Mit einem Feuerwerk aus Lichtern, Superstars und britischem Humor gingen die diesjährigen olympischen Sommerspiele zu Ende. Am 12. August, kurz vor Mitternacht, erklärte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, die Spiele für beendet und das olympische Feuer wurde gelöscht. Damit wird es Zeit, noch einmal auf die größten Erfolge der letzten Olympia-Woche zurückzublicken.

Ein goldener statt grüner „Hulk“

Genau vor einer Woche, am Abend des 6. August, wurde das olympische Stadium von einem unglaublichen Siegestaumel erfasst – denn der „Incredible Hulk“ (dt. unglaubliche Hulk), wie die Zeitung Daily Mail titelte, zelebrierte seinen Goldrausch.
Mit einem Diskuswurf von 68.27 Metern machte Robert „der Hulk“ Harting seine Serie komplett und holte nicht nur eine weitere Goldmedaille für Deutschland, sondern ergänzte seinen EM- und WM-Titel noch um das erste, persönliche, olympische Edelmetall.
Grund genug für den Berliner das Shirt mit einem Kriegsschrei zu zerreißen und zu zeigen, dass er auch ein guter Hürdenläufer wäre. Mit einer flatternden Deutschlandflagge bekleidet, nahm er schreiend in seiner Ehrenrunde die 100-Meter-Hürden, die eigentlich für die Damen aufgestellt waren.
Die Weltpresse nahm dieses Spektakel zum Anlass nicht nur die sportliche Leistung zu honorieren, sie erhoben Robert Harting auch zum Vorbild, wie man eine Goldmedaille richtig feiert.

Der Ritter auf dem Drahtesel


Einen Grund zum Feiern hatte auch der britische Radsport. Von zehn möglichen Goldmedaillen, sicherten sich die Briten sieben. Zudem holten sie noch eine Silber- und eine Bronzemedaille – nur im Teamsprint der Frauen gingen die Gastgeber leer aus.
Ein Mann war jedoch maßgeblich an diesem Radspektakel beteiligt: Sir Chris Hoy.
Zuerst holte er sein fünftes olympisches Gold mit dem Teamsprint, dann krönte er seine Karriere noch mit der sechsten goldenen Medaille im letzten Wettbewerb, dem Keirin der Männer.
Der 36-jährige Schotte kann sich nun neben seinem Rittertitel auch über die Titel „erfolgreichster britischer Olympiateilnehmer “ und „erfolgreichster Radsportler aller Zeiten“ freuen.
Nach diesen Erfolgen wird sich die britische Radsportlegende wohl zur Ruhe setzen. Nur eines lässt er sich vor Karriereende nicht mehr entgehen: Sein letztes Rennen will er im, nach ihm benannten, „Sir Chris Hoy Velodrome“ bei den Commonwealth Games 2014 fahren.

Gold für goldige Beachboys

Etwas Historisches schaffte auch das deutsche Beachvolleyball-Duo um Julius Brink und Jonas Reckermann. Nach dem WM-Titel 2009 und den beiden EM-Titeln 2011 und 2012 schafften sie, was noch keinem deutschen Duo vor ihnen gelang: Sie erspielten sich die olympische Goldmedaille.
In dem spektakulären Finale gegen die brasilianischen Angstgegner zeigten Abwehrexperte Brink und Blockspezialist Reckermann nicht nur eine grandiose Leistung sondern auch ihren unvergleichbaren Siegeswillen. Nur dadurch schien die erste deutsche Goldmedaille der Geschichte, in dieser Disziplin möglich.

Goldene Gäuler in Großbritannien

Eine erste Goldmedaille konnten sich auch die Briten im Dressurreiten schnappen.
Seit 1976 ging der erste Platz in dieser Sportart bei acht olympischen Starts, acht Mal an Deutschland. Schier unschlagbar tänzelten die deutschen Reiter immer wieder zum Sieg während die Briten seit der Einführung der Dressur 1912 nicht einmal auf das Treppchen kamen, geschweige denn Gold holten.
Das änderte nun das Team um Charlotte Dujardin, Carl Hester und Laura Bechtolsheimer: Sie holten die erste Medaille der Geschichte für Großbritannien im Dressursport und verwiesen die deutschen Reiter auf den Silberplatz.

Große Leistung für kleinstes Land

Aber nicht nur die großen Nationen schaffen historische Siege. Schließlich ist Olympia ein Sportevent, bei dem auch immer wieder kleine Wunder geschehen. Eines dieser kleinen Wunder ist die Goldmedaille durch Kirani James, der das 400-Meter-Finale in 43,94 Sekunden abschloss. Mit diesem Sieg löste er in seinem Heimatland Grenada eine riesige Freudenfeier aus und kurzerhand erklärte Grenadas Regierung sogar den vergangenen Dienstag zum offiziellen Feiertag. Denn das Gold durch James war auf der einen Seite die erste Medaille für das Land, auf der anderen ist Grenada mit circa 107.000 Einwohnern auch das kleinste Land, das jemals eine Medaille gewann.

Alle warteten nur auf ihn…

Ein anderes olympisches Wunder ist auch der schnellste Mann der Welt: Usain Bolt aus Jamaika.
Der 25-Jährige dominierte bei den Spielen in London nicht nur erneut die Rennen über 200-Meter, 100-Meter und mit der Staffel über 4×100-Meter sondern auch den Kurznachrichtendienst Twitter. Sein Goldlauf über 200-Meter wurde circa 80.000 Mal pro Minute auf dem Portal kommentiert, berichtete das Unternehmen am Sonntagabend.
Bolt holte damit alle Erfolge, die ein Sportler während Olympia holen kann: Er siegte in drei von drei Rennen, stellte einen Weltrekord mit der Staffel auf (36,84 Sekunden) und war das absolute Gesprächsthema Nummer Eins während der olympischen Spiele 2012.
Die Welt scheint Jamaikas Wunderläufer und mittlerweile viertbesten Leichtathleten aller Zeiten einfach sprichwörtlich zu Füßen zu liegen.

Wie lange das noch so weitergehen kann? Noch vor dem Staffel-Showdown sagte Usain Bolt dazu selbstbewusst: „Ich bin noch nicht bereit zurückzutreten.“  – und die Welt scheint sich an seinen Erfolgen auch noch lange nicht satt gesehen zu haben.

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