für den unbedingten Willen einen Kollegen zu vernichten soll folgendes Beispiel aus der Fußballbundesliga der 1990er Jahre zeigen:

Ralf S. ist Fußballprofi bei einem süddeutschen Bundesligaverein. Mit sehr viel Fleiß, Engagement, Entbehrungen und Ehrgeiz hat er, der er nur über mittelmäßiges Talent verfügt, es bis zum Bundesligaprofi und somit zur privilegierten Spitze dieses Sports gebracht. Er ist sich der Tatsache durchaus bewusst, dass er nur durch harte Arbeit sein Leistungsniveau halten und in der Mannschaft bleiben kann. Genauso gut weiß er, dass Spielertypen wie er leicht zu ersetzen sind. Die Tatsache, dass nur derjenige richtig gut verdient, der spielt, stachelt seinen Ehrgeiz zusätzlich an.

Bei einem Bundesligaspiel geschieht dann ein für Ralf S. tragisches Unglück. Er zieht sich eine Verletzung zu und muss mehrere Wochen pausieren. Die Folgen sind für Ralf S. äußerst unangenehm. Er bekommt nur noch sein Grundgehalt, die gesamten Prämien entfallen.

Nachdem Ralf S. wieder „fit“ und damit einsatzfähig ist muss er feststellen, dass sein Vertreter, Torbjörn Q., so gut spielt, dass ihn der Trainer nicht aus der Mannschaft nehmen kann. Ralf S. bekommt zwar jetzt, nach Wiederherstellung seiner Gesundheit, die sogenannte „Bankprämie“, bleibt aber weiter von Auflauf-, Sieges- und Punkteprämien ausgeschlossen.

Er beschließt diesen Zustand zu ändern! Bei einem Trainingsspiel tritt Ralf S. seinem Kollegen Torbjörn Q. von hinten in die Beine.

Dieses üble Foul hat zur Folge, dass Torbjörn Q. mehrere Wochen in der Klinik verbringen muss, danach eine lange Rehabilitationszeit durchmacht und um die Fortsetzung seiner Karriere bangt. Ralf S. hingegen hat sein Ziel erreicht. Er ist nun wieder Stammspieler und partizipiert von allen Prämien.


Lesen Sie außerdem hier alle weiteren Teile der Mobbing-Reihe von Franz Albert Springer.

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