Ein Jahr voller Rekorde, Glücksmomente und Triumpfe liegt hinter uns. Die eindrucksvollsten haben wir in einer Serie zusammengestellt. Heute: Die größten fünf Erfolge der Monate Januar bis März.

21. Januar – Einmal um die ganze Welt

Eine Weltumsegelung können sich nicht viele Hobbysegler auf die Fahnen schreiben. Laura Dekker schaffte es mit gerade einmal 16 Jahren. Was für eine handwerkliche, körperliche und mentale Leistung das ist, kann man sich vielleicht gerade noch vorstellen. Für die Niederländerin war es jedoch auch eine juristische. Behörden hatten lange versucht, den Teenager von ihrem ehrgeizigen Plan abzubringen – schlussendlich ohne Erfolg. Ein Jahr nach ihrem Aufbruch erreichte Laura Dekker glücklich und gesund ihr Ziel. Den Journalisten sagte sie bei ihrer Ankunft auf der Karibikinsel Sint Maarten: „Es gab Momente, in denen ich dachte: Was um Himmels willen mache ich hier eigentlich? Aber nie wollte ich aufgeben. Es ist ein Traum und ich wollte ihn erleben.“

26. Februar – Wie aus einer anderen Zeit

Hollywood ist für gewöhnlich vernarrt in den technischen Fortschritt: Ton, Effekte und Ausstattung dürfen und müssen immer besser werden. Es kam daher einem kleinen Wunder gleich, dass bei der Oscar-Verleihung 2012 ein Film triumphiert, der in vielerlei Hinsicht aus einer anderen Kinoepoche zu stammen scheint. The Artist ist ein einziger herrlicher Anachronismus, ein französischer Stummfilm in schwarzweißen Bildern im heute völlig unüblichen 4:3-Format. Mit den fünf Auszeichnungen für The Artist träumte sich die Academy noch einmal in das Zeitalter der überlebensgroßen Stars und Gefühle zurück. Aber auch das ist eben Hollywood: Die Traumfabrik.

11. März – Markus Lanz moderiert “Wetten, dass..?”


Drei Positionen gibt es in Deutschland, über deren Besetzung länger und leidenschaftlicher diskutiert wird als über die Eurokrise: das Amt des Bundeskanzlers, das des Fußballnationaltrainers und das des Wetten, dass..?-Moderators. In den 30 Jahren seit 1981 gab es vier Bundekanzler und sieben Bundestrainer. Aber nur drei Männer präsentierten Europas erfolgreichste Samstagabendshow: Frank Elstner, Wolfgang Lippert und Thomas Gottschalk. Als letzterer nach 22 Jahren aufhörte, stand das ZDF vor der schwierigen Aufgabe einen Nachfolger zu suchen. Die Mainzer fanden ihn schließlich ihn in Gestalt von Markus Lanz. Am 11. März teilte das ZDF seine Entscheidung mit. Seinen ersten Auftritt in der neuen Rolle absolvierte der 43-jährige Tiroler am 6. Oktober in Düsseldorf – vor 13,62 Millionen Fernsehzuschauern. Debütspiele neuer Bundestrainer hatten noch nie ein so gewaltiges Publikum. Von ersten Regierungsbesprechungen ganz zu schweigen.

11. März – „Alles erreicht“ mit 25 Jahren

Am selben Tag, als Markus Lanz seinen neuen Karriereschritt verkündete, gab eine andere ihr Karriereende bekannt. Biathletin Magdalena Neuner hat mit ihren 25 Jahren bereits 17 WM-Medaillen gewonnen sowie zweimal Gold bei Olympischen Spielen. Aus dem Leistungssport verabschiedete sie sich am 18. März – fast schon selbstverständlich – mit dem Sieg im Gesamtweltcup. Mit 20 Jahren hatte sie zum ersten Mal die Biathlon-Weltelite aufgemischt. In der Folge wurde sie zur jüngsten Weltmeisterin, jüngsten Gesamtweltcupsiegerin und ersten Werbemillionärin ihres Sports. Nun zieht sie sich ins Privatleben zurück und sucht neue Herausforderungen. Im Biathlon gab es keine mehr für sie.

18. März – „Was für ein schöner Sonntag“

Joachim Gauck versteht sich auf die Macht des Wortes. Am 18. März wählte ihn die Bundesversammlung zum elften deutschen Bundespräsidenten. In einer bewegenden Rede bat er danach seine Landsleute „mutig und immer wieder damit zu beginnen, Vertrauen in sich selbst zu setzen“. Der 72-Jährige war evangelischer Pastor in Rostock und in der Bürgerrechtsbewegung aktiv, als die Mauer fiel. Nach der Wende leitete er die Stasi-Unterlagen-Behörde. Zum ersten Mal bekleidet mit Joachim Gauck ein Ostdeutscher das höchste deutsche Staatsamt. Seine Wahl fand zufällig auf den Tag genau 22 Jahre nach den ersten freien Wahlen in der DDR statt. „Was für ein schöner Sonntag“, sagte Gauck in seiner Rede – für ihn und für Deutschland.

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