Ja ist denn heut’ schon Frühling?

1.2Die Schneemassen sind getaut, die Vögel zwitscherten schon zeitweise wie zum Frühlingsbeginn und würden nicht Tonnen von Splitt auf den Straßen und Gehwegen liegen, man hätte diese letzte Januarwoche glatt für die letzte Märzwoche halten können. Nicht von einem verfrühten, wohl aber von einem zweiten Frühling kann man auch bei unserem ersten Gewinner der Woche sprechen.

Ein sensationelles Comeback

„Rene Adler hat in der Bundesliga eine sehr starke Hinserie gespielt. Nachdem er gegen die Niederlande in unser Aufgebot zurückgekehrt ist, hat er nun eine Chance verdient, sich gegen Frankreich zu beweisen.“ So erläuterte Bundestrainer Jogi Löw seine Entscheidung, dass im Freundschaftspiel der DFB-Elf gegen die Équipe Tricolore am kommenden Mittwoch HSV-Schlussmann René Adler im Tor stehen wird.

Damit findet eine der schönsten Comeback-Geschichten der jüngeren Fußballhistorie ihren vorläufigen Höhepunkt. Wir erinnern uns: Bis zum Frühjahr 2010 galt Adler als Nummer 1 in der Nationalmannschaft als gesetzt. Als er wegen einer Rippenverletzung nicht an der Weltmeisterschaft in Südafrika teilnehmen konnte, verlor er seinen Stammplatz an Manuel Neuer. Aus dem Tor von Bayer Leverkusen wurde er nach weiteren Verletzungsproblemen von Nachwuchskeeper Bernd Leno verdrängt. Eine junge Fußballerkarriere schien sich bereits ihrem Ende zu neigen. Im Sommer wechselte Adler zum Hamburger SV und feierte dort ein sensationelles Comeback.


Zum Lohn darf er nun gegen Frankreich das DFB-Tor hüten – und den Wettkampf um die Trikotnummer 1 wieder aufnehmen. Jogi Löw sagte über Manuel Neuer: „Aktuell ist er unsere klare Nummer eins.“ René Adler hat also wieder alle Chancen und ist mit seiner sportlichen Rückkehr ein ganz großer Gewinner der Woche.

Mondiglu aus dem Drucker

Einer ganz anderen Art Comeback hat Giovanni Cesaretti die Menschheit nun einen Schritt näher gebracht – nämlich der Rückkehr auf den Mond. Im Präsidentschaftswahlkampf vor einem Jahr wurde Republikaner-Kandidat Newt Gingrich noch für seine Ankündigung belächelt, bis 2020 eine Mondkolonie errichten zu lassen. Der technologische Fortschritt lässt nun zumindest darüber spekulieren. Im Mittelpunkt stehen dabei 3-D-Drucker.

Mit diesen Maschinen ist es möglich, beliebige Gegenstände aus unzähligen Schichten blitzschnell aushärtender Flüssigkeit zu bauen. Forschern der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist gemeinsam mit Technikern einer britischen Firma gelungen, aus einem dem Mondstein Regolit ähnlichen Rohstoff einen eineinhalb Tonnen schweren Quader herzustellen. Um eine Station auf dem Erdtrabanten zu bauen, müsste man also keine fertigen Elemente dorthin schaffen, sondern lediglich einen großen 3-D-Drucker.

Das einzige Hindernis stellte bislang das Vakuum auf dem Mond dar. Denn im luftleeren Raum verdampft die „Tinte“ eines 3-D-Druckers, bevor sie sich verfestigen kann. Diese Herausforderung haben jetzt Giovanni Cesaretti und seine Kollegen von der italienischen Firma Alta gemeistert. „Wir haben die Düse des 3-D-Druckers unter der Regolithschicht eingefügt und herausgefunden, dass kleine, nur zwei Millimeter große Tröpfchen von den Kapillarkräften auf dem Boden festgehalten werden“, sagt Cesaretti, „das bedeutet also, dass der Druckvorgang im Vakuum tatsächlich funktioniert.“ In einigen Jahren – oder sagen wir realistischer: Jahrzehnten – könnten also Menschen endlich dauerhaft wohnen, wo noch nie zuvor ein Mensch gewohnt hat.

Die Königin lebt, es lebe der König

Eine ganz so große Pionierleistung wird es für Willem-Alexander von Oranien-Nassau nicht sein, wenn er am 30. April zum König der Niederlande gekrönt wird. Dennoch wird er der erste männliche Monarch unseres Nachbarlandes seit immerhin 122 Jahren sein. Seine Mutter, Königin Beatrix, gab diese Woche bekannt, dass sie zugunsten ihres Sohnes im Alter von 75 Jahren abdanken werde. Die Niederlande sind die einzige europäische Monarchie, in der eine solche Zepterübergabe zu Lebzeiten möglich ist. Den Zeitpunkt dafür wählte Königin Beatrix geschickt, immerhin feiern die Niederlande in diesem Jahr ihr 200-jährige Unabhängigkeit. Die alte und der neue König sind damit nicht nur für ihre Landsleute Gewinner der Woche.

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