Bastian Schweinsteiger oder Christiano Ronaldo kennt in Europa jedes Kind. Bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine werden aber auch viele auflaufen, die noch nicht so viel von sich haben hören lassen. Vor der WM 2010 war Thomas Müller ein unbeschriebenes Blatt, danach war der damals 20-Jährige Gewinner des Goldenen Fußballschuhs für den erfolgreichsten Angreifer des Wettbewerbs ein heiß begehrter Spieler. Wessen Name wird nach der EM in aller Munde sein? Selfmade-Erfolg hat fünf Vorschläge.

Wojciech Szczesny (22 | Polen | Arsenal London)

Bereits mit 19 gab Wojciech Szczesny sein Debüt im Nationaltrikot, mittlerweile ist er zu einer festen Größe sowohl im polnischen Team als auch in der Elf von Arsenal London avanciert. Den Gunners sicherte er mit seinen Paraden die direkte Champions-League-Qualifikation. Seinen Vater, den siebenmaligen Nationaltorhüter Maciej, hat er bereits überflügelt. Nach einer gelungenen EM klopfen vielleicht bald Juventus Turin oder Inter Mailand an. Er ist übrigens nicht der einzige EM-Schlussmann aus namhaftem Hause: Für Dänemark steht Kasper Schmeichel zwischen den Pfosten, der Sohn des Torwarts der legendären EM-Gewinner von 1992, Peter.

Jordi Alba (23 | Spanien | FC Valencia)

Die Gelehrten streiten sich, wer denn nun der beste Außenverteidiger der Welt ist: Philipp Lahm oder doch Ashley Cole? In das schmale Feld der absoluten Weltspitze könnte sich auf dieser Position bald noch ein anderer einreihen. Jordi Alba gilt als Riesentalent auf Links. Durch die Verletzungssorgen der spanischen Nationalmannschaft hat Alba seinen Startplatz praktisch sicher. Manchester United und Barcelona werben bereits um ihn. Womöglich werden Christian Nerlinger und Uli Hoeneß bald auch ihr Festgeldkonto prüfen. Das Einzige, was noch besser ist als ein Weltklasseaußenverteidiger in der eigenen Elf, sind schließlich zwei.

Claudio Marchisio (26 | Italien | Juventus Turin)

Der Schlüssel zu Juventus Turins diesjährigem Fabelrekord, die Serie A ohne eine einzige Niederlage zu gewinnen, lag im Mittelfeld. Zwischen den bekannten Größen Andrea Pirlo und Arturo Vidal konnte man den Dritten im Bunde fast übersehen: Claudio Marchisio war Juves zweiterfolgreichster Torschütze in dieser Saison und für den „Guardian“ ein „unbesungener Held“. Mit seinem überragenden Spielverständnis könnte er die Squadra Azzurra zur Überraschungsmannschaft des Turniers machen – und seinen Marktwert ins Astronomische steigern.

Christian Eriksen (20 | Dänemark | Ajax Amsterdam)

Mit gerade einmal 20 Jahren kommt Christian Eriksen bereits auf eindrucksvolle 20 Einsätze für die dänische A-Nationalmannschaft. Als Teenager waren Barcelona und Chelsea an ihm dran, seit seinem 17. Lebensjahr spielt er für Ajax Amsterdam. Dort vergleicht man den brillanten Techniker mit Wesley Snijder oder den Laudrup-Brüdern. Sollte der dänische Mario Götze den Mythos vom „Danish Dynamite“ bei der EM wiederaufleben lassen, wird Ajax Mühe haben, seinen Star nicht an Manchester oder Barcelona zu verlieren.

Marco Reus (23 | Deutschland | Borussia Mönchengladbach)

Nach seiner spektakulären Saison bei Borussia Mönchengladbach raunt man bereits in der europäischen Presse seinen Namen. Die „Daily Mail“ bezeichnete Marco Reus bewundernd als „fast and furious“ – schnell und wild. Nach Jogi Löws Entscheidung, nur drei Stürmer in seinen EM-Kader zu berufen, wurde spekuliert, ob er möglicherweise überhaupt keinen Stürmer auflaufen lassen würde, sondern die offensive Allzweckwaffe Reus. In Sachen Spielstärke, Antrittsschnelligkeit und Torgefährlichkeit gibt es selbst im vor Talent schier berstenden deutschen Mittelfeld kaum bessere Spieler als ihn.

Cord Krüger

Lesen Sie auch

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag' Deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *