„Ideen, neue Blickwinkel, Motivation“ und „nicht weniger als 312 Aha-Erlebnisse“ versprach das Moderatoren-Duo Roman Szeliga und Stefanie Tücking (Formel Eins) gleich zu Beginn des 11. Stuttgarter Wissensforums.

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Ob das für jeden der 3500 Besucher der ausverkauften Porsche-Arena zugetroffen sein mag, lässt sich zwar nicht mit Bestimmtheit sagen. Dass am 19. Oktober ein Dutzend der besten Redner und Motivationstrainer Deutschlands, Spitzensportler und Topunternehmer beim Publikum für eine Million Geistesblitze gesorgt haben, erscheint jedoch keineswegs unrealistisch, angesichts der geballten Kompetenz, die die Referenten-Agentur Speakers Excellence versammelt hatte.

Um Erfolg in all seinen Facetten sollte es neun Stunden lang gehen – was ihn ausmacht, wie man ihn verfolgt und was es dafür braucht. Den Anfang machte Arzt und Medical Consultant Michael Spitzbart, der in seinem Vortrag die medizinischen Hintergründe von Motivation und Leidenschaft erläuterte. Vor allem die Hormone Dopamin und Serotonin bestimmen, so Spitzbart, wie leistungsfähig wir sind und wie gut wir uns dabei fühlen. Damit die Hormonwerte nicht aus dem Gleichgewicht geraten, empfahl er „gesunden Egoismus“. Wer auf sich selbst und seine Bedürfnisse achten könne, habe mehr Energie für Erfolg.

„Anstrebungsziele statt Vermeidungsziele“


Zielorientierung war danach das Thema von Jörg Löhr. In seinem mitreißenden Vortrag spannte der ehemalige Handball-Nationalspieler den Bogen vom Erfolg der Apple-Produkte („Emotionalität, Kundenorientierung, Einfachheit“) bis hin zur Pflege von Bambus („haben Sie Geduld“). Erfolg hänge vor allem davon ab, sich die richtigen Ziele zu setzen: „Anstrebungsziele statt Vermeidungsziele“.

Für Selfmade-Erfolg-Leser Mario Adelt war dies ein entscheidender Moment des Stuttgarter Wissensforums. „Ich werde in Zukunft noch stärker darauf achten, ob ich wirklich meine Ziele verfolge oder eventuell nur fremde“, sagte er nach dem Vortrag.

Auch Selfmade-Erfolg-Leserin Yvonne Krautloher bescherte Löhrs Vortrag eines der versprochenen Aha-Erlebnisse. Solange man sein Ziel genau kenne, so der Motivationstrainer, sei es kein Problem, wenn ein überraschend auftauchendes Hindernis Umwege nötig machte – wie bei einem Navi im Auto. „Dieses Bild hat mich sehr beeindruckt“, sagte Krautloher. Wie Mario Adelt hatte auch sie eine Karte für das 11. Stuttgarter Wissensforum beim Gewinnspiel von Selfmade-Erfolg gewonnen.

„Unternehmenskultur aus Freude und Stolz“

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Neben den Vorträgen, die sich dem Thema Erfolg eher theoretisch näherten, kamen auch Experten aus der Praxis zu Wort. Wolfgang Bachler berichtete aus seiner Zeit als Kommandant der österreichischen Polizeispezialeinheit „Cobra“. In seinem viel beklatschten, stellenweise beinahe kabarettistischen Auftritt erklärte er anschaulich, dass man als Führungskraft seinen Mitarbeitern gerade in Krisensituationen „operativen Handlungsspielraum“ lassen müsse. Daneben hob er die Wichtigkeit von „Leistungsmotivation“ und Teamwork hervor.

Diese beiden Aspekte griff später auch Klaus Kobjoll, Geschäftsführer des Schindlerhofs in Nürnberg, in seinem Vortrag auf und vertiefen sie. Dort gewährte er spannende und aufschlussreiche Einblicke in seine Unternehmensphilosophie, die „getragen ist durch Freude und Stolz“. Seine Mitarbeiter motiviere man am effektivsten durch „vorleben“ und „involvieren“.

„Für Ihren Gesichtsausdruck sind Sie selbst zuständig“

Um Motivation durch Begeisterung ging es danach auch bei den folgenden Referenten, zum Beispiel bei PR-Expertin Sabine Asgodom und Extremsportler Joey Kelly. Das Stuttgarter Wissensforum bot mit seinen Referenten darum ein ganzes Spektrum an Perspektiven. Und darin durfte natürlich auch nicht der Blickwinkel eines erfolgreichen Unternehmers fehlen. Carsten Maschmeyer markierte mit seinem Vortrag Halbzeit und Höhepunkt der Veranstaltung, der den gleichen Titel trug, wie sein Bestseller: Selfmade – erfolg reich leben.

Den einen Königsweg zum Erfolg, erklärte Maschmeyer, gebe es nicht. Vielmehr brauche es eine ganze Reihe von Eigenschaften, die man sich aneignen und Disziplinen, die man perfektionieren müsse: angefangen bei der Zielorientierung, über Durchhaltevermögen und nachhaltiges Networking, bis hin zum richtigen Umgang mit Geld. Dass Erfolg auch damit zusammenhängt, wie positiv man auf Realitäten reagiert, brachte der Unternehmer auf ein einfaches Bild: „Für Ihr Gesicht sind Ihre Gene verantwortlich. Aber für Ihren Gesichtsausdruck sind Sie selbst zuständig.“ Dafür gab es Szenenapplaus vom Publikum.

Den Selfmade-Erfolg-Lesers Mario Adelt und Yvonne Krautloher blieben vor allem Maschmeyers Ratschläge zum Thema Networking in Erinnerung. Wer von Kontakten später profitieren wolle, müsse erst einmal in Vorleistung gehen. „Daran werde ich in Zukunft mehr arbeiten“, sagte Krautloher.

So wie sie nahmen auch die übrigen dreieinhalbtausend Besucher vom 11. Stuttgarter Wissensforum zahlreiche Denkanstöße und Ideen mit nach Hause. Und selbst wenn nicht alle davon Wurzeln schlagen sollten, stehen den Teilnehmern nach so viel geballter Motivation sicher erfolgreiche Monate ins Haus.

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