Buch

Das Körpersprache-Trainingsbuch

Fragte man Menschen, was sie sich von einem Körpersprache-Trainingsbuch erhoffen, dann werden sie als Ziele sicher die gleichen nennen, mit denen Christian Schmid-Egger und Caroline Krüll ihren Ratgeber untertitelt haben: Überzeugend auftreten  und Die unbewussten Signale deuten können.

Körpersprache SchmidDas Buch gliedert sich in fünf Abschnitte, von denen die ersten beiden die Bedeutung und Entstehung von Körpersprache erläutern. Viel Raum wird dann im dritten Teil den einzelnen Facetten der Körpersprache gegeben und wie man diese richtig interpretiert. Schmid-Egger und Krüll halten Körpersprache – Das Trainingsbuch textlastig und ergänzen ihre Ausführungen nur punktuell um eigene Fotos, auf denen sie bestimmte körpersprachliche Signale darstellen.

Bedauerlicherweise hält das Buch inhaltlich nicht ganz, was sein Umfang verspricht. Neue wissenschaftliche Befunde, ungewöhnliche Perspektiven oder detaillierte Tipps sucht man auf den immerhin mehr als 250 eng bedruckten Seiten weitestgehend vergebens. Das Körpersprache-Trainingsbuch bietet stattdessen das Standardprogramm zum Thema, das man anderswo schon besser aufbereitet gelesen hat.

Küchenpsychologische Klischees

Zu allem Überfluss geraten Schmid-Egger und Krüll auch immer wieder ins Schwadronieren, ohne dass der Leser neue Erkenntnisse gewinnen könnte. Das Kapitel „Frisur, Haare und Bart“ entpuppt sich als langatmige Aneinanderreihung küchenpsychologischer Klischees. Während ein Vollbart beispielsweise „Strenge, Eigenwilligkeit und eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit“ signalisiere, verrieten lange Haare den Nonkonformisten. Über Schnauzbartträger heißt es:

„Allen Schnauz- oder Oberlippenbärtchen ist gemeinsam, dass der Träger damit etwas darstellen oder zeigen will. Solche Menschen benötigen Aufmerksamkeit und setzen sich gerne in Szene. Dahinter steht häufig auch ein verletzliches oder empfindsames Ego. Das sollten Sie beachten, wenn Sie es mit einem Schnauzbartträger zu tun haben.“

Ob derart stereotype Raster bei der Beurteilung von Menschen wirklich eine Hilfe sind, steht zu bezweifeln.

Zwischen vielen Banalitäten versteckt sich im Körpersprache-Trainingsbuch allerdings auch manch sinnvoller Tipp. Die „Empfehlungen für legere Kleidung“ bilden eine taugliche Richtschnur, für alle, die nicht genau wissen, was sie zum Firmenevent anziehen sollten.

Das Körpersprache-Trainingsbuch als Ergänzung

Im vierten Teil des Buches werden schließlich anhand von Fallstudien drei der wichtigsten Situationen durchgespielt, in denen es im Geschäftsleben besonders auf die Körpersprache ankommt. Konkret geht es um den Einstieg in ein Verkaufsgespräch, um die Preisverhandlung sowie um ein Bewerbungsgespräch. Auch wenn Schmid-Egger und Krüll hier ebenfalls an den Details gespart haben, geht dieser Praxisteil in die richtige Richtung. Das gleiche gilt für den abschließenden, gerade einmal 18 Seiten dünnen Teil So trainieren Sie ihre Körpersprache.

Mit seiner unglücklichen Kombination aus Langatmigkeit ohne einen übermäßigen Reichtum praxisnaher Tipps, drängt sich Körpersprache – Das Trainingsbuch weder als Empfehlung für Einsteiger auf, noch für Interessierte, die ihre Kenntnisse deutlich vertiefen wollen. Da in der Wiederholung oftmals der Schlüssel zum Erfolg liegt, kann der Ratgeber jedoch vielleicht als Ergänzung gute Dienste leisten.

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