Buch

Nur Tote bleiben liegen

„Entfesseln Sie das lebendige Potenzial in Ihrem Unternehmen“ fordern Anja Förster und Peter Kreuz in ihrem Ratgeber. Und liefern die nötigen Beispiele, Strategien und Handlungsanweisungen gleich dazu. Es geht ihnen um nicht weniger als „eine fundamental andere Art des Managements“.

Und weil sie um die Beharrungstendenzen mancher Führungskräfte wissen, haben die Autoren ihrem Buch einen unmissverständlichen Titel gegeben: Nur Tote bleiben liegen.

Die Kernthese des Ratgebers lautet: Die Zeiten haben sich geändert. Eine neue Generation von Mitarbeitern hat heute andere Bedürfnisse als alle vorherigen. Unternehmen müssen eine Organisation schaffen, die weniger auf Hierarchien, Befehl und Gehorsam setzt, und die Menschen ihre eigenen Ziele zum Wohle des Unternehmens verfolgen lässt.

Mit ihrer Grundannahme treffen Förster und Kreuz genau den Nerv der Zeit. Eine soeben von Audi vorgestellte Studie kommt zu den gleichen Ergebnissen: Mitarbeiter jüngerer Jahrgänge setzen auf Kooperation, akzeptieren eher Expertisen als Autoritäten und wollen ihrer Karriere weder Familie noch Gesundheit oder die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit opfern. Trotzdem zeigen sie vollen Einsatz. Den gilt es zu nutzen und darauf müssen sich Führungskräfte einstellen.

Voller Enthusiasmus


Die Stärken des Buches liegen im Bereich positiver Beispiele. Die Autoren sind nicht nur Wirtschaftswissenschaftler, sondern auch -berater und kennen ihr Gebiet theoretisch wie praktisch aus dem Effeff. Ob es um die Unternehmenskultur bei Google geht oder wie DM und Ikea durch gezielte Reduktion mehr erreichen. U2-Frontman Bono und Abenteurer Bertrand Piccard sind für sie als Visionäre genauso zur Nachahmung geeignet, wie erfolgreiche Wirtschaftsbosse. Nur Tote bleiben liegen ist ein im besten Sinne enthusiastisches Buch und wirbt mit Hingabe für ein modernes Management.

Der Stil hingegen dürfte nicht jedermanns Sache sein: Förster und Kreuz setzen auf plakative Slogans, knappe Appelle und eine Sprache, die an Werbetrailer für Kinofilme erinnert. Es gibt viele kurze Fragen – und genauso viele Antworten mit Ausrufezeichen. Man kann diesen Stil mögen, der eher klare und mitunter schnodderige „Ansagen“ macht als nüchterne Argumentationen auszubreiten. Er kann einem Leser, der weniger Entertainment sucht und mehr Sachlichkeit, aber auch auf die Nerven gehen.

Unterm Strich ist Nur Tote bleiben liegen für ein Sachbuch ausgesprochen mitreißend und Pflichtlektüre für alle, die eine zeitgemäße Führungskultur entwickeln wollen.

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