O‘ zapft is

Der Herbst hat uns in der 39. Kalenderwoche mit einem Wechsel aus Regen, Sonne und Wind begrüßt. Vielerorts wurden die Pullover übergestreift oder die Heizungen angedreht. Nur nicht in München. Dort hieß es statt Baumwolle und Schal das Dirndl oder die Lederhosen aus dem Schrank zu holen und sich bei einem Maß und einer deftigen Haxen zu wärmen, anstatt mit einem warmen Tee. Denn passend zum Herbstanfang öffneten sich am 22. September die Tore zum Münchner Oktoberfest. Auch 2012 versprechen die Wies‘n jede Menge Kurzweil, eine feuchtfröhliche Stimmung und ein hohes Aufgebot der weltweiten Prominenz. Vielleicht schaut Robbie Williams ja auch mal vorbei?

Let him entertain you

Der hat nämlich allen Grund zu feiern. Nicht nur, dass er erstmals am 18. September Vater geworden ist, er knackte auch mittels einer geschickten Marketingstrategie alle Airplay-Rekorde mit seiner neuen Single Candy.


Begonnen hatte dies, als der Weltstar vor zwei Wochen beim deutschen Radiopreis die Robbie-Williams-Radio-Lotterie ankündigte, bei der sich der frischgebackene Vater selbst verloste. Dafür schrieb der britische Superstar im Beisein einer Notarin ein bestimmtes Datum und eine Uhrzeit auf einen Zettel und erklärte, dass der Radiosender einen Redaktionsbesuch von ihm gewinnen würde, der Candy möglichst exakt zu diesem Termin senden würde. Das ließen sich die deutschen Radiostationen nicht zweimal sagen und spielten den Song so oft wie keinen anderen bisher: insgesamt 2572 Mal in einer Woche.

Und ein Sender hatte damit besonderen Erfolg: Das 24-köpfige Team von Antenne Bad Kreuznach spielte die Singleauskopplung unter anderem am 23. September um 12:00:16 und war damit am nächsten an der notierten Zeit.

Informiert wurde die Redaktion telefonisch durch Dirk Baur (Managing Director Universal Music International Division) und Sabrina Winter (Head of Radio Universal Music International Division). Die erste Reaktion der Geschäftsführerin Doreen Gesierich nach diesem Anruf: „Oh Gott, mir ist ganz schlecht und ich zittere am ganzen Körper. Das ist jetzt aber kein Scherz, oder? Ich kann es noch gar nicht glauben. Robbie Williams kommt wirklich zu uns in den Sender!”

So eine Chance bekommen wenige deutsche Sender – und erst recht nicht die kleineren. Robbie Williams kann sich also dreifach in dieser Woche freuen: Vaterglück, Airplay-Rekord und er hat eine kleine Redaktion sehr glücklich gemacht.

Alle guten Dinge sind drei

Dass ein Glücksfall selten allein kommt, sondern gerne im Dreierpack, hat auch eine norwegische Familie erlebt. Denn in dieser Woche knackte eines der Familienmitglieder zum dritten Mal in sechs Jahren einen Millionen-Jackpot im Lotto. Diesmal gelang es Tord Oksnes im Alter von 19 Jahren, indem er 12,2 Millionen Kronen (circa 1,6 Millionen Euro) abräumte. Zuvor hatte seine 26-jährige Schwester Hege Jeanette im Jahr 2010 rund 8,2 Millionen Kronen gewonnen und vier Jahre davor tippte Vater Leif die richtige Zahlenreihe und erspielte 4,1 Millionen Kronen.

Die Zeitung Verdens Gang hat die Ursache für diese Glücksträhne gesucht und scheinbar auch gefunden: Angeblich gewann die Familie immer dann, wenn Hege Jeanette schwanger war oder kurz zuvor entbunden hatte. Glück im Spiel scheine Glück in der Liebe also doch nicht auszuschließen.

Vier auf einen Streich

Statt nur dreimal, räumte die US-amerikanische Fernsehserie Homeland bei den diesjährigen Emmy Awards gleich viermal ab. Damit wurde die Serie über eine CIA-Agentin im Kampf gegen den Terrorismus zum klaren Gewinner des Abends – und das, obwohl noch nicht mal ein Jahr seit der Erstausstrahlung vergangen ist. Die schwangere Hauptdarstellerin Claire Danes sagte dazu hinter der Bühne, man habe nicht damit gerechnet, so früh eine so große Anerkennung zu bekommen. „Aber es fühlt sich ziemlich gut an.“ Kein Wunder. Schließlich wurde nicht nur Danes als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, sondern auch ihr Kollege Damian Lewis als bester männlicher Hauptdarsteller. Darüber hinaus erhielt die vom Sender Showtime gezeigte Serie noch den Award als beste Dramaserie und für das beste Drehbuch (einer Dramaserie).

Wir dürfen gespannt sein, wann das ausgezeichnete Spektakel um CIA-Agentin Carrie Mathison das erste Mal in Deutschland zu sehen sein wird – die Rechte hierfür hatte sich die ProSiebenSat.1 Media zumindest schon im März 2012 gesichert.

Schneeflöckchen, Weißröckchen, jetzt kommst du geschneit…

Keine Angst, Sie müssen noch nicht anfangen Schnee zu schippen. Und obwohl es bis zum ersten Schneefall in Deutschland noch einige Monate dauern dürfte, richtete sich die Aufmerksamkeit der internationalen Wissenschaft diese Woche auf ein eben solches Flöckchen in Göttingen. Denn an der dortigen Universität gelang es einem Forscherteam den kleinsten Eiskristall der Welt zu erschaffen. Bisher war man davon ausgegangen, dass ein Minimum von 1000 Molekülen für eine solche Schneeflocke nötig wären. Das Experiment, das Udo Buck vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation entwickelte, bewies das Gegenteil: Mittels Minus 180 bis 150 Grad kaltem Wasserdampf schafften sie es einen Kristall aus nur 475 Molekülen herzustellen.

Dies ist nicht nur ein Erfolg für die Forscher aus Göttingen. Es kann auch dazu beitragen die Modelle der Klimaforschung zu verbessern, da Eiskristalle aus Wasserdampf in den oberen Atmosphärenschichten eine wichtige Rolle spielen. So zeigt sich einmal wieder, wie auch etwas sehr kleines, etwas Großes bewirken kann.

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