Um eine Erfolgsidee zu haben, muss man weder ein genialer Erfinder sein, noch ein findiger Geschäftsmann. Und die Forschungsabteilung eines Großkonzerns braucht  man auch nicht hinter sich zu wissen. Die Ampel zum Beispiel verdankt ihre Entwicklung dem wachen Auge und dem Problembewusstsein einiger Verkehrsprofis.

ampelDer Betrieb auf den Straßen musste geregelt werden, als sich immer mehr Menschen auf ihnen bewegten. Im Zuge der Industrialisierung wuchsen die Städte. und das Leben in ihnen beschleunigte sich. Das war nicht ungefährlich. In London starben im Jahr 1866 mehr als 1100 Menschen im Straßenverkehr. (Zum Vergleich: Obwohl sich die Einwohnerzahl der britischen Hauptstadt seit damals mehr als verdoppelte, kamen 2011 hingegen „lediglich“ 159 Menschen auf Londons Straßen ums Leben.)

Eisenbahn-Ingenieur John Peake Knight (1828-1886) wollte etwas gegen die hohe Zahl der Verkehrsopfer unternehmen und installierte am 10. Dezember 1868 direkt zu Füßen von Big Ben die erste Straßen-Lichtsignalanlage der Welt. Knights Ampel war mit heutigen nicht zu vergleichen und bestand wie ihre zeitgenössischen Pendants aus dem Bahnverkehr aus einer Gaslaterne mit drehbaren Lichtfiltern in grün und rot. Sie funktionierte, flog allerdings nach nur einem Jahr in die Luft – das Experiment Ampel wurde daraufhin erst mal wieder auf Eis gelegt.

Als weltweit das Auto seinen Siegeszug antrat, verschärfte sich die Frage der Verkehrssicherheit abermals. Elektrisches Licht hatte Gaslaternen mittlerweile abgelöst und so wurde 1912 in Salt Lake City, Utah, die erste strombetriebene Ampel der Welt in Betrieb genommen. Ihr Erfinder war der Polizist Lester Wire.

Die Ampel erhält ihr gelbes Licht


Ihre heutige Gestalt mit rotem, gelbem und grünem Signallicht erhielt die Ampel wiederum von einem Polizisten. 1922 ließen sich die Automassen  in Detroit kaum mehr in den Griff bekommen. Den Chef der Verkehrspolizei, William Potts (1883-1947) ließ das natürlich nicht kalt: „Notwendigkeit ist die Mutter aller Erfindungen“, sagte er später einmal. „Wir konnten unsere Leute an den Kreuzungen und Einmündungen nicht länger koordinieren, aber wir konnten automatische elektrische Ampeln koordinieren.“

Der von Potts entwickelte erste moderne Ampelmast besaß zwölf Lampen, je drei für jede Fahrtrichtung, und ging im Oktober 1920 in Betrieb. Das Besondere: Durch das zusätzliche Gelblicht ließ sich der Verkehrsfluss besser steuern. Das System funktionierte, musste allerdings per Hand bedient werden. In den nächsten 25 Jahren wuchs die Zahl der Ampeln in Detroit auf mehr als 600.

Auch wenn er sich seine Erfindung nie patentieren ließ, gilt Potts heute als Erfinder der modernen Ampel. Selbstverständlich blieb die Entwicklung seiner Idee nicht stehen. 1927 wurde im englischen Wolverhampton die erste automatische Verkehrsampel aufgestellt. Die erste computergesteuerte Ampel regelte ab 1963 in Toronto den Verkehr.

Mit der zunehmend komplexer werdenden Mobilitätssituation konnte die Ampel seither Schritt halten und erhöht die Verkehrssicherheit. Nur eines hat sich seit ihrer Einführung nicht verändert: Rotlichtverstöße gibt es immer noch.

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  1. Jack

    Garrett Morgan hatte die erste Automatische Verkehrsampel erfunden

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