Wer hat an der Uhr gedreht?

Am kommenden Sonntag um 3 Uhr nachts ist es wieder so weit: Die Zeiger werden um eine Stunde zurückgestellt und wir alle dürfen 60 Minuten länger schlafen. Dafür werden die Tage aber wieder kürzer und dunkler und wir gehen mit großen Schritten auf den Winter zu. Statt in die Eisdiele oder in den Biergarten zu gehen, lohnt es sich deshalb in den kommenden Monaten eher wärmere Orte aufzusuchen. Beispielsweise das Kino? Dort startet im November und Dezember nämlich so mancher filmische Leckerbissen und da merkt man zumindest nicht, wie dunkel es draußen eigentlich ist.

Geschüttelt und gerührt

Am 5. Oktober 1962 staunte das Londoner Publikum nicht schlecht, als der britische Geheimagent des Secret Intelligence Service MI6 erstmals die Kinoleinwand betrat. Erotik, Action und ein britischer Held, der die Weltherrschaftspläne des Bösewichts Dr. No durchkreuzte – Diese Kombination war neu und aufregend.

Heute, 50 Jahre später, strahlt der britische Held noch immer von den Leinwänden dieser Welt. Zwar hat sich über die Jahre hinweg öfter sein Gewand und Gesicht geändert, doch nichtsdestoweniger bringt er das Publikum weiter zum Staunen. Natürlich kann nur von einem die Rede sein: von Bond. James Bond. Der Agent mit dem Doppelnullstatus.


Und wie könnte das Jubiläumsjahr der Kultfigur vergehen, ohne dass der Held erneut die Welt rettet? In Gestalt von Daniel Craig macht sich 007 ab dem 1. November in Skyfall wieder auf die Jagd und kassierte dafür schon im Vorhinein schier hymnische Kritiken. Vom besten Bond aller Zeiten ist die Rede, auf jeden Fall aber von einer großen Verbesserung zum Vorgänger Ein Quantum Trost.

Denn der Jubiläumsfilm kommt nicht nur mit allen klassischen Zutaten daher – schöne Frauen, Martini, edlen Anzügen und dem Aston Martin DB5, in dem einst Sean Connery fuhr – er zeigt auch einen vielschichtigeren Bond. Eben einen, der sich über die 50 Jahre hinweg weiterentwickelt hat.

Man darf gespannt sein, wie das Urteil der Fans ausfällt. In jedem Fall verspricht die neue und tiefergehende Darstellung Bonds mit der Beigabe der herausragenden Actionszenen und klassischen Elemente eine aufregende Mischung. Wahrscheinlich eine, die das Publikum nicht nur durchschüttelt, sondern auch mal rühren wird.

Soviel Mut konnte nur den Sieg bringen

Schier wachgeschüttelt und gerührt war auch die Boxszene in der vergangenen Woche von Orlando Cruz. Als einziger aktiver Profiboxer der Geschichte brachte der 31-Jährige nämlich den Mut auf, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen.

Leicht fiel das dem Federgewichtler jedoch nicht. Lange hatte er zuvor mit sich gerungen, ob der Schritt richtig wäre: „Ich wusste, es würde Vor- und Nachteile in meinem Sport bedeuten, der so machomäßig ist.“ Doch er fasste sich ein Herz und erzählte die Wahrheit gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Als „stolzer, schwuler Mann“ bezeichnete er sich – und tatsächlich seien 95 Prozent der erhaltenen Reaktionen positiv gewesen.

Das hat sich auch am vergangenen Freitag gezeigt, als Cruz zum ersten Mal nach seinem Outing in den Ring stieg. Schon während des Einmarsches wurde er von den rund 3000 Zuschauern bejubelt und puerto-ricanische Flaggen blitzten auf allen Rängen auf. Auch der Präsident der World Boxing Organisation (WBO), Fransisco Valvercel, ließ sich den Kampf nicht entgehen.

Ob es diese Respektsbekundungen, sein Mut, die Erleichterung oder einfach nur das Können war: Im Kampf über zwölf Runden siegte Cruz klar nach Punkten gegen den Mexikaner Jorge Pazos. Damit ist er nun auch seinem selbst erklärten Ziel einen kleinen Schritt näher gekommen. Nämlich der „erste schwule Weltmeister zu werden.“

Weltrekorde für mehr Toleranz und Zusammenhalt

Weltmeister sein – das wollten auch die Bürger Pakistans in dieser Woche. Aber statt im Boxen versuchten sie sich in zwei anderen Disziplinen: dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne und dem Aufstellen als größte, menschliche Flagge.

Dafür fanden sich während des Jugendfestivals der Region Punjab Zehntausende im Hockeystadion in Lahore ein und stimmten zunächst am Sonntag gemeinsam das Nationenlied an. Mit 42.813 Menschen, die simultan sangen, gelang Ihnen ein neuer Weltrekord.

Am Dienstag folgte dann der Rekord Nummer zwei im Aufstellen der größten menschlichen Flagge. Und mit 24.200 Teilnehmern ging auch dieser Guinnessbucheintrag an den Staat in Südasien. Gefeiert wurden diese Erfolge natürlich ebenfalls im Stadion, doch wichtiger als der Eintrag in die Weltrekordliste, war wohl eher, den Zusammenhalt des zerstrittenen Landes zu stärken. Das kam bei den Besuchern an, wie auch die Pakistanerin Shaista Malik sagte: „Wenn solche Veranstaltungen weiter stattfinden, dann entwickelt sich daraus mehr Liebe für unsere Nation. Sie disziplinieren uns. Wir werden dadurch toleranter. Ich finde es einfach nur schön hier.“

Und neben all den fragwürdigen, teils wagehalsigen Rekordversuchen, sind diese Begründungen und Wünsche wohl eines Weltrekordes wahrhaftig wert. Oder eben sogar zweien.

Elefantenfamilie wieder glücklich vereint

Während man auf der einen Seite der Welt in dieser Woche Zehntausende zusammenbrachte, um für mehr Toleranz und Gemeinschaftsgefühl zu sorgen, vereinte man in Kenia zwei Elefanten um sie einfach wieder glücklich zu machen. Denn im Amboseli Nationalpark kam es vor sechs Tagen zu einem Drama.

Es war in den frühen Morgenstunden, als ein Notruf in der Basisstation des Nationalparks einging. Man hatte ein acht Monate altes Elefantenbaby gefunden, dass in einem anderthalb Meter tiefen Schlammloch gefangen war und aus eigener Kraft nicht herauskam.

Sofort rückten die Wildhüter aus und entdeckten den Ort des Geschehens. Das Kleine rutschte immer wieder am Rand des Schlammlochs ab und die Elefantenmama stand hilflos davor, wusste nicht, wie sie ihrem Kind helfen sollte.

Den Wildhütern war klar, würde die Herde weiterziehen, müsste das Jungtier zurückbleiben und sterben – also griffen sie sofort ein.

Zuerst galt es, die Mutter zu verscheuchen. Sie hätte niemanden in die Nähe ihres Schützlings gelassen. Nachdem dies mit Jeeps und Geschrei funktioniert hatte, machte man sich mit Seilen an die Rettung des jungen Dickhäuters. Nach mehreren Versuchen gelang es endlich, das Kleine zu befreien, doch die Mutter war bereits außer Sichtweite und das acht Monate alte Elefantenbaby trottete anfangs in die falsche Richtung . Also mussten die Mitarbeiter des Nationalparks erneut eingreifen und trieben den Babyelefanten mit ihren Jeeps zurück zu dem schützenden Rüssel seiner Mama.

Ein dickes Drama, mit dickem Happy End und sicherlich auch dickem Dank für den Einsatz der Wildhüter.

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