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1. Konzentration:

"Es ist der Geist, der den Körper formt" (Schiller). Die Konzentration ist das Schlüsselelement, um Körper und Geist zu verbinden! Jede Bewegung hat ihren Ursprung im Gehirn und gewinnt durch Konzentration an Qualität. Unser Geist hat die einzigartige Fähigkeit, eine bildlichen Rahmen zu schaffen, dem unser Körper folgen kann. Visuelle Vorstellungen erleichtern die Konzentration dieses Body & Mind Trainings. Bei Pilates werden alle Übungen durch Metaphern beschrieben und dargestellt (Bsp: Perlenkette, Ameisenstraße, Betonklotz, Zahnrad etc.) Die Konzentration auf Atmung und Bewegung schult die Wahrnehmung des eigenen Körpers und sorgt so für ein verbessertes Körpergefühl. Wenn Sie Ihren Körper richtig trainieren möchten, sollten Sie auch geistig vollkommen präsent sein! Beobachten Sie selbst, wie Ihre Muskeln auf Ihre Aufmerksamkeit reagieren!Die Konzentration sorgt für Entspannung und innere Ausgeglichenheit.

2. Brustkorbatmung:

Sie ist die erste und letzte Handlung in unserem Leben. Durch vollständiges Ein- und Ausatmen schuf Pilates eine Methode der Blutreinigung durch Sauerstoffanreicherung. Die Entschlackung und Versorgung des Sauerstofftransportes im Blut wird angeregt und verbessert. Eine intensive Brustkorbatmung, auch Zwerchfell- oder Flankenatmung genannt, sorgt für eine bewusste Konzentration auf die Aktivierung der Bauchmuskulatur. Die Bauch/Rumpfmuskulatur kann angespannt werden, ohne Luft und auch Organe verdrängen zu müssen. Die Übungen erhalten durch die bewusste Atmung einen tieferen Sinn, Bewegungen können so kontrolliert und fast schwerelos ausgeführt werden, ein besserer Trainingserfolg stellt sich ein. Atmung und Bewegung werden synchronisiert, womit die Kontrolle über die eigenen Bewegungen erreicht wird.Was passiert in der Ein / Ausatmungsphase?

  • Bewusstes Einatmen in den (seitlichen) Brustkorb: Dieser dehnt sich zur Seite aus wie bei einer Ziehharmonika, die Rippenbögen unterhalb des Brustbeines öffnen sich wie ein Sonnenschirm nach außen, die Zwischenrippenmuskulatur und damit der Abstand zwischen den einzelnen Rippen wird erweitert (Bauch bleibt flach, Schultern bleiben tief und nach außen gezogen!)
  • Bewusstes forciertes (hörbares, …als wenn Sie einen Spiegel anhauchen) Ausatmen: dadurch aktivieren sich die wichtigen Stabilisatoren des Rumpfes (tiefer Bauchmuskel, Beckenboden, Zwischenrippenmuskulatur), das oben genannte Zentrum (siehe auch unten: Powerhouse) kann bei der Ausatmung optimal aktiviert werden, schwierige und anstrengende Übungen können dadurch mit guter Körperspannung und somit Wirbelsäulen schonend durchgeführt werden.

 3. Zentrieren:

Zentraler Punkt der Methode ist die Stärkung und Aktivierung des so genannten "Powerhouse", der Körpermitte, dem Energiezentrum und Fundament unseres Körpers. Alle Pilatesübungen beginnen im Powerhouse, dort entsteht die physische Energie des Körpers und fließt in die Extremitäten. Alle Bewegungen werden von dort eingeleitet. Um das "Powerhouse" (auch Kraftgürtel, stabiles Korsett genannt) zu aktivieren, wird der Beckenboden angespannt (Das Verkneifen des Urinierens vorstellen und verstärken), die Schulterblätter und die Rippen tief gezogen, der Nabel zur Wirbelsäule (Bauchnabel wie einen Matratzenknopf vorstellen, Reißverschluss einer engen Hose schließen) und das Becken mit Ziel in die neutrale Position bringen. Die tiefste, nicht sicht- oder spürbare querverlaufende Bauchmuskelschicht wird aktiviert (wie beim Husten, Niesen, herzhaftem Lachen).

4. Bewegungsfluss, Länge und Weite:

Der Natur des Menschen entsprechend bleibt der Körper in Bewegung, eine Übung fließt in die nächste, der Atem fließt, wird nie angehalten, die Kraft und Energie entstehen im Zentrum und fließen in die Extremitäten.Die Bewegungen werden fließend und ineinander übergehend ausgeführt, ein Gleichgewicht des Körpers und Lockerheit sind die Folge. Anspannungen werden gelöst und die innere und äußere Balance des Menschsein wieder hergestellt. Alle Ausführungen sind fließend und anmutig. Es wird immer in die Länge gearbeitet, alle Vorstellungsbilder sorgen für ein noch stärkeres in und über die Länge Hinausziehen. Entscheidend ist beim Pilates dass die Muskeln während der Kräftigung gedehnt werden. Nur so bleiben sie geschmeidig und flexibel. Arme und Beine beim Heben daher stets strecken. Auch die Wirbelsäule wird in die Länge gezogen (der Abstand zwischen Scheitel und Steißbein sollte so lang wie möglich sein) der Hals wird gestreckt, damit der Nacken entspannt (Abstand zwischen Ohren und Schultern so groß wie möglich).

5. Entspannung:

Das richtige Zusammenspiel von Anspannung und Entspannung ist wichtig. Dabei bleibt der Nacken immer in der neutralen Position und der Kiefer locker. Der Schultergürtel und die Extremitäten sind ebenfalls entspannt, während die Kraft und Ausführung vom Zentrum aus aktiviert wird und die Übungen durchgeführt werden. Dieses Zusammenspiel bringt ein großes Maß an Ruhe und Bewusstseim während des Trainings.

6. Kontrolle:

PILATES wird auch "Contrology" genannt. Um alle Grundprinzipien zu erreichen, werden die Belastungsgrenzen genau eingeschätzt. Die Leistungsfähigkeit ist individuell und täglich unterschiedlich und wird immer wieder neu ausgelotet. Kontrolle entsteht nur dann, wenn die Anspannung und Ausführung gezielt bestimmt werden. Es gibt keine unkontrollierten Bewegungen, keinen Schwung, keine ruckartige Ausführung der jeweiligen Übungen. Nur so können Verletzungen und Schmerzen verhindert werden, nur so kann auch das Gehirn verarbeiten, wie eine Bewegung richtig ausgeführt wird und welche Muskeln dazu nötig sind.Jede Bewegung erfüllt einen Sinn, jede ausgeführte Übung ist wichtig für den Trainingserfolg. Kontrolliert ausgeführte Übungen bewirken den größtmöglichen Erfolg. Vertrauen Sie auf Ihre Intuition. Schmerzen, Unwohlsein, Erschöpfung sind Ursachen und Auslöser für Verletzung und Krankheit. Achten Sie daher, WAS Sie fühlen, ob sich die Übung richtig anfühlt. Keine Bewegung sollte erzwungen werden oder nur durch viel Schwung und damit unkontrolliert möglich sein, es darf keine Schmerzen geben.

7. Koordination

Jede Übung hat ihren eigenen Sinn, es ist daher unumgänglich, alle Anweisungen zur Übungsausführung genau einzuhalten, um Erfolg zu ernten!Eine Bewegung wird viele Male wiederholt um sie zu automatisieren. Trotzdem soll die Bewegung immer noch konzentriert ausgeführt werden. Erst das Bewusstsein über einzelne Bewegungsabläufe verschaffen die Möglichkeit gezielt Änderungen vorzunehmen. Jeder Tag ist anders und an jedem Tag gibt Ihnen Ihr Körper immer wieder neu seine individuellen Belastungsgrenzen und Möglichkeiten des Trainings. "Ihr Körper sagt und antwortet Ihnen auf das was er kann und was er nicht kann, was er heute möchte und was nicht!"

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