Läden sind etwas von gestern. Der Handel heute braucht sie nicht. Das sagt Oliver Samwer, Internet-Gründer. Reich geworden sind er und seine Brüder mit dem Klingelton-Anbieter Jamba. “Geschäfte sind Mittelalter. Sie wurden nur gebaut, weil es kein Internet gab”, sagte er auf dem Konsumgüterforum CGF in Paris.

Der Erfolg gibt ihm Recht. 1,8 Milliarden Umsatz machte er zuletzt mit dem Mode-Versender Zalando. Damit ist er einer der großen Player in der E-Commerce-Branche, die 2012 in Deutschland 33 Milliarden Euro umsetzte. Das sind 7,7 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes. Tendenz steigend? Ja, wenn man bedenkt, dass 2007 der Anteil noch bei 3 Prozent lag.

Branche mit Zukunft

E-CommerceEinzelhandel ist nur noch mit dem Internet denkbar und nicht dagegen, sagte Hansjürgen Heinick gegenüber der Online-Agentur TechDivision. Von einem Stillstand beim Wachstum im Online-Handel könne in den nächsten Jahren nicht die Rede sein, ist sich der Autor von Branchendiensten zum E-Commerce am Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln sicher. Im Gegenteil: Tablets und Smartphones, so Heinick, werden die Online- und stationären Handel noch mehr verknüpfen.

Mit zwei Konjunkturindexen hat das E-Commerce-Center Köln des IFH seit 2010 das Ohr dicht an den Entwicklungen im E-Commerce. Der ECC-Konjunkturindex Handel (e-KIX) und der ECC-Konjunkturindex Shopper (s-KIX) versuchen, die Stimmungslage im deutschen Online-Handel abzubilden.

Im Mai 2014 erreichte der ECC-Konjunkturindex Handel für die aktuellen Online-Umsätze einen Wert von 94,5 Punkten, ist damit zwar leicht gesunken. Viele Online-Händler erwarten jedoch für die Zukunft weiterhin steigende Umsätze. Das schlägt sich auch im e-KIX bezüglich der Erwartungen nieder. Er konnte um einen Punkt zulegen und erreichte 123,4 Punkte.

Noch Luft nach oben

Im Mai 2014 fragte das Kölner Institut die Online-Shopper danach, wofür sie ihr Geld im Internet ausgeben. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass in allen Sparten Luft nach oben und Platz für neue Anbieter im Online-Handel ist. Das gilt sowohl für die Bereiche, in denen sich die Nachfrage der Online-Shopper im zweistelligen Prozentbereich bewegen als auch für die, in denen die Nachfrage noch einstellig ist.

  • 19,9 Prozent der Befragten kauften in erster Linie Electronic und Elektrowaren
  • 17,8 Prozent kauften Bücher und digitale Medien
  • 12,6 Prozent der Online-Shopper erwarben Fashion
  • 8,2 Prozent kauften im Bereich Sport und Freizeit
  • 5,1 Prozent kauften Waren aus dem Bereich Drogerie und Gesundheit

(Quelle: ECC-Konjunkturindex Shopper-s-KIX Mai 2014)

Online informieren offline kaufen

Sind Geschäfte wirklich “Mittelalter”, wie Samwer behauptet? Oder ist das Internet auch für den stationären Handel eine Chance? Ja, wenn es nach der Produktsuchmaschine Locafox geht. Sie setzt auf eine neue Gruppe von Käufern. Es sind Kunden, die sich online informieren und lokal kaufen. Für sie stellt Locafox Informationen zu Preisen und Verfügbarkeit der Produkte bei lokalen Einzelhändlern in Echtzeit bereit.

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  1. Berserka

    Eher Offline Informieren Online Kaufen

    P.S.: Ihr bekommt keine Kommentare zwecks E-mail-Pflicht. Ändern=)

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