Sie sind reich, schön und erfolgreich – aber wurde es den Topmanagern, Spitzensportlern und Superstars in die Wiege gelegt oder haben sie sich alles selbst beigebracht? Vielleicht sind wir alle durch unsere genetische Veranlagung vorbestimmt.

Betrachtet man Hollywoods Stars und Sternchen, sprechen einige, auch in Hinsicht auf deren Nachwuchs, vom sogenannten Erfolgs-Gen. Schön und talentiert – nicht nur die Eltern, immer öfter folgen auch die Sprösslinge dem erfolgreich vorgelebten Weg. Auch bei Spitzensportlern findet man dieses Phänomen.

Birte Steven ist ehemealige Olympiaschwimmerin, Sportpsychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der deutschen Sporthochschule Köln.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - das gilt unter anderem bei Stephan und Franz Beckenbauer, Familie Hinterseer im Skisport und im Motorsport bei „Bergkönig“ Hans Stuck und seinem Sohn Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck. Aber woran liegt das? Haben wir wirklich einen genetischen Code in uns, der entscheidet, ob wir erfolgreich sind?


Die Sportpsychologin und ehemalige Leistungssportlerin Birte Steven meint, dass es sich nicht auf einen Aspekt reduzieren lässt: „Es gibt sicherlich gewisse körperliche Voraussetzungen, die beispielsweise eine sportliche Karriere begünstigen, aber nur weil jemand durch die genetische Veranlagung potentiell schnell laufen kann, heißt das nicht, dass er einen neuen Weltrekord im Sprint aufstellen wird. Es spielen auch das soziale Umfeld, die räumlichen und zeitlichen Möglichkeiten sowie die mentalen Fähigkeiten eine große Rolle.“

Wird das Potential nicht durch das soziale Umfeld gefördert oder durch die vorhandenen Angebote möglich gemacht, bringen die besten Voraussetzungen nichts. Aber gerade bei der richtigen Förderung scheiden sich die Geister. Sollte ich mein Kind zum Fußballstar erziehen, weil es mit drei Jahren kraftvoll gegen die Couch tritt?

Das richtige Maß macht’s

„Ich denke, es steckt eine gewisse Gefahr in einer so frühen Spezialisierung. Kinder in dem Alter sollten grundsätzlich das tun, was ihnen Spaß macht und sie sollten breit gefördert werden.“

Wenn sich eine Leidenschaft entwickelt, können Eltern dies jedoch unterstützen. Nur Zwang sollte dabei keine Rolle spielen. Denn auch wenn Kinder über ihre Prioritäten noch nicht genau nachdenken, als Jugendliche treffen sie eventuell eine bewusstere Entscheidung. Das hat die ehemalige Olympiaschwimmerin nicht nur selbst erlebt, auch in der Arbeit mit Nachwuchssportlern spürt sie diese Phase immer wieder: „Irgendwann kommt die Frage: Will ich das jetzt weitermachen oder nicht? Um bis ins Erwachsenenalter zum Beispiel beim Leistungssport zu bleiben, gehört auf jeden Fall eine gewisse Leidenschaft. Der Sportler muss auch damit leben können, dass die für andere nicht immer ganz verständlich ist. Es muss also so viel Spaß machen, dass ich trotzdem dabei bleibe.“

Allein durch Gene geht´s nicht

Um wirklich Erfolg zu haben, braucht man also auch ein gewisses Durchhaltevermögen, denn meistens kommt so ein Erfolg nicht über Nacht. Und falls doch, bedarf es dennoch Engagement und Motivation, um ihn aufrecht zu halten. Obwohl es auch dafür Voraussetzungen gibt, die diese Fähigkeiten begünstigen, bringen alle Veranlagungen nichts, wenn sie nicht genutzt werden oder die Interessen ganz wo anders liegen. Laut Birte Steven wird es also in Sachen Erfolg keine Hilfe aus dem Genlabor geben: „Das eine Erfolgs-Gen existiert nicht und kann somit auch nicht isoliert dargestellt werden. Es hängt einfach von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Aber es ist ein schönes Bild für die grundsätzlichen Voraussetzungen. Ob aus diesen erblichen Veranlagungen Erfolg wird, ist aber nie garantiert.“

Somit bleibt es wohl doch in der Eigenverantwortung, ob man im Leben erfolgreich ist. Oder um es sprichwörtlich zu sagen: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied..

Jessica Walther

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