Meine Flugangst hatte ich langsam im Griff, dennoch blieb das Gefühl, dass ich, wenn ich nicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehe, die Kontrolle verliere und anderen Kräften ohnmächtig ausgeliefert bin. Da ich aber mit meinen Freunden ein-, zweimal im Jahr zu schönen Urlaubszielen fliege, gab es für mich ja auch gar keine Alternative – zu Hause bleiben oder mitkommen.

Wenn ich dann manchmal von meinen Freunden hörte, dass sie tauchen wollten, schauderte es mich. Tauchen war gänzlich außerhalb meiner Vorstellungskraft. Irgendwie dachte ich da wohl an James Bond Filme, wo man Steine ans Bein gebunden kriegt und im Meer ertränkt wird. Einmal auf den Malediven fragten mich meine Kumpels, ob ich mit tauchen gehen würde, denn hier könnte man das ohne Tauchschein. Dankeschön, schwimmen war okay und ich ließ mich gegen Ende der 14 Tage sogar mal überreden zu schnorcheln. Das war für mich schon panisch genug, selbstverständlich stellte ich mich dabei vor Angst auch so blöd an, dass ich oft und viel Wasser schluckte. Es war allerdings schon frustrierend, wenn die anderen nach dem Tauchgang erzählten, was sie alles so gesehen haben, aber irgendwie war ich auch froh, wenn ich hörte, was sie unter Wasser alles berührt hatten oder was da so plötzlich um die Ecke kam.

Der nächste Urlaub ging auf die Seychellen. Ich liebte und liebe Sonne, Strand und Palmen, eben ein schönes Festland. Da war aber so ein tolles Korallenriff, dass mich meine Kumpels ständig bequatschten, ich solle mich nicht so anstellen und einfach einmal mitkommen… nur einen Meter unter Wasser. Schnorcheln ging hier keiner mehr, Schwimmen war was für Warmduscher. Tja, den ganzen Tag als Weichei beschimpft zu werden und dann auch noch von den tollen Erlebnissen zu hören – ich wollte einfach nicht mehr ausgeschlossen sein. Naja und dann hat man mir gesagt, es wäre auch nicht schlimmer als Schnorcheln und dann haben wir erst im Hotelpool mit dem Sauerstoffgerät geübt. Erst nur ein paar Zentimeter unter Wasser, dann wurde ich mutiger und meine Kumpels versicherten mir, dass es im Meer, in Ufernähe, auch nicht anders wäre… und was soll ich sagen, ich hab mich getraut und es hat sogar Spaß gemacht. Dann habe ich mich entschieden, im darauffolgenden Urlaub nach Griechenland zu fahren – der Tauchkurs war fest gebucht, denn jetzt wollte ich es richtig lernen, damit ich mich auch in Gefahrensituationen professionell verhalte und ich wollte natürlich auch so tief tauchen, um die schönen Seiten des Mittelmeeres zu sehen, die im Vergleich zu den Seychellen erst in ca. 10 Meter Tiefe beginnen. Mittlerweile kann ich auch sagen, das stimmt…

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *