Die Kapriolen des Hochsommers mit Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius und anschließenden Gewittern lassen sich ja dieser Tage ganz gut aushalten – wenn man nicht gerade ein Autohersteller ist, dem ein Hagelschauer mal eben 28.000 Neuwagen beschädigt. Die Wettkämpfer bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau sollen laut Wetterbericht glücklicherweise von den ungemütlichen Seiten des Sommers verschont bleiben. Beste Bedingungen also für Topleistungen.

Die Wiedergeburt

Solche will auch Kugelstoßerin Christina Schwanitz endlich abrufen können. Mit konstanten 20 Metern in Trainingsstößen gilt die 27-Jährige als Medaillenkandidatin. Zum Gewinner der Woche macht sie allerdings bereits die Tatsache, dass die antreten kann. Lange Zeit sah es nämlich nicht danach aus. Seit einer missglückten Operation im Jahr 2005 musste sie sieben Jahre lang mit Schrauben in beiden Füßen leben. Alltag und Leistungssport waren für sie nur unter enormen Schmerzen möglich. Bei wichtigen Turnieren versagten ihr häufig die Nerven. Bei der WM 2011 landete sie auf einem enttäuschenden 13. Platz.

Als sie sich Ende 2012 zu einem weiteren medizinischen Eingriff durchrang, konnte ihr niemand ein optimales Ergebnis versprechen. Doch diesmal verlief die OP perfekt. Was danach kam, bezeichnet die Süddeutsche als „sportliche Wiedergeburt“. Schwanitz erzählt:

„Die ersten Trainingseinheiten, die schmerzfrei waren, waren überwältigend. Ich kam nach Hause und hatte keine Fußschmerzen – das war ein unglaublich befreiendes Gefühl, gigantisch.“

Mit neuem Selbstvertrauen nahm sie ihre sportliche Karriere wieder in die Hand und stellte dieses Jahr mit einem Stoß über 20,2 Metern einen persönlichen Rekord auf. Die Hallen-EM sowie die deutschen Meisterschaften gewann sie. In mit etwas Glück ist für Schwanitz nun auch in Moskau eine Auszeichnung drin.

Der Bart

Ob Steven Spielberg, der erfolgreichste Regisseur der vergangenen 40 Jahre, noch einen Überblick über seine Auszeichnung hat (laut imdb.com sind es 148), wissen wir nicht. In dieser Woche kam jedenfalls noch eine hinzu: Die Briten wählte ihn in einer Umfrage zum besten Regisseur aller Zeiten und in einem Rutsch E.T. zum besten Kinderfilm – vor Toy Story, Findet Nemo und dem König der Löwen.

Spielberg, dessen Filme insgesamt beinahe 9 Milliarden US-Dollar an den Kinokassen der Welt eingespielt haben, zieht sich derweil auch mit 66 Jahren noch lange nicht aufs Altenteil zurück. Derzeit produziert „The Beard“ Christopher Nolans Science-Fiction-Film Interstellar. Aus dem Regieprojekt American Sniper hat er sich hingegen jüngst zurückgezogen, weil ihm Warner Bros. das verlangte Produktionsbudget nicht zur Verfügung stellen wollte. Auf Kompromisse mit aufsässigen Filmstudios muss Spielberg sich schon lange nicht mehr einlassen.

Der Frechdachs

Alle Eltern zu Aufsässigkeit neigender Kinder seien an dieser Stelle nicht nur gute Nerven gewünscht, sondern Beruhigendes versichert: Regelwidriges Verhalten in der Jugend kann sich später auszahlen. Psychologen der Universität Jena fanden jetzt in einer Langzeituntersuchung heraus, dass Unternehmer sich in frühen Jahren überdurchschnittlich oft durch „antisoziale Tendenzen“ hervortaten.

Gemeinsam mit Kollegen der Universität Stockholm hatten die deutschen Forscher den Werdegang von 1000 Sechstklässlern 40 Jahre lang untersucht. Die Psychologen führten den häufiger anzutreffenden Unternehmergeist bei Kindern mit einem „Drang zu regelwidrigem Verhalten“ auf die erhöhte Bereitschaft zurück, Risiken einzugehen und neue Wege zum Erreichen der eigenen Ziele zu suchen.

Über einen legendären Frechdachs ist übrigens gerade ein famoses Buch erschienen: In Auf der Suche nach Calvin und Hobbes versucht Autor Nevin Martell Bill Watterson, den zurückgezogen lebenden Schöpfer der Comic-Strips über den sechsjährigen ungezogenen Alltagsphilosophen Calvin und seinen Tiger Hobbes, zu finden.

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