Auch wenn wir heute Smartphones und Tablets mit den Fingern bedienen und ganze Betriebssysteme wie Windows 8 darauf abgestimmt werden, ist die Computermaus wohl noch immer die verbreitetste Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Zu einem PC oder Mac gehört sie so selbstverständlich wie die Tastatur. Aber wer hat die Maus eigentlich erfunden?

Computer MouseIhre Geschichte beginnt Anfang der 1960er Jahre. Computer waren zu dieser Zeit unhandliche Kästen, ihre private Nutzung noch Zukunftsmusik. Doch schon damals machte man sich Gedanken über die Bedienung der Rechenmaschinen. An der renommierten Stanford Universität in San Francisco suchte seinerzeit der Ingenieur Douglas Engelbart (*1925) mit einigen Kollegen nach Möglichkeiten zur Vereinfachung der Interaktion zwischen Mensch und Computer. Er entwickelte 1963 ein Zeigegerät, das Bewegungen auf eine grafische Benutzeroberfläche übertragen konnte und nannte es „Maus“.

Am 9. Dezember 1968 stellte Engelbart seine Erfindung der Öffentlichkeit vor. Es war nicht seine einzige. Auf der Fall Joint Computer Conference zeigte er den verblüfften Zuschauern noch weitere – heute größtenteils verwirklichte – Visionen des aufziehenden Computerzeitalters, darunter einen Live-Video-Chat und Hypertext. Engelbarts Vortrag ging unter dem Namen „Die Mutter aller Präsentationen“ in die IT-Geschichte ein.

Telefunken war schneller

Doch so wegweisend die Idee der Maus war – auf der anderen Seite des Atlantiks war sie bereits Wirklichkeit geworden. Bereits am 2. Oktober 1968 hatte der Ingenieur Günter Neubauer in einem Artikel für die Technischen Mitteilungen von AEG-Telefunken ein Zeigegerät namens „Rollkugel“ vorgestellt. Mit ihr war es möglich, einen Cursor zu bewegen und Markierungen auf einem Bildschirm zu setzen.


Als Douglas Engelbart fast zwei Jahre später seine Computermaus zum Patent anmeldete, setzte die Flugsicherung bereits Telefunkens Rollkugel als Zubehör für den Großrechner TR 440 ein. Ob letztendlich die amerikanischen oder die deutschen Ingenieure zuerst die Idee gehabt hatten, lässt sich nicht mehr zweifelsfrei feststellen.

Steve Jobs führt die Computermaus zum Erfolg

Bis zum kommerziellen Durchbruch der Maus gingen schließlich noch einmal mehr als zehn Jahre ins Land. Nach Weiterentwicklungen durch den Elektronikkonzern Xerox und Forschern an der ETH Zürich war es schließlich Apple, das die Maus populär machte. Steve Jobs präsentierte mit dem Macintosh 1984 einen Computer mit grafischer Benutzeroberfläche. Hatten alternative Eingabegeräte bislang die Tastatur als primäre Mensch-Maschine-Schnittstelle nur ergänzt, drehte Jobs den Spieß nun um: Beim Macintosh war die Maus das Haupteingabegerät. Zu einem Erfolg avancierte sie, weil Apple sie in den Mittelpunkt rückte.

Douglas Engelbart und Telefunken konnten davon allerdings kaum profitieren. Engelbarts Patent war bereits abgelaufen, als die Computermaus ihren Siegeszug auf den Schreibtischen der Welt antrat und bei Telefunken hatte niemand das Potenzial der Rollkugel als hoch genug eingeschätzt, um sie überhaupt als Patent anzumelden. Eines der letzten Telefunken-Exemplare lässt sich noch heute im Computermuseum Stuttgart bewundern.

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