Paavo Nurmi bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen, viaWikimedia Commons

Platz drei der erfolgreichsten Olympiateilnehmer aller Zeiten belegt der finnische Läufer Paavo Nurmi. 1897 als Sohn eines Zimmermanns in der Hafenstadt Turku geboren, machte Nurmi bereits mit elf Jahren auf sich aufmerksam. Er lief die 1500 Meter in fünf Minuten und trat wenig später dem Sportverein Turun Urheiluliitto bei. Dort sollte er bis zu seinem Tod 1973 Mitglied bleiben.

Inspiriert durch die Erfolge des ersten namhaften finnischen Leichtathleten Hannes Kolehmainen (1889-1966) bereitete sich Nurmi auf die Olympischen Spiele 1920 in Antwerpen vor. Dort errang er Gold über 10.000m sowie im Geländelauf und im Mannschaftsgeländelauf. Über 1500m lief er als Zweiter ins Ziel.

Der „fliegende Finne“

Während seiner Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1924 in Paris stellte Nurmi zuerst einen neuen Weltrekord über 1500m auf und nicht einmal eine Stunde später eine neue Weltbestzeit über 5000m. Dass er über beide Distanzen wenig später auch Olympiasieger wurde, verwunderte seinerzeit niemanden. Außerdem erlief er Gold in drei weiteren Mittel- und Langstreckendisziplinen.


Vier Jahre später gewann der Vegetarier bei den Olympischen Spielen in Amsterdam ein Mal Gold und zwei Mal Silber. Nurmi war zu dieser Zeit der erfolgreichste einer ganzen Reihe von Topathleten aus seinem Heimatland wie Kohlemainen und Ville Ritola, die man auch ehrfürchtig die „fliegenden Finnen“ nannte.

24 Weltrekorde

1932 endete Paavo Nurmis Olympiakarriere jäh, als ihm das IOC den für den Start unabdingbaren Amateurstatus wegen angeblich zu hoher Reisekosten lebenslang entzog. Zwar reiste er noch nach Los Angeles, um bis zur letzten Minute für seinen Start beim Olympia-Marathon zu kämpfen, doch alle Proteste blieben erfolglos. Nurmi zog sich verbittert aus dem Spitzensport zurück.

Mit 9 Gold- sowie drei Silbermedaillen gilt er bis heute (nach offizieller IOC-Zählung) als erfolgreichster Leichtathlet der Olympia-Geschichte. Nurmi war nicht nur schneller als seine Kontrahenten, sondern auch 24 Mal schneller als je ein Mensch zuvor. So viele Weltrekorde stellte er bis 1931 auf.

1952 durfte er das Olympische Feuer in Helsinki entzünden – mit der Welt versöhnen konnte sich der an Depressionen erkrankte Perfektionist nicht mehr. Seine Erfolge bedeuteten ihm nichts. Seinen Nachruf beendete Finnlands Staatspräsident 1973 mit dem Satz: „Er war kein glücklicher Mensch.“ Paavo Nurmis Leistungen sind hingegen noch heute ein Ansporn für ungezählte Spitzenläufer. Sein Motto beschrieb er so: „Erfolg entspringt der Hingabe.“

Cord Krüger

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