Sieben Wochen Regen?

Gewinner der WocheAm 21. Juni war kalendarischer Sommeranfang. Aber wie so oft im Jahr 2013, denkt das Wetter gar nicht daran, sich an einen Termin zu halten. Stattdessen fröstelten wir bei einstelligen Temperaturen, holten die Regenschirme hervor und betrachteten missmutig am 27. Juni – den Siebenschläfertag – das verregnete Wetter, das sich laut Bauernregeln nun sieben Wochen lang halten soll. Doch es gibt Hoffnung: Die Meteorologen zeigen sich optimistisch und versprechen für kommende Woche wieder einen Temperaturanstieg und mehr Sonnenstunden. Wir geben die Hoffnung jedenfalls nicht auf, warten geduldig auf den Sommer und beschäftigen uns in der Zwischenzeit mit unseren strahlenden Gewinnern der Woche!

426 Meter bis zum Weltrekord

Ein Gewinner der Woche ist der Hochseilartist Nik Wallenda. Denn er hat vergangene Woche als erster Mensch einen 426 Meter langen Seitenarm des Grand Canyons, in einer Höhe von 457 Metern, ohne Sicherung überquert. Knapp 23 Minuten lang kämpfte er in der schwindelerregenden Höhe gegen Wind und aufgewirbelten Staub, betete und konzentrierte sich auf jeden Schritt. Kurz vor dem Ende kniete er dann noch einmal nieder, warf den Zuschauern vor Ort und vor den Fernsehern eine Kusshand zu und sprintete zum Ziel. Dort angekommen küsste er schließlich den Boden und strahlte über seinen mittlerweile achten Weltrekord. Erst vergangenes Jahr hatte er mit der Überquerung der Niagarafälle für Aufsehen gesorgt – damals jedoch noch mit Sicherungsseil.


Doch obwohl er bei seinem aktuellen Weltrekordversuch hätte sterben können, beteuerte er, dass er weder verrückt sei noch lebensmüde. Schließlich habe er wochenlang mit Windmaschinen trainiert und seit seiner Kindheit sei es sein Traum gewesen, solch eine spektakuläre Kulisse zu überqueren, wie er hinterher gestand: „Ich bin unglaublich dankbar, dass mich die Navajo-Nation meinen Traum realisieren ließ.“

Schleswig-Holstein ehrte 16-jährigen Lebensretter

Dankbar ist auch das Bundesland Schleswig-Holstein. Dessen Dank gilt allerdings Enno Hafemeister aus Itzehoe, der in dieser Woche mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet wurde, weil er im April einem 64-Jährigen das Leben gerettet hatte. Damals wollte der 16-Jährige eine Radtour machen, als er bemerkte, wie ein Motorboot auf der Stör an der Brücke entlangschrammte und ein dahinter schwimmender Mann sich kaum über Wasser halten konnte. Der junge Itzehoer, der seit zehn Jahren der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) angehörte, fackelte nicht lange, sprang in die Fluten und zog den Schwimmer ans Land.

„Damit haben Sie große Tapferkeit, Entschlossenheit und Mut bewiesen“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Thorsten Albig, als er Enno Hafemeister in dieser Woche die Rettungsmedaille verlieh. Und weiter: „Sie dürfen sehr stolz auf sich sein. Das Land Schleswig-Holstein ist es auch.“

Palästinensischer Flüchtling gewinnt die Castingshow „Arab Idol“

Ein weiterer Gewinner der Woche, der ebenfalls stolz auf sich sein kann, ist Mohammed Assaf. Der 23-Jährige wurde quasi über Nacht zum Superstar der arabischen Welt, als er als erster Palästinenser die Castingshow Arab Idol (die arabische Version von Deutschland sucht den Superstar) gewann.

Doch nicht nur seine Stimme, auch seine Geschichte berührte die Massen: 1994, vier Jahre nach Mohammeds Geburt in Misrati (Libyen), zog seine Familie nach Chan Junis im Süden des Gazastreifens. Dort wuchs er in einem Flüchtlingslager auf, besuchte eine Schule, in der seine Mutter unterrichtete, und nahm Gesangsunterricht im Chor. Später sang er dann auf Hochzeiten, um etwas Geld dazuzuverdienen, doch niemand ahnte, dass er einmal groß rauskommen würde.

Schließlich entschloss sich der 23-Jährige nach Kairo zum regionalen Vorcasting von Arab Idol zu fahren. Doch aufgrund der schwierigen Ausreise aus Gaza kam er zu spät. „Tausende standen Schlange, die Türen waren bereits geschlossen“, sagte er in einem späteren Interview. Doch Assaf blieb weiter hartnäckig: „Ich kletterte über den Zaun ins Hotel, aber drinnen waren schon alle Teilnehmernummern vergeben worden.“ Deshalb nutzte er seine letzte und einzige Möglichkeit: Er sang einfach vor den anderen Bewerbern und zog sie alle in seinen Bann. Einer von ihnen war ein Bekannter von Assaf. Plötzlich kam er zu ihm und sagte: „Du hast eine viel bessere Stimme als ich. Nimm meine Startnummer. Ich bin sicher, wenn du reingehst, wirst du erfolgreich sein.“ – und genau so kam es.


Mohammed Assaf hat damit nicht nur alle Hürden überwunden. Er  schaffte es auch die arabischen Länder mit seiner Stimme zu begeistern, sein kriegsgebeuteltes Land zumindest für eine Nacht zu vereinen und ganz Palästina feierte nach dem Finale gemeinsam auf den Straßen. Deswegen ernannte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, UNWRA, Assaf auch zum Jugendbotschafter für palästinensische Flüchtlinge. „Alle Palästinenser haben an seinem Erfolg teil“, sagte UNWRA-Chef Filippo Grandi. „Mohammeds Musik ist eine universelle Sprache, die wir alle verstehen.“

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