Hitzewelle und Gewitterfront

Gewinner der WocheTemperaturen bis zu vierzig Grad – Gewitter, die tennisballgroße Hagelkörner mit sich bringen: Das Wetter 2013 scheint nur Extreme zu kennen. Und auch in den nächsten Tagen wird es wieder richtig heiß. Heute steigt das Thermometer wieder an und kratzt sogar Morgen mancherorts erneut an der 40-Grad-Grenze. Solange es also nicht gewittert, empfiehlt sich der Sprung ins Wasser, um sich Abkühlung zu verschaffen.

Ruta Meilutyte: Das Schwimm-Wunder aus Litauen

 


Schwimmweltmeisterschaft Ruta Meilutyte

© RFEN 2011

Auch in Barcelona springt man derzeit ins kühle Nass – aber dabei geht es nicht um Abkühlung vom heißen Wetter, sondern um den Weltmeistertitel. Und den hat sich in dieser Woche unter anderem das 16-jährige Schwimm-Wunder aus Litauen geschnappt: Ruta Meilutyte.

Doch sie holte sich nicht nur die Gold-Medaille – sie knackte auch ihren ersten Weltrekord mit 1:04,35 Minuten über 100 Meter Brust, versetze die Schwimmwelt damit in Staunen und erfüllte sich selbst einen großen Wunsch, wie sie hinterher erzählte: „Der Weltrekord war immer ein großer Traum von mir.“ Und für diesen Traum hat die 16-Jährige gekämpft, wie kaum ein anderer.

Denn noch bevor Meilutyte schwimmen konnte, starb ihre Mutter im April 2001 durch einen Autounfall. Das blonde Mädchen wurde mit gerade einmal vier Jahren zur Halbwaisen und fortan sorgte ihre Großmutter für sie. Im Sport suchte sich Meilutyte dann den Ausgleich und Ablenkung, doch das erste Schwimmtraining lief gar nicht gut: „Ich bin ins tiefe Wasser gesprungen und wäre beinahe ertrunken“, erinnert sich die Litauerin.

Aber sie blieb dabei und machte das Wasser zu ihrem Element: Neun Jahre lang trainierte sie in einem veralteten Schwimmbad aus sowjetischer Zeit in Silainiai, dann folgte sie ihrem Vater nach England und bekam einen Platz am Plymouth-College. Dort wollte Trainer Jon Rudd mit einem Elite-Programm neue Champions hervorbringen und wählte unter anderem die junge Litauerin aus.

Ohne jemals an einer Welt- oder Europameisterschaft teilgenommen zu haben, qualifizierte sie sich schließlich für die Olympischen Spiele 2012 in London, bei denen sie einen Europarekord über 100 Meter Brust aufstellte und sich die Goldmedaille sicherte. „Unsere adoptierte Britin“ nennt sie ihr Trainer Jon Rudd und schwärmt: „Sie ist sehr talentiert und eine harte Arbeiterin.“

Das hat sie nun spätestens mit ihrem ersten Weltrekord in Barcelona bewiesen – und da Meilutyte mit 16 Jahren noch viel Zeit für den Leistungssport hat, dürfte es wohl kaum der letzte gewesen sein. So oder so: Mit diesem Durchhaltevermögen und Kampfeswillen hat sie sich die Titel und einen Platz als Gewinner der Woche mehr als verdient!

Jim Lindsay: „Niemand außer mir sah, dass sie in Lebensgefahr schwebten.“

Wie tückisch das kühle Nass manchmal sein kann, erfuhr eine Familie letzten Samstag bei einem Tagesausflug ins Watt der Morecambe Bay, welche im Nordwesten Englands liegt. Eigentlich wollten die Eltern mit ihren drei Kindern nur ein bisschen fischen und den Tag genießen, als der Vater plötzlich in eine Wasserfurche geriet und nicht mehr herauskam. Plötzlich kam dann das Wasser und schloss die Familie ein.

„Hunderte von Menschen waren am Strang, aber niemand außer mir sah, dass sie in Lebensgefahr schwebten“, erzählte der 61-jährige Jim Lindsay, der sofort in sein Boot sprang, als er das Unglück mitbekam. „Ich sagte: ‚Bleibt, wo ihr seid, ich benachrichtige die Küstenwache‘. Die Kinder waren natürlich verängstigt und weinten, einer der Jungs sagte: ‚Ich will nicht, dass es so endet‘ und der Vater stand bis zu den Knien im Wasser und war bis zu den Schultern in der Schneise versunken.“

Doch dank Jim Lindsays Wachsamkeit und durch sein schnelles Handeln konnte die fünfköpfige Familie eine halbe Stunde später mit einem Rettungsboot aus den Fluten geholt und vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden.

Gewinner der Woche: Heißluftballonfahrer

Statt ins kühle Nass oder ins Boot schwangen sich am Mittwochabend 408 Heißluftballonfahrer gleichzeitig in die Lüfte um das „Lorraine Mondial Air Ballons“ Festival im französischen Chambley-Bussières bei Metz zu eröffnen. Dabei war die Farbenpracht am Himmel nicht nur schön anzusehen: Sie reichte auch, um einen Weltrekord aufzustellen. Denn so viele Ballons sind bisher noch nie gleichzeitig gestartet – der frühere Rekord lag bei 357 Ballons und wurde ebenfalls bei einem Massenstart in Chambley-Bussières 2011 aufgestellt.

Bereits seit 25 Jahren gibt es die Veranstaltung und noch bis zum Sonntag kann man die vielen Formen und Farben bestaunen. „Dieses Mal sind mehr als 1200 Ballons und rund 3000 Teilnehmer angemeldet, darunter einige Stars der Szene“, sagt die Pressesprecherin Pauline Ramos-Ibañez. Die Crews kommen aus rund 60 Ländern, ein Drittel stammt aus Frankreich.

Aber egal, aus welchem Land sie kommen, eins haben sie alle gemeinsam: die Leidenschaft für Heißluftballons. Und weil diese Leidenschaft verbindet, haben die Fahrer am Donnerstagmorgen gleich noch eine symbolische Kette am Boden gebildet und damit noch einen Weltrekord aufgestellt: Insgesamt 391 Luftfahrzeuge wurden aneinandergereiht – und damit geht auch dieser Eintrag im Guinnessbuch der Rekord an die Heißluftballonfahrer.

Und, wer weiß? Wenn die Hitze anhält, gibt es in der nächsten Woche sicher noch weitere Rekorde zu Wasser oder in der Luft.

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