Genießen Sie das Sommer-Wochenende!

Gewinner der WocheWährend es in der vergangenen Woche etwas auffrischte, steigt das Thermometer am Wochenende noch mal an und bringt uns angenehme, hochsommerliche Wohlfühltemperaturen um die 27 bis maximal 30 Grad. Auch die Athleten in Moskau dürfen sich auf perfektes Final-Wetter bei strahlendem Sonnenschein, und bis zu 26 Grad freuen – vielleicht werden bei diesen optimalen Wettkampfbedingungen ja doch noch ein paar Weltrekorde geknackt?

Die Goldjungen und die Silber-Dame

Zwar haben die deutschen Athleten die Rekorde in dieser Woche verpasst, dennoch haben sie rekordverdächtige Leistungen erbracht, die sie absolut für die Kategorie „Gewinner der Woche“ qualifizieren.


So hätte beispielsweise kaum einer gedacht, dass der 23-jährige Raphael Holzdeppe seinen großen Konkurrenten, den Olympiasieger Renaud Lavillenie aus Frankreich, im Stabhochsprung besiegen könnte. Doch Holzdeppe zeigte es allen, bewiesen Nerven und mit seinem tadellosen Sprung über 5,89 Meter holte als erster deutscher Stabhochspringer den WM-Titel. „Das ist eine große Genugtuung, er war ja oft genug vor uns“, sagte der strahlende Sieger über seinen stärksten Rivalen Lavillenie: „Ich wusste, dass ich ihn schlagen kann aber bei einer WM ist es umso geiler.“

Und auch unser zweiter Goldjunge hat wieder zugeschlagen und seinen Dauerrivalen Piotr Malachowski aus Polen auf Platz zwei verwiesen: Die Rede ist natürlich von Robert „Hulk“ Harting, der trotz schmerzhafter Rückenblessur die Zähne im vierten Versuch zusammenbiss und mit einer Weite von 69,11 Metern zum dritten Mal in Folge Gold holte. Selbstverständlich durfte nach dieser Leistung das obligatorische Zerreißen des Trikots nicht fehlen – und die Behandlung auf der Physiobank hatte er sich nun auch unter tosendem Jubel verdient.

Die letzte rekordverdächtige Leistung kam in dieser Woche von Kugelstoßerin Christine Schwanitz, die sich ebenfalls etwas redlich verdient hatte: nämlich die Silbermedaille. Trotz ihrer langjährigen Pause, aufgrund zahlreicher Operationen an den Füßen, ihrer Blackouts bei der WM 2011 und der Hallen-WM 2012, krönte sie nun ihr Comeback-Jahr und steigerte dabei ihre persönliche Bestleistung um 21 Zentimeter. Ganze 20,41 Meter flog die Kugel weit – der letzte Versuch für die 27-Jährige, denn bis zu diesem Zeitpunkt lag sie nur auf Platz fünf. „Alles oder Nichts. Ich wusste, dass noch mehr geht. Das Training hat es gezeigt“, sagte Schwanitz nach ihrem alles entscheidenden Stoß – und tatsächlich hat sie es allen bewiesen und die ersehnte Medaille geholt.

Oprah Winfrey erhält höchste zivile Auszeichnung

Auch Talkqueen Oprah Winfrey bekommt eine Medaille: Während sich die Schlagzeilen zuletzt nur um die #Täschligate Affäre in der Schweiz drehten, wurde nun vom Weißen Haus bekannt gegeben, dass die 59-Jährige mit der diesjährigen Friedensmedaille ausgezeichnet wird und damit die höchstmögliche zivile Auszeichnung der USA erhält.

In der Pressemitteilung heißt es hierzu: „Die diesjährigen Preisträger sind mit einem außerordentlichen Talent gesegnet, aber was sie von anderen unterscheidet, ist, dass sie dieses Talent mit der Welt teilen.“

So wird die Milliardärin unter anderem für ihren vorbildlichen, langjährigen Einsatz für die Rechte, Bildung und Entwicklungsmöglichkeiten junger Frauen in den USA und Afrika geehrt. Und dieses soziale Engagement kann man ihr – Tasche hin, Tasche her – wohl kaum absprechen. Erst kürzlich zeigte sich die TV-Legende bei der Show Jimmy Kimmel wieder großzügig und schenkte einer Dame im Publikum aus dem Nichts heraus ein Auto.

Und derart weder mit seinem sozialen Engagement noch mit seinem vielen Geld geizt, hat sich auch ohne neue Tasche einen Platz in der Rubrik Gewinner der Woche verdient.

Nick Symmonds: Ein Gewinner mit Herz und ganz viel Mut

Auf Nick Symmonds Twitter-Profil überhäuften sich die Gratulationen, Respektsbekundungen und Danksagungen.

Auf Nick Symmonds Twitter-Profil überhäuften sich die Gratulationen, Respektsbekundungen und Danksagungen.

Er hat sich nicht nur die Silbermedaille im 800-Meter-Lauf und den Titel Gewinner der Woche verdient, sondern auch unseren aufrichtigen Respekt: Der heterosexuelle US-Leichtathlet Nick Symmonds widmete seine WM-Silbermedaille in dieser Woche seinen homosexuellen Freunden und übte damit als erster Sportler offene Kritik an dem Gesetz in Russland.

So sagte er im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur R-Sport nach seinem erfolgreichen Lauf: „Egal, ob du schwul, hetero, schwarz oder weiß bist: Wir alle verdienen dieselben Rechte. Wenn es eine Möglichkeit gibt, für diese Rechte einzutreten, werde ich das tun. Egal, ob ich dafür ins Gefängnis gehe.“

Und tatsächlich ist die Befürchtung, der 27-Jährige könnte für diesen Kommentar ausgewiesen, gar eingesperrt werden, berechtigt. Denn das von Präsident Putin am 30. Juni verabschiedete Gesetz gegen „Homosexuellen-Propaganda“ verbietet positive Meinungsäußerungen über Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit – selbst Händchenhalten kann für gleichgeschlechtliche Paare zu einer Freiheitsstrafe führen.

Symmonds selbstloses, mutiges Handeln hat deshalb für viel Aufsehen gesorgt und etliche Gratulanten auf seinem Twitter-Profil hoffen nun, dass viele Athleten diesem Beispiel folgen werden.

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