Buch

Anpacken statt aufschieben

Mit dem etwas polterigen Titel Anpacken statt aufschieben hat Alexander Jürries seinen Ratgeber versehen. Doch der Verzicht auf Schnörkel hat Methode, schließlich geht es um das planvolle aber direkte Handeln und das Erreichen von Zielen.

Die Kapitel des 239 Seiten langen Buches beschäftigen sich damit, wie man aus Fehlern lernt, Blockaden überwindet, Entscheidungen trifft und Konflikte angeht. Untergliedert werden die Abschnitte in kleine Tests, Übungen und extra hervorgehobene Tipps.

Anpacken statt aufschieben präsentiert sich vom Tonfall her meist erfreulich locker, unprätentiös und nah beim Leser. Statt weitschweifiger Belehrungen und mühselig auszufüllender Selbsttests gibt es zahlreiche ebenso knackige wie abwechslungsreiche Aufgaben und Szenarien. Da soll man zum Beispiel entscheiden, was man als Erstes täte, würde man auf einer einsamen Insel stranden: Wasser destillieren, Leuchtraketen abfeuern oder erst mal die Umgebung erkunden? Die Antwort lässt darauf schließen, welcher „Aktionstyp“ man ist. Jürries macht es sich dabei dankenswerterweise nicht so einfach, bloß drei Typen zu unterscheiden. Es sind ganze sieben, Mischformen nicht mitgerechnet.

Ratschläge nachvollziehbar und hilfreich

An anderer Stelle erfragt das Trainingsbuch (so sein Untertitel) die unmittelbare Reaktion, wenn einem der Chef eine aufwendige Präsentation verreißt. Das Schöne: Es gibt bei diesen Aufgaben weder eindeutig richtige noch falsche Antwortmöglichkeiten, und man ist auch nicht versucht, die Tests zu überlisten, indem man einfach den erwünschten Lösungsweg errät. Egal ob es um die optimalen Arbeitsbedingungen geht oder wie man sich auch bei langwierigen Projekten mit kleinen Belohnungen bei Laune hält, die Ratschläge sind meist nachvollziehbar und tatsächlich hilfreich.

Dann und wann bleibt der Unterhaltungswert dann aber doch auf der Strecke. Etwa, wenn sich das Kapitel zum Thema Entscheidungsfindung in den Untiefen von „Messgrößen“ und „Nutzwertanalysen mit Gewichtung“ verliert. Da wäre es sicher leserfreundlicher gewesen, einen psychologischen anstatt eines betriebswirtschaftlichen Ansatzes zu wählen. Und Tipps wie „Fundierte Analysen schaffen Sicherheit für die Bewältigung der aktuellen Aufgaben“ wirken am Ende reichlich banal.

Zum Glück bleibt Derartiges die Ausnahme in einem ansonsten sehr lesenswerten Ratgeber, der das Thema Erfolg erheblich differenzierter und interessanter angeht, als es der etwas grobschlächtige Titel vermuten lässt.

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