Für ein paar Tage war Sommer

Gewinner der Woche2013 ist kein gutes Jahr für Wochenenden – zumindest nicht, wenn man nach dem unbeständigen Wetter geht. Auch in dieser Woche hat sich die Hitzewelle pünktlich zurückgezogen und für Samstag und Sonntag sind nur noch Temperaturen um die 20 bis 25 Grad angekündigt. Aber mal ehrlich: Solange es trocken bleibt, lohnt es sich auch bei 20 Grad in die Eisdiele zu pilgern. Und zumindest kommt man nicht mehr so schnell ins Schwitzen …

Häftlinge tanzen sich zum Weltrekord

Es sei denn, man versucht einen Weltrekord aufzustellen – dabei kann der Angst- oder Anstrengungsschweiß schon mal fließen. So wie bei den 1200 Insassen des Hochsicherheitsgefängnisses in Lima am vergangenen Samstag: Wochenlang haben sie eine Full-Body-Aerobic-Choreografie zu Rock- und Merengue-Klängen einstudiert, um in bunten Trikots den Weltrekord im Knast-Synchrontanzen aufzustellen.

Die Insassen der 20 Gefängnisbaracken traten in Gruppen zu je 60 Teilnehmern auf. Jede Gruppe hatte dabei eine andere Trikot-Farbe, wodurch die Präsentation einen grellen Kontrast zu dem sonst tristen Gefängnismauer-Alltag bot.

Und neben dem Weltrekord brachte die Aktion noch einen positiven Nebeneffekt mit sich: Drogenkonsum und Gewalt in der Anstalt sind laut Behördenangaben seit Beginn der Tanzübungen drastisch zurückgegangen. „Es handelt sich um eine echte Therapie“, sagte Gefängnisdirektor Tomás Garay. Sein Gefängnis galt als eines der gefährlichsten des Landes, „aber das Verhalten der Gefangenen hat sich mit „Full Body“ verändert.“

Für uns sind die neuen Weltrekordhalter damit eindeutige Gewinner der Woche und wir hoffen, dass sie sich weiterhin mit vollem Engagement dem Aerobic-Projekt widmen und die vergangenen Straftaten hinter sich lassen.

Internationale Online-Aktivisten ausgezeichnet

Gegen Straftaten etwas anderer Art gehen auch die Gewinner des von der Deutschen Welle imitierten Wettbewerbs „The Bobs – Best of Online Activism“ vor. Sie richten ihr Augenmerk beispielsweise auf politische Ungerechtigkeiten und zeigen mit investigativen Recherchen, was in ihrem Land falsch läuft und das man in der Zukunft etwas verbessern sollte.

So beispielsweise der Gewinner des „Best Blog Awards“ Li Chengpeng. Er reiste unter anderem in das Erdbebengebiet der Provinz Sichuan, um über die mangelnde Bausubstanz der eingestürzten Schulen auf seinem Blog Lichengpeng zu berichten. „Er ist ein Vorbild für die jüngere Generation und demonstriert, wie man sich für die Zukunft Chinas einsetzt“, begründete Jury-Mitglied Hu Yong die Entscheidung für den Gewinner.

Aber auch in Marokko geht man gegen Ungerechtigkeiten vor: Die dortige Jugendinitiative 475 wurde für ihre Social-Media-Kampagne auf Facebook mit dem „Best Social Activism Award“ ausgezeichnet.

Dort machen sie nämlich auf das Schicksal vergewaltigter Frauen aufmerksam. Die Zahl 475 steht dabei für einen Artikel im marokkanischen Strafgesetzbuch, der es Vergewaltigern erlaubt, die Strafe abzuwenden, wenn sie die Opfer heiraten. Die Jury sagte hierzu: „Das Projekt zeigt, dass jede noch so kleine Initiative wichtig ist, um Gewalt gegen Frauen und Vergewaltigungen zu stoppen.“

Wer den Mut aufbringt, etwas zu tun, und kämpft, um die Welt ein Stück besser zu machen, ist definitiv nicht nur ein Gewinner der Woche, sondern auch ein Gewinn für die Gesellschaft.

Russischer Held rettet Fuchs aus Einmachglas

Vielleicht schafft es auch einer der derzeitigen Youtube-Hits, die Welt ein Stück besser zu machen. Vor allem in Hinsicht auf die Umweltverschmutzung und leichtfertig weggeworfenen Müll in der Natur: Denn in dem kurzen Filmchen, dass bereits über zwei Millionen Klicks hat, ist zu sehen, wie zwei russisch sprechende Männer einen kleinen Rotfuchs aus einem Einmachglas befreien.

Wahrscheinlich hatte der Fuchs nach Nahrung gesucht und wollte Essenreste aus dem Glas schlecken, wobei er in die Falle geriet und stecken blieb. Er ist dabei kein Einzelfall, wie im Zusammenhang mit dem Video immer wieder betont wird. Auch in Deutschland geraten einige Igel oder andere Kleintiere in eine solch lebensbedrohliche Falle, wenn sie versuchen weggeworfene Joghurt-Becher oder Dosen auszulecken.

Doch wenigstens hatte der kleine Meister Reinecke Glück im Unglück: Der eine Mann packte ihn vorsichtig im Nacken, zog ihn mit einem Ruck aus dem Glas und er konnte wohlbehalten davonlaufen.

Anschließend rief der Helfer dem Fuchs hinterher: „Wo bleibt der Dank?“ und sein Freund antwortete: „Danke dir. Das Tier wäre sonst gestorben.“

Wir möchten uns diesem Dank anschließen und hoffen, dass den Rotfuchs noch ein langes und schönes Leben hat – ganz ohne Einmachgläser.

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