Deutschland gehört zu den erfolgreichsten Sportnationen überhaupt. Ob auf dem Fußballplatz oder der Reitanlage, im Schwimmbecken oder im Rund einer Formel1-Rennstrecke: Deutsche Athleten sind immer vorne mit dabei. Und bei den Winterspielen wird „Einigkeit und Recht und Freiheit“ häufiger gespielt als jede andere Nationalhymne. Franz Beckenbauer oder Michael Schumacher sind Legenden. Nur bei der Leichtathletik, da fallen die Erfolge stets eine Nummer kleiner aus. Und die Idole strahlen nicht ganz so hell wie Biathletin Magdalena Neuner oder Tischtennisass Timo Boll.

Wer also ist der erfolgreichste deutsche Leichtathlet beziehungsweise die erfolgreichste deutsche Leichtathletin?

Die Olympischen Spiele stellen natürlich die prestigeträchtigsten Wettbewerbe dar, in denen Sportler Erfolge erringen können. Eine größere Bühne für ihre Leistungen gibt es nicht. Die meisten Medaillen aller Leichtathleten gewannen der finnische Läufer Paavo Nurmi (12 Medaillen zwischen 1920 und 1928) und der amerikanische Weltrekordsprinter Carl Lewis (10 Medaillen zwischen 1984 und 1996). Beide holte je neun Mal Gold.

Die erfolgreichste Olympionikin der DDR ist Bärbel Wöckel. Die Sprinterin errang 1976 und 1980 vier Goldmedaillen über 200 Meter sowie mit der Staffel über 4-mal-100. Unter den Läuferinnen liegt sie damit auf Platz zwei der ewigen Olympia-Bestenliste. Die Amerikanerin Evelyn Ashford gewann eine Silbermedaille mehr.


Drei Mal Gold erreichte Sprinterin Renate Stecher (1972 und 1976); zwei Mal standen bei Olympischen Spielen Sprinterin Marlies Göhr (1976) und Weitspringerin Heike Drechsler (1992 und 2000) ganz oben auf dem Siegertreppchen sowie Marathonläufer Waldemar Cierpinski (1976 und 1980) und Sprinter Armin Hary (1960). Letzterer rannte als erster Mensch die 100 Meter in 10,0 Sekunden. Über den größten Triumph seiner Karriere sagte er später: „Ich habe mich auf den Knall gestürzt wie ein Boxer auf den Gegner.“

Ein Diskuswerfer stellt alle in den Schatten

Doch Olympische Spiele finden nur alle vier Jahre statt, Weltmeisterschaften hingegen seit 1991 alle zwei Jahre. Auch bei diesen Wettbewerben dominieren traditionell die Athleten aus den USA. Michael Johnson konnte zwischen 1991 und 1999 insgesamt 9 Weltmeistertitel für sich verbuchen; Carl Lewis (1983 bis 1991) und Allyson Felix (seit 2005) jeweils 8.

Wie bei den Amerikanern waren auch bei den deutschen Sportlern besonders die Läufer erfolgreich: Die Sprinterinnen Marita Koch (1983) und Silke Möller (1983 und 1987) holten drei Mal Gold, ebenso Hürdenläuferin Sabine Busch (1983 und 1987). Dreifache Weltmeisterinnen können sich auch Diskuswerferin Franka Dietzsch (1999 und 2007) und Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss (1995 und 1999) nennen.
Unter den deutschen Männern taten sich vor allem die Werfer hervor. Diskuswerfer Robert Harting gewann 2009 und 2011 Gold. Pünktlich zu den Olympischen Spielen in London knackte der gebürtige Cottbuser sogar zum ersten Mal in seiner Karriere die 70-Meter-Marke. Noch erfolgreicher als Harting war ein Athlet aus der gleichen Disziplin – nicht nur, weil er bereits bei Olympia gewann. Lars Riedel dominierte die Wettbewerbe von 1991 bis 2001 und gewann fünf Mal den Titel als bester Diskuswerfer der Welt. Er belegt Platz neun der ewigen Bestenliste bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften und ist dort damit der erfolgreichste deutsche Leichtathlet.

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